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peterlee aktualisiert.
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30. März 2012 um 22:06 Uhr #30131
peterleeTeilnehmerHab mal eine Frage, die mich schon lange beschäftigt und immer wieder auftaucht, wenn ich mir so ein Big Wave Zeugs ansehe. Angenommen ich paddle mit irgendeinem erfahrenen Bigwave Surfer an einem 20 ft (Hawaiianische Messung) Waimea / Mavericks Tag über den Kanal raus und schaffe es rein theoretisch ins Line Up. :whistle: Dann packt mich die Angst, Panikattacke, ich will sofort wieder an Land, surfen kann ich solche hohen Wellen nicht, aber wie kommt man dann lebend zurück. Über bzw. gegen den Kanal kann ich nicht zurück! Auf einen benachbarten Strand oder zur Landzunge ausweichen wäre noch suizidärer. Also wie dann? Mit dem Weisswasser liegend zurück, was ja unfassbar riskant sein muss? Wenn die Lippe auf einen draufknallt, dann Grüß Gott … :blink:
30. März 2012 um 23:11 Uhr #129917
paolopinkelTeilnehmerHey peterlee
Ich wär froh, ich hätte solche Probleme wie Du 😆
Ich versteh nicht, warum dich sowas interessiert. Glaubst Du es kommt oft vor, dass einer bei 20ft Waimea rauspaddelt und dann am Lineup Panik kriegt weil er merkt, dass er sowas gar nicht surfen kann???
In den Wellengrössen,die wir surfen, kommt es vielleicht öfters vor, dass ein Intermediate oder so in Wellen rauspaddelt, die ein paar Fuss zu gross sind für ihn und es dementsprechende „Unfälle“ gibt. Aber es kommt doch nicht vor, dass einer der 10ft Wellen surfen kann, jetzt einfach mal 20ft Waimea probieren will, oder? Da tastet man sich ran. Die wissen ganz genau, was sie tun. Da verirrt man sich nicht hin.
Ich kenn einen Australier, der sein ganzes Leben nicht viel anderes als Surfen gemacht. Ich hab ihn mal auf seine kritischsten Holddowns angesprochen. Da hat er mir gesagt, er wäre mal bei 12ft irgendwas in einem undertow gefangen gewesen. So lange, bis seine Zehen wegen dem Sauerstoff- Mangel zu Zittern begingen. Da hat als nicht mehr viel gefehlt. Danach surfte er wieder max. 6ft Wellen und tastete sich langsam wieder nach oben, according to him…..
30. März 2012 um 23:43 Uhr #129918
peterleeTeilnehmerKein Problem, lediglich ein Gedankenspiel. Interessiert mich halt, keine Ahnung, so wie ein Astronom sich fragt, was war vor dem Urknall? Im Prinzip geht es um eine theoretische Sache und weil mich Wellen-, Küstenformationen und Abläufe, wie sich Wasser, Wellen, Strömungen usw. verhalten, interessiert.
Hab mal einen Artikel von einem Big Wave Surfer gelesen, Namen vergessen, einer von der alten Waimea Garde, der dann in den 80iger von einem Tag auf den anderen das Big Wave Surfen gelassen hat, weil er plötzlich im Line Up Angst bekommen hat und wie gefesselt war. In der Geschichte ist aber nicht herausgekommen, wie er zurück ist und das hat mich halt beschäftigt. Ich glaub schon, dass es genug Typen auf der Welt gibt, die bei 20 ft. rauspaddeln und dann Angst bekommen. Von sich Hinverirren hab ich auch nicht geredet.
31. März 2012 um 0:17 Uhr #129919
paolopinkelTeilnehmerDie Geschichte vom Big Wave Surfer glaub ich Dir gern. Das ist dann aber ein mentales Ding wie so vieles beim Surfen. Der Typ kennt Waimea aber wie seine Westentasche wenn Du schreibst er war einer der alten Garde. Dann weiss er auch welche der heranrollenden Welle ihn am ehesten ungeschoren an Land bringen wird, nachdem er seine Panikattacke erstmal ein bisschen unter Kontrolle hat. Ganz im Gegensatz zu Dir wenn Du einfach mal mit einem Waimea-Pro da rauspaddelst. Dann biste da wie jemand der nackt in ein Kolosseum gebeamt wurde 😆 und sich einem erfahrenen Gladiater gegenüber sieht….
Es gibt auch diesen einen Surffilm, wo einer über seinen Wipeout in Jaws redet und dabei beinahe zu weinen beginnt weil ihn die Erinnerungen emotional so aufwühlen.
Ich will Dir auf keinen Fall vorschreiben, worüber man sich Gedanken machen kann. Ich wollts einfach nur verstehen 😉
31. März 2012 um 0:19 Uhr #129920
surferTeilnehmersetpause abwarten , reinpaddeln und auf ne kleiner welle in der setpause hoffen .
oder soweit in der setpause reinpaddeln das dich die großen „nur noch“ als weißwasser mitnehmen
surfer
31. März 2012 um 5:24 Uhr #129921
Dr. SurfTeilnehmerEins vorweg: ich bin definitiv kein Big Wave Surfer.
Ich denke aber viele von uns kennen das Gefühl, wenn man rauspaddelt, im Line-Up ankommt und nach dem ersten Set denkt „Huch, das sah aber vom Strand kleiner aus!“. Je länger ich dann draußen sitze (tendenziell zu weit draußen, weil: man will ja keins auf die Mütze kriegen), desto mehr weiß ich, dass ich keine dieser Wellen ernsthaft anpaddeln werde. Irgendwann kommt dann der Punkt, wo ich mir überlege „Ok, Abbruch. Wie kommste jetzt zurück zum Strand?“. Das ist dann der Moment, wo ich schweren Herzens am Anfang einer Setpause voll Richtung Impactzone paddel in der Hoffnung, dass ich entweder a) weit genug drinnen bin bis das nächste Set reinrollt und ich einen Weißwasserlift mitnehmen kann (der in großen Wellen ganz schon ruppig ausfallen kann), oder b) ein großes Set reinläuft, was weiter draußen bricht und mir somit nicht direkt aufn Kopf.
Das größte, was ich seit Jahren hatte, war Nov 2010 Bali. Weiß noch, dass 12+ Fuß gemeldet waren. Sah vom Strand aus sauber und machbar – wenn auch hoch – aus. Also rausgepaddelt. Gutes Timing, mit fast trockenen Haaren im Line-Up angekommen. Neben mir nur zwei Locals (die die Hosen voll hatten und nix angepaddelt haben) und ein ziemlich fetter Australier über 40, der sich eine Welle nach der anderen abgeholt hat und offenbar keine Probleme hatte, dass das Face fast 3x so groß wie er war. Ich hab mich spontan leise selbst verflucht für die schwachsinnige Idee bei solchen Bedingungen rauszupaddeln, mich wie üblich zu weit rausgesetzt und angefangen Wellen halbherzig anzupaddeln in der Hoffnung, dass ich sie nicht kriegen werde. Nach bestimmt 45min des rumeierns hab ich aber mal nicht halbherzig genug gepaddelt und konnte dummerweise nicht mehr zurückziehen.
Ich muß ja zugeben: wenn man sich erstmal überwunden hat, können richtig große Wellen ja richtig Spaß machen. Der ewig lange High-Speed Ride bis fast zum Strand, den ich hatte, kommt auf jeden Fall in meine ewige Top5. Zum Schluß war die Wellenwand neben mir schwarz von dem ganzen Sand, die sie in für die Wellenhöhe viel zu flachem Wasser weggesaugt hat. Sah mächtig unheimlich aus. Hab’s anschließend vorgezogen, draußen zu bleiben. Der eine Ride an dem Tag hat aber trotzdem Adrenalin für ne Woche produziert.
31. März 2012 um 23:04 Uhr #129938
matthiasTeilnehmerNette Story Doc,
liest sich fein und Peter, der Moment kommt ziemlich sicher in einem Surferleben
an dem man, dann nur noch „weg“ möchte, surfer hats ganz passend beschrieben aber im Zweifel würde ich immer eine Bombe nehmen und wenns dich wäscht ist auch gut.Schaffst du aber den Takeoff
ist der Effekt wie in doc beschrieben hat sehr lang am Start.
Ich hatte
Damit mein ich aber nurBedingungen für uns Freizeitsurfer, wie du immer wieder auf solche Gedanken kommst ist mir auch ein Rätsel 😆1. April 2012 um 0:36 Uhr #129941
peterleeTeilnehmerWird wohl die einzige Möglichkeit sein, wie beschrieben.
Nochmals zu meinem Gedankenspiel 🙂
Wenn ich mir schon irgendein Surfvideo ansehen, dann ist es entweder ein Big Wave Video oder ein Vintage Old School Longboard Zeugs, aber meistens Waimea Zeugs, Greg Noll, alte Big Wave Garde usw. blablabla … bin jemand, der sich alles bildlich vorstellt, ja und so entstehen halt die ein oder anderen Gedankenspiele. In diesem Fall halt 20 ft. Szenerie. Dann kommen halt Vorstellungen wie es da draußen wohl zugehen muss, Strömungen, gigantische Wellenrücken, in der Ferne das Land, Hektik, Stress unter Surfern usw. und eben der Gedanke, wie man wieder an Land kommen würde, wenn man die Wellen nicht surfen kann (aus was für Gründen auch immer).Bin ein Kleinwellen-Surfer und möchte weder Big Wave Surfer werden, noch jemals bei solchen Wellen rauspaddeln, noch mit einem Boot jemals raus oder sonst was …
Mir ging es ähnlich wie dem Surf Doc und so eine nur noch wegwollen Sache, kenn ich. Hat für lange Zeit mein Surfen eingeschränkt und zwei Jahre Trauma und Überwindung gekostet. Ist in Mundaka passiert, übermütig nach zwei Wochen Flaute bzw. knapp 1 m Wellen jeden Tag. Irgendwann einmal ist endlich Swell gekommen. Damals war mir Höhe egal bzw. nicht egal, aber hab nie so drauf geachtet, Hauptsache schöne Wellen sind da.
Die Wellen waren schon weit Überkopf vom Land aus, in Wirklichkeit aber 3-4 Meter, aber so sauber gebrochen, dass ich mir nichts Schlimmes dabei gedacht habe. Es war nur ein Local im Wasser und die Entfernung hat natürlich auch die wahre Wellenhöhe verborgen. Ins Line Up bin ich doch recht schnell mit dem Fluß und auch circa 30 min gesessen und hab dann eine schöne kopfhohe Welle erwischt, aber nicht gewusst, dass das nur die Ruhe vor dem Sturm war. Es sind dann Sets reingerollt, unfassbar. Der Local hat die Angst in unseren Augen gesehen und nur an Land gedeutet, aber wie? Die Wellen waren zu hoch, Take Off war nicht auszudenken, mit dem Weisswasser rein, aber wohin, dann landet man in der Impact, wenn man Mundaka an hohen Tagen kennt.
Ein Freund wurde ewig lang in der Impact festgehalten und immer wieder auf die Sandbank gedrückt, Ergebnis Kieferbruch. Der andere hat eine sehr schöne, für damalige Verhältnisse hohe Welle gesurft und ist beim wieder zurückpaddeln in die Impact gezogen worden, Board verloren und ewig lang geschwommen. Die Wellen waren so hoch, dass sogar auf Hafenhöhe im Fluss Weisswasser war. Ich selbst hab es damals gerade noch über die ein großes Set geschafft. Hab noch in die Tube sehen können und dieser Local (Alfonso Fernandez) ist aufrecht in der Tube gesurft, mit massenhaft Platz oben, rechts und links. Hab auf jeden Fall eine Stunde gepaddelt, weil ich durch die Strömung enorm abgetrieben bin und über die Felsen bei der kleinen Kapelle raus. Leash verfangen, Board komplett erledigt, Immer wieder unter Wasser gedrückt worden, meine Beine und Unterarme waren offen usw.
Nachher war ich mit dem Local auf ein Bier und der hat mir dann doch einige Fehler vorgeführt, die ich so gemacht hab, aber war schon eine Erfahrung jetzt im Nachhinein, hätt schlimmer ausgehen können 😉
1. April 2012 um 1:38 Uhr #30132
matthiasTeilnehmermmh, vielleicht sollten wir da nen eigenen Thread draus machen. „Mein schlimmster Wipeout“ oder so, gabs ja auch schon mal.
Bei mir wars ähnlich:
Arriffana bei schon solider Vorhersage direkt angesteuert und wie das nunmal so ist, wenn
man lang nicht im Wasser war, erstmal und Hauptsache rein. Da war der Strand aber schon zur Hälfte weg
und bei den größen Sets hats das Wasser immer bis zum Aufahrt bei den Klos gespült.
Dummerweise habe ich auch direkt eine große Setpause erwischt und bin recht locker raus gekommen, wo mir dann erstmal aufgefallen ist wie wenig Leute wirklich draußen waren :blink: und mich/uns dann ein Freak Set derbe gewaschen hat.
Von da an bin ich dann eigentlich von Welle zu Welle immer weiter raus gepaddelt und hatte auch nur die üblichen Möglichkeiten, nur für mich war, nach dem heftigen Waschgang, „reinpaddeln“ keine Option 🙂 mehr.
Nach den üblich halbherzigen anstart Versuchen und gefühlten Stunden habe ich dann eine „genommen“ und der Ride ist bis heut in meinem Kopf präsent auch wenns damals eigentlich nur ein angespanntes, schräges abfahren an einer über-über-überkopfhohen Wellenwand war. :whistle:Noch jemand eine Story am Start?
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