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Start › Foren › Surfer Geschichten › Angst vorm Surfen – kleineres Brett die Lösung?

  • Dieses Thema hat 8 Antworten sowie 9 Teilnehmer und wurde zuletzt vor 11 Jahren, 10 Monaten von Oliver-5 aktualisiert.
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  • 25. September 2014 um 14:04 Uhr #38781
    Marcus
    Mitglied

    Tach zusammen,

    mal eine ungewöhnlichere Frage hier.

    Meine Freundin surft seit ca. 4 Jahren. Seit einem Jahr ungefähr steckt sie jedoch in einer kleinen Krise. Sie erwischt kaum mehr Wellen, weil sie recht schnell Angst bekommt. Gerade wenn die Wellen größer als 1,5m werden, ist sie soweit draußen im Line-up, dass sie kein großes Set überraschen kann, aber sie auch zu weit weg ist, um mal was anzupaddeln. Wenn sie dann rausgehen will und dann von einem größeren Set erwischt wird, bekommt sie regelrecht Panik, die sie lähmt und dann für die nächsten Tage die Lust am Surfen komplett verdirbt… Mittlerweile traut sie sich auch schon bei 1m Wellen kaum mehr raus, was ich echt schade finde. Nur drängen will ich sie auch nicht, da sie von sich selbst wieder Lust verspüren muss.

    Eigentlich würde ich sie als einigermaßen fortgeschrittene Surferin beschreiben. Sie weiß wie sie (auch ne größere) grüne Welle anpaddeln muss und kann sie dann auch gut absurfen.

    Ich bin mittlerweile der Meinung, dass ihr vielleicht ein neues Board gut tun würde. Derzeit hat sie noch ein 7’3er x 20 1/4. Jedoch weniger mit Minimalibu Shape, sondern mit recht spitzer Nose. Das Problem ist an dem Board jedoch m.E. die Länge, da bei großen Wellen schneller ein Nosedive kommt, und vorallem weil sie damit kaum tauchen kann.
    Meine Idee war, wenn sie sich ein ein Shortboard gewöhnt, das tauchen leichter fällt und damit die Angst vor großen Wellen besser wird, da sie dort drunter durch tauchen kann und keine Panik haben muss vom gesamten Set gewaschen zu werden.

    Welche Größe würdet ihr nem 1,70m großem Mädel dann empfehlen?

    Ich freue mich auf euren Rat, da ich langsam ratlos bin

    Grüße

    25. September 2014 um 14:45 Uhr #144342
    surfingdudeibk
    Teilnehmer

    Ich glaube auf keinen Fall, dass ein Shortboard ihr mehr Spaß am surfen bringen wird. Was du so beschreibst ist nicht so leicht um zu lenken. Wenn sie sich unwohl fühlt, dann msst du das akzeptieren. Wenn sie überhaupt Lust zum Surfen hat, dann geh zu kleinen, sanfteren Breaks. Ich würde gerade das Gegenteil zum Shortboard empfehlen. Mit einem Shortboard musst du tiefer sitzen, die Welle steiler anpaddeln und hat allgemein erst bei etwas stärkeren Wellen Spaß. Ein Longboard das früh angleitet und bei dem man in hüfthohen Wellen richtig gut Surfen kann oder vielleicht ein Retrofish bei dem man weniger radikal surft sind für mich die bessere Wahl in Ihrer Situation.

    Nach deiner Beschreibung ist deine Freundin noch im Beginner Stadium. Auch wenn du schreibst, dass sie die Wellen gut absurft. Alles andere was du schreibst hört sich für mich aber nach Anfänger an. Ein 7`3″ Board mit spitzer Nose ist für dieses Stadium wahrscheinlich auch nicht das einfachste Brett zum Spaß haben. Überfordere sie nicht und such nach einfachen, kleinen Wellen.

    25. September 2014 um 14:57 Uhr #144343
    Scripps
    Teilnehmer

    Eigentlich würde ich sie als einigermaßen fortgeschrittene Surferin beschreiben. Sie weiß wie sie (auch ne größere) grüne Welle anpaddeln muss und kann sie dann auch gut absurfen.

    Für mich klingt das eher nach Anfänger. Und irgendwas muss doch da mal passiert sein, wenn es doch früher ging!?! Hat sie Angst das Board an den Kopf zu kriegen oder worum geht es genau?

    Ein kleines Board wird da aber sicherlich nicht helfen. Sie sitzt ja anscheinend schon jetzt weit hinter dem Peak. Mit einem Shortboard müsste sie ja sogar noch näher ran. Klingt für mich eher so, als ob sie keine sichere Schwimmerin ist und sich im Wasser nicht so wohl fühlt. Vielleicht solltet ihr einfach mal ohne Boards rausschwimmen und ein paar Wellen auf den Kopf kriegen. Mit dir an ihrer Seite – als eine Art Schocktherapie. Um zu sehen, dass das alles halb so wild ist ^^ Ansonsten einfach wieder kleinere Brötchen backen. Also erst mal wieder kleinere Wellen surfen. Wenn’s zu groß wird im Shorebreak rumpaddeln. Eben einfach ein Erfolgserlebnis haben.

    25. September 2014 um 17:00 Uhr #144344
    paolopinkel
    Teilnehmer

    Das Bewusstsein, dass man wipouts ertragen können muss, sollte man ja eh haben. Und wenn man weiss, dass man diese ertragen kann (auch mehrmals hintereinander ein ganzes set), dann hat man ja keinen Grund mehr, Angst zu haben. Die Psyche ist kompliziert und jeder Mensch hat eine andere, aber ich würde trotzdem am Mentalen arbeiten als an der Ausrüstung. Versuch doch mal herauszufinden, was genau Panik in ihr auslöst. Die Angst wovor genau?

    Meine Idee war, wenn sie sich ein ein Shortboard gewöhnt, das tauchen leichter fällt und damit die Angst vor großen Wellen besser wird, da sie dort drunter durch tauchen kann und keine Panik haben muss vom gesamten Set gewaschen zu werden.

    Und was macht sie, wenn sie den takeoff versaut, einen wipeout hat und in der impact zone stecken bleibt weil shortboards schwerer und intensiver zu paddeln sind? Also ich hätte davor mehr Angst…

    Ich selbst bin wirklich auch ängstlicher als viele andere Surfer (sieht für mich zumindest so aus). Aber bei mir ist es nur die eine Angst vor starken Strömungen, die mich zu nem gefährlichen Punkt ziehen und von wo ich dann nicht mehr weg komme, weil ich keine Kraft mehr zum Paddeln habe :ohmy:

    Von den wipeouts selbst habe ich jetzt nicht so Panik. Ich finde, die gehören dazu, weil sie dem ganzen eine gewisse Intensität geben. Aber eben, jeder hat eine andere Psyche.

    Und letztendlich trifft jeder Surfer- vom Anfänger bis zum Pro- seine Entscheidung, wieviel Risiko er/sie eingehen will….Mehr Risiko= Mehr Adrenalin=höher Chance, dass etwas unerwünschtes passiert. Ist absolut nicht so, dass die Pros nicht ertrinken könnten. Ich habe schon einmal hier ein Interview von Andy Irons gepostet, wo er eingestand, dass er am meisten Angst vor dem Ertrinken hat. Man kann also keinen Status im Surfen erreichen, in welchem man alle Gefahren komplett unter Kontrolle hat. Hier in der CH sind die letzten Wochen mehrere Basejumper tödlich verunglückt. Die haben auch alle ihre Entscheidung getroffen.

    Aber bei 1.5m Face muss es schon sehr seicht sein oder unheimlich Strömen mit vielen Felsen, dass eine solche Angst angebracht ist.

    Viel Glück

    25. September 2014 um 17:45 Uhr #144345
    Anita
    Teilnehmer

    Hi

    Das hört sich ähnlich an wie bei mir. Jetzt nicht so extreme mit der Angst aber es geht in die gleiche Richtung.
    Bei mir kam es von den vielen Wipeouts. Nichts besonders schlimmes aber mit der Zeit hatte ich das Gefühl, dass überhaupt nichts mehr stimmt. Und jedes Mal als ich dann eine Welle angepaddelt hatte, hatte ich dann begonnen zu zögern, was das ganze natürlich nur noch schlimmer gemacht hat. Ist echt ein sch… Gefühl wenn man plötzlich Angst bekommt von dem, was man so sehr liebt.
    Meine Strategieist jetzt 😉 :
    Kleine, einfache Wellen suchen und nur dort im Wasser sein und die Wellen surfen, wo ich mich wohl fühle. Notfalls halt auch nur Weisswasser.
    Wenn das nicht klappt suche ich mir ein Surflehrer, der mit mir raus kommt und mir ein paar Tipps gibt. So fühle ich mich auch bedeutend besser im Wasser. Weil ich mir oft auch unsicher bin, was ich mir jetzt zutrauen kann und was nicht.

    Viel Gluck!

    25. September 2014 um 19:02 Uhr #144346
    Anonym
    Inaktiv

    Keine 8 Wochen her, da wurde der King zitiert 🙂

    „There’s never a point in surfing when you don’t have fear.“ – Kelly Slater

    Aus eigener Erfahrung, ich glaube dass Du als Partner ihr diese Angst nicht nehmen kannst. Bei einer Freundin haben diverse Surfkurse geholfen, vor allem eine weibliche Surflehrerin mit der man auch mal über sowas reden kann. In einer Gruppe mit weniger bekannten Leuten, reisst man sich mehr am Riemen und traut sich auch mehr als mit dem Partner. Man pusht sich gegenseitig, teilt Erfahrungen, Ängste und Freuden. So hab ich das erlebt. Nach der 3. Woche im Kurs (über längeren Zeitraum) war die Angst vergessen und der Spaß wieder im Vordergrund. Die Lernkurve ging dann auch wieder steil nach oben.

    Daher würde ich Dir empfehlen, dass deine Freundin mal wieder einen guten Surfkurs besucht und eine profesionelle Anleitung und Einweisung bekommt. Das beinhaltet automatisch Wellen für ihr Niveau und ich bin sicher, sie wird das bald hinter sich lassen.

    Viel Erfolg!

    Marty

    25. September 2014 um 22:11 Uhr #144347
    Salli
    Teilnehmer

    @Scripps: „ohne board waschen lassen“.genau das habe ich selbst so getan als ich bei meinem ersten mal bali einen heftigen wipeout mit Mega Cut am Hinterkopf, nicht mal ans Surfen denken konnte ohne zu zittern. Ich war ne gefühlte Ewigkeit unter Wasser und kaum an der Oberfläche gabs schon die nächste auf den Kopf. Dazu habe ich fast das Bewusstsein (durch die Kopfverletzung) verloren. 3 Tage nach dem Ereignis (noch mit Fäden im Kopf) bin ich ohne Board ins Wasser und hab erst die kleinen Wellen genommen dann immer weiter raus bis ich in der typischen kuta-bali-close out section war. Das hab ich 2 weitere Tage so gemacht teilweise sogar bei overhead und die lifeguards waren schon auf dem Sprung. Die Angst konnte ich danach besser kontrollieren, man bekommt „Übung“ und wird sich bewusst, das es nur um wenige Sekunden geht nicht um die gefühlte Ewigkeit. Die Angst lässt den Puls in die Höhe schnellen und man verbraucht viel Sauerstoff. Die Luft in dieser Angst/Panik Situation länger anzuhalten ist fast unmöglich, ein Teufelskreis beginnt. Ich habe mir angeeignet Sekunden zu zählen wenn ich gerade wieder den Schleudergang durchlaufe..21..22..23 das beruhigt und lässt die zeit Real erscheinen.

    30. September 2014 um 19:54 Uhr #144398
    Oliver-5
    Mitglied

    ich denke, dass man einfach eine Affinität zum Wasser entwickeln muss 🙂

    3. Oktober 2014 um 18:00 Uhr #38782
    Regina
    Mitglied

    Denke auch nicht, dass ein kleineres Brett DIE Lösung ist.

    Man hat vielleicht etwas mehr Kontrolle, wie bei Skiern – aber die Angst nimmt einem das nicht!

    Einfach Erfolgserlebnisse schaffen, dann kommt das Selbstbewusstsein – und Du sparst ein Brett 🙂

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