Start › Foren › Surfer Geschichten › Surfen – purer Egoismus?
- Dieses Thema hat 14 Antworten sowie 2 Teilnehmer und wurde zuletzt vor 16 Jahren, 1 Monat von
baracuda aktualisiert.
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22. Juni 2010 um 21:22 Uhr #23805
AnonymInaktivJa, oder? Beim Surfen geht es nur um mich selbst….am Strand, im Forum und in der Kneipe bin ich cool und locker, doch kaum habe ich das Brett unter der Brust werde ich zum Einzelkämpfer und habe das Messer zwischen den Zähnen. Ich will mich nur profilieren, meiner Freundin am Strand oder zu hause zeigen, was für ein geiler Hengst ich bin.
Mich erinnert Surfen stellenweise an die Zeit als ich noch viel in Deutschland mit dem Motorrad unterwegs war. Alle die einem entgegen gekommen sind wurden fleissig und herzlich gegrüßt, alle die mit einem in die gleiche Richtung fahren: FEINDE…der Reisskocher überholt mich nicht auf meiner bella italia, dem zeig ich mal was ein Knieschleifer ist…usw…aber nachher am Motorradtreff sind wir alle gleich…zu Fuss am Tresen.
Genauso im Wasser…dabei ist die Menge der Surfer oft nichtmal ausschlaggebend, sondern die Qualität der Welle. Um nicht zu sagen, je besser die Wellen, desto größer der Ars***loch-Faktor. Desto mehr Reindroppen, Sneaken, schimpfen, alle Wellen gehören mir, was wollt ihr blödes Pack hier…
Es gilt das Recht des Stärkeren, wer besser ist, ist besser positioniert, schneller im Takeoff, bekommt die Welle, lässt die Schwächeren alt aussehen. Wenn Du Pech hast, sind sie zu zweit, zu dritt, so dass die Wellenfrequenz genau deren „Surf und wieder rauspaddel“ Abstand entspricht…also wirst Du nie eine bekommen. Interessant ist, dass dieses Verhalten auch in den spanischen Foren diskutiert wird. Es hat daher nicht nur was mit Locals zu tun, die denken es ist ihre Peak, weil sie hier geboren sind.Jeder sollte sein Verhalten mal überdenken und auch einem Schwächeren mal ne geile Welle schenken. Denn für dich ist es vielleicht eine mittelmäßige Welle…für ihn wahrscheinlich die beste Welle seines bisherigen Surferlebens…
Scheisse…kann Surfen ankotzen, oder?
In diesem Sinne
Peace, Love, surf with respectPS: Aus der Diskussion in einem anderen Forum:
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PPS: Für alle dies nicht merken, eine gewisse Ironie ist dabei.
22. Juni 2010 um 21:32 Uhr #114682
benniGasthier is auch nochn interessantes video
http://freecaster.tv/surf/1011724/surf-rage-and-violence-in-the-waves22. Juni 2010 um 21:45 Uhr #114683
ElPatoGastSo krass würde ich es noch nicht sehen. Wir haben in Europa noch nicht die Zustände wie in den Hotspots der Surfnationen. Mir geht es auch nicht um localism, denn die Locals haben das gleiche Problem. Jeder fängt mal an, wird besser und beansprucht immer mehr für sich selbst, gibt sich mit immer weniger zufrieden.
Ich habe dieses Verhalten auch schon mit 3 -5 gleichzeitigen Surfern im Wasser beobachtet. Aber eben, je besser die Wellen, desto extremer. Wenn ich unter der Woche an einem glassy day, 6ft, sunny, frühzeitig draussen bin, dann noch den 20 min Fussmarsch auf mich nehme, um an die Superpeak des riesen Strandes zu laufen, habe ich oft die gleiche Anzahl dieser Surfertypen im Wasser wie wenn ich Sonntag nachmittag, durchschnittlich Bedingungen, 4 Fuss, an den Strand gehe, obwohl jetzt ca. 50 – 60 Leute im Wasser sind.
PS: Und es sind nicht immer dieselben 😉
23. Juni 2010 um 0:22 Uhr #114687
AmareloGastsurf rage 😆
23. Juni 2010 um 1:05 Uhr #114691
SebaschtianGastPS: Aus der Diskussion in einem anderen Forum:
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Beste Musik. Fast den Sinn von deren Aktionen auch sehr gut zusammen 😀
23. Juni 2010 um 1:46 Uhr #114694
Horst-GüntherGastis halt fuer die meisten ne sportart. und im sport gehts halt meist, wie auch sonst im leben, darum besser zu sein als andere und schoeneres zu haben, also besser auszusehen. das is ne grundsaetzliche menschliche eigenschaft, die man je nach dem welchen philosophen man folgen moechte auf den paarungsdrang oder aehnliche dinge zurueckfuehren kann.
egal, mensch is mensch, ob jetzt beim surfen, beim einkaufen, in der schule oder beim kacken.
und zu dem vergleich zu anderen sportarten: da gibs auch nix geschenkt. beim basketball hat auch der beste spieler meist den ball in der hand, genauso beim fussball usw. beim fusi faengste auch nich aufm frisch gemaehten rasenplatz an, sondern verdienst dir erstma deine sporen auf dem ascheplatz. genauso beim bball, bis man dich aufs frisch gebohnerte parkett laesst, musste erstma auf diversen asphaltplaetzen und beckakten gummiboeden deine haut lassen.
und ja, jeder mensch istn egoist, da kommta leider nich drumrum.
gruß, rainer
23. Juni 2010 um 5:14 Uhr #114698
T.R.Gast*** bye ***
23. Juni 2010 um 9:20 Uhr #114702
n400GastDas beschriebene agressive Verhalten hab ich auch schon oft erlebt. Es sind auch nicht immer die Locals. Und das mit dem Umpaddeln und Reindroppen kann einem auch bei drei Leuten im Wasser passieren.
23. Juni 2010 um 11:24 Uhr #114708
Dr. SurfGasthab den eindruck, es hängt sehr vom spot und vielleicht sogar etwas vom land ab, in dem man surft. den größten brüllaffenfaktor habe ich bisher lustigerweise in eher durchschnittlich besetzten line ups in europa erlebt. vor allem auf lanzarote habe ich erlebnisse gehabt, die oft an realsatire gegrenzt haben („locals only“ schilder aufm weg zum spot, „hinweise“ auf die staubige windschutzscheibe des parkenden autos gemalt etc.). lustigerweise haben alle spanischsprechenden surfer dort ziemlich abgekackt – jedenfalls wenn man den internationalen vergleich mit line ups z.b. in australien zieht.
die besten erfahrungen habe ich bisher – man höre und staune – in kalifornien gemacht. dort sind die line ups supervoll, der level extrem hoch und die stimmung ziemlich competitive. trotzdem: jeder hält sich an die regeln und wenn einem ein supergrom, der auf der welle vorher noch 3 airials gestanden hat mal reindroppt, wird auch er sich entschuldigen. das finde ich eigentlich sehr angenehm. man muß sich also durchbeißen, um wellen abzugreifen. wenn man allerdings beim anpaddeln gute locals ausgestochen hat, freuen die sich genauso mit einem, wenn man ne gute fahrt hatte und sagen es einem auch beim zurückpaddeln ins line up. absichtlich reindroppen würde niemals einer von denen. geschenkt kriegt man aber auch nichts.
darüber hinaus habe ich den eindruck, dass es auch vom spot abhängt, an dem man surft. um inkalifornien zu bleiben: salt creek in orange county und huntington neben dem pier sind so spots an dem nur die absolut obercoolsten superdudes rauspaddeln. dementsprechend pubertär gehts dort oft zu (sneaken, rumpaddeln etc.). an anderen spots wie etwa sunset cliffs in ocean beach / san diego ist es das genaue gegenteil: die locals freuen sich über fremde gesichter im line up, unterhalten sich mit einem und freuen sich, wenn man ne gute welle hatte. außerdem überlassen sie einem freiwillig die welle, wenn man besser positioniert ist und versuchen nicht noch schnell an einem vorbeizupaddeln um sich die varfahrt zu sneaken.23. Juni 2010 um 12:32 Uhr #114710
meister-gGastwas leider kaum einer blickt:
lieber 20 leute im wasser und teilen als 10 leute und hustlen.
lieber den anderen reinrufen, dann ruft er mich rein anstatt dass 2 mal keiner die welle bekommt oder ne gefährliche situation ist.ich bin naiv? nein.
ich akzeptiere es, wenn locals nicht nur schneller sind, sondern auch wenn sie reindroppen.
aber ich akzeptiere es nicht, dass hustlen, stress, schlechte laune das lineup beherrschen.die crowds welteweil wären null problemo bei respektvollem umgang.
geht es beim surfen jetzt um sport/competition oder spass?
wenn letzteres muss man das mal mit 1000 anderen dingen vergleichen, bei denen leute anstehen wenn sie spass haben wollen. nur beim surfen steht niemand an.
also ja, leider ist es für die meisten sport/competition, auch wenn die meisten etwas anderes von sich sagen würden.sicher, auch ich hab mich unter adrenalinausstoß schon in grenzsituationen erlebt, an denen der egoismus hervorkriecht.
grundsätzlich bekomme aber auch ich ohne hustlen in der regel genug wellen. ohne longboard wäre ich da aber wohl immer wieder etwas frustrierter.23. Juni 2010 um 13:13 Uhr #114714
ElPatoGastich akzeptiere es, wenn locals nicht nur schneller sind, sondern auch wenn sie reindroppen.
aber ich akzeptiere es nicht, dass hustlen, stress, schlechte laune das lineup beherrschen.richtig, aber die Aussagen von Jan, dass die „schlechteren“ locals genauso kotzen, dass der Bessere reindroppt oder sich an ihm vorbeischleicht, stimmt auch. Ich bin meistens von 95% Spaniern umgeben, die auch i.d.R. hier aus der Region kommen, da einige noch die alten Nummernschilder haben, wo man erkennen kann woher man ist. Ich kann dies daher eigentlich nicht auf ein Revierverhalten reduzieren, sondern mehr auf den Surflevel und die Bedingungen. Je besser ich bin und je besser die Wellen, desto weniger möchte ich eine Welle an einen Noop verschenken.
1 Spot, 2 Gesichter. Sonntag hat ne super Vorhersage, dass wird ein Spass. Sonne und 3 -4 Sterne 😉
geht es beim surfen jetzt um sport/competition oder spass?
Absolut berechtigte Frage. Vor 2 Wochen hat ein älterer Herr (vlt. mitte 40, man verzeihe mir 🙂 ) mit nem SUP das Freakset erwischt, das so alle 30 min mal reinläuft. Der ganze Lineup hat gebrüllt, als er es angepaddelt hat…leider am Bottom-Turn gescheitert, aber so sollte die Stimmung immer sein. Man kann sich auch für andere freuen ohne selbst gleich das Gefühl zu haben, ich habe was verpasst oder verschenkt.
Anderes Beispiel, vielleicht ist es euch auch schon mal so ergangen. Eine Gruppe sitzt im Wasser. Eigentlich gute Peak, es gibt aber auch noch andere. Ich überlaufe die Gruppe an eine vermeintlich schlechtere Peak, um nicht so in den Crowds zu sitzten. Gehe ins Wasser, paddel raus, habe noch keine Welle genommen, da kommen 5 aus der Gruppe rübergepaddelt. Ich könnte mich auch direkt in den Channel setzten, sie würden trotzdem rüberpaddeln. Sofort hat man das Gefühl…da drüben sitzt einer, der muss wissen warum ,da ist es besser, ich darf nichts verpassen…oder nicht?
noch ein Beispiel: Warum sprinten so viele mit dem Brett den Strand entlang. Die wenigsten um sich warm zu machen. Sondern weil wir schon stoked sind bevor wir überhaupt im Wasser eine Welle genommen haben. Dabei ist es doch unwahrscheinlich dass wenn wir 5 min später ankommen, die Wellen schlechter sind. Wir sind getrieben von unserer Sucht nach immer besseren Wellen, noch einer und noch einer…Junkies eben 🙂 Die Schwierigkeit liegt darin, diese Gefühle zu kontrollieren (wenn man das will)
grundsätzlich bekomme aber auch ich ohne hustlen in der regel genug wellen. ohne longboard wäre ich da aber wohl immer wieder etwas frustrierter.
Dann kannst Du sicher perfekt Slalom fahren 😆
23. Juni 2010 um 19:17 Uhr #114744
search4wavesGastAlso ich finde nicht, dass Surfen in dem bisher beschrieben Sinn etwas mit Egoismus zu tun hat.
Bei mir hat es vielleicht insofern etwas mit Egoismus zu tun, dass meine Frau akzeptieren muss, dass für mich kein Urlaub ohne Meer mit surfbaren Wellen in Frage kommt, und ich an jedem Tag mit guten Wellen für mehrere Stunden im Wasser bin.
Aber im Wasser geht es mir nicht darum mir jede Welle unter den Nagel bzw. das Board zu reißen, sondern den Augenblick zu genießen. Wenn viele Leute im Wasser sind kriege ich eben nicht so viele Wellen ab. Ich droppe nie jemanden bewusst rein, und kriege auch keinen Tobsuchtsanfall wenn mir mal jemand reindroppt.
Den Crowds kann man ja ganz gut aus dem Weg gehen. Verblüffend einfach geht das mit einer Sonnenaufgangssession. Wunder mich immer wieder, dass ich das Meer für mindestens eine STunde für mich alleine habe, und das obwohl bei Sonnenaufgang oft die besten Bedingungen herrschen, weil es oft windstill ist. Und alleine bei dem Gedanken alleine in der Morgendämmerung in perfekte Wellen rauszupaddeln und die ersten Sonnenstrahlen im Lineup zu begrüßen bekomme ich Gänsehaut.
Dem Gedanken, dass es beim Surfen auch darum geht irgendjemand anderen zu beeindrucken kann ich auch nicht wirklich zustimmen. Wahrscheinlich weil mein Surfniveau nie gut genug sein wird, um jemanden zu beeindrucken, der wirklich gut surfen kann. Wenn man mit Freunden im Wasser ist, dann pusht man sich, aber eben in einem positiven Sinne. Das man den anderen anfeuert, wenn er ein Set anstartet, oder indem man versucht sich etwas abzuschauen und gemeinsam zu verbessern.
Was sind denn eure Ziele beim Surfen? Ich möchte einfach so gut surfen können, dass ich auch an richtig großen Tagen surfen gehen kann, ohne mich unsicher zu fühlen, und an Spots surfen kann, die sehr anspruchsvoll sind. Also sozusagen ist mein Ziel möglichst bei allen Bedingungen überall ins Wasser gehen zu können 😉
24. Juni 2010 um 0:01 Uhr #114755
Steffen29Gastsicher is es wird immer welche geben die meinen etwas für sich zu banspruchen, aber in der regel regen sie sich eine halbe stunde so auf das sie das surfen aus den augen verlieren und selbst nichts mehr gebacken bekommen.
es wird auch immer jemand geben der mal absichtlich reindropt naund dan hat er halt mehr stress mit sich selbst als ich.fakt is wer gut surfen kann bekommt auch seine wellen und wenn die locals das ein zweimal mitbekommen dann lassen sie dich auch.
was garnicht geht sind leute die ihre bords nicht festhalten und sie zu geschossen werden lassen.
da brauch sich keiner wundern wenn er(sie) eine ansage bekommt.24. Juni 2010 um 1:23 Uhr #114756
baracudaGastvielleicht schiess ich etwas über die problematik hinaus aber ist nicht jede handlung, ob jetzt beim surfen/arbeiten/leben, egoistisch?
jeder versucht sich mit seinen handlungen ein positives gefühl abzuholen.
wo sich der eine im absoluten gleichgewicht fühlt hat ein anderer ein schlechtes gewissen/schlechtes gefühl.
was für den einen arschlochverhalten ist, ist für den anderen notwendig.
der eine bekommt ne latte wenn er allein ne welle surfen kann, der andere wenn er 20 anderen zeigen kann das er besser ist.
schlussendlich bestimmen unsere echten ziele, ob sozial akzeptiert/vertretbar oder nicht, unsere handlungen und unsere gefühle belohnen uns.
auch ein erkannter fehler hilft uns zukünftig die für uns richtige entscheidung zu treffen.
schlussendlich gratuliert sich jeder selbst zu seiner weisheit.
surfen ist genauso egoistisch wie auto fahren, steuern zu hinterziehen oder der oma von nebenan die einkäufe hochzutragen.
ist aber nicht so schlimm …im weizen liegt die wahrheit. sorry.
26. Juni 2010 um 21:15 Uhr #23806
matthiasGast@search4waves
hast perfekt geschrieben!Stimme 100% überein.Würde auch nicht vom verhalten im Wasser über Egoismus sprechen,da isses wie in jeder Sportart, das es immer Leute gibt die sich nicht an die Regeln halten……. aber gegenüber „Nicht surfenden Menschen“. Was meine Frau und Freunde schon wegen mir für Ziele angeflogen sind und Stunden im Auto gesessen sind + weitere Stunden am Strand gewartet bis ich mir meinen „Schuß“ abgeholt habe, morgens Wellencheck, Nachts nochmal raus den Forecast im Netz checken………Ein Trip beendet, gleich den nächsten Planen und die Kohle dafür immer zusammen bekommen indem man woanders spart usw. Auf der anderen Seite gilt natürlich auch „Only a surfer knows the Feeling“ und wer nie eine Welle gefahren ist kann leider nicht nachvollziehen warum wir uns das,als nicht direkt am Meer lebende Surfer, immer wieder geben.
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