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  • Dieses Thema hat 37 Antworten sowie 2 Teilnehmer und wurde zuletzt vor 14 Jahren, 8 Monaten von peterlee aktualisiert.
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  • 29. November 2011 um 17:34 Uhr #127371
    BAZ
    Gast

    „nicht gentoxisch“ sollte wohl nicht krebserrgend bedeuten. Allerdings beruht das ja auf Ergebnissen, die in irgendwelchen Standardtests mit Bakterien (oder so, genau weiss ich das auch nicht) gemacht wurden und nicht auf Langzeitstudien am Menschen oder anderen höheren Lebewesen. Also ein Restrisiko bleibt. Sollte aber auf alle Fälle gesünder als das herkömmliche Harz sein.

    Wirds richtig hart?
    Ja, soweit ich das beurteilen kann wird es das. Ich habe ein ca. 10*10 cm großes EPS Stück mit 2 Lagen 160g/m2 geglast und ca ne stunde an einem sonnigen Tag rausgepackt. Da ist das ganze auf jeden Fall schön hart geworden. Obs jetzt vielleicht ein wenig weicher ist als das herkömmliche Epoxid, kann ich nicht genau sagen, weil ich kein Vergleichsstück mit dem normalen Harz gemacht hab, aber es fühlt sich meiner Meinung nach so an, als ob das auch auf größeren Flächen stabil sein sollte. Schleifen hab ich an ner ganz kleinen Stelle getestet und es ging…
    Aber wie gesagt, wenn ich mit dem Brett weiter komme, werde ich berichten wie es sich im Großen verhält.

    Das mit allergen oder nicht hatte mich interessiert, weil ich bis jetzt der Meinung war, dass es die Funtionelle Gruppe (halt das Epoxid) ist, die für Toxizität und Allergie verantwortlich ist und die ist ja unabhängig um welches Epoxid es sich handelt immer die gleiche. Deshalb war/bin ich als Chemiker auch ein wenig skeptisch, ob das mit nicht toxisch usw. stimmt und ob das durch einen Test an dir bestätigt werden konnte ist. 🙂

    30. November 2011 um 10:21 Uhr #127388
    Dudedude
    Gast

    na das hört sich doch positiv an.
    ich werd auf jeden fall versuchen, mir das für mein nächstes board zu regeln!
    wie sehr und wie schnell es vergilbt würde mich allerdings auch interessieren, ich hatte nämlich mal ein harz, das nach 2 monaten dunkelgelb war.

    30. November 2011 um 11:23 Uhr #127389
    kwaizn
    Gast

    bei grizzly habe ich gedacht das das harz eigentlich nichts mit den epoxydharz ansich zu tun hat.. komisch natürlich das es so heist. es soll ja nur leinöl und halt citronensäure als härter drin sein…. kann das überhaupt sein. was sagt der chemiker dazu??

    1. Dezember 2011 um 1:52 Uhr #127414
    BAZ
    Gast

    Zum vergilben kann ich nichts sagen. Muss man halt mal testen. Ich hab heute mal das Teststück nach draussen gepackt, wenns innerhalb der nächsten Zeit vergilbt, sag ich bescheid.

    Zum Thema Epoxid aus der Sicht des Chemikers:

    Ein Epoxid hat eine bestimmte funktionelle Gruppe. (Wers genauer wissen will: http://de.wikipedia.org/wiki/Epoxide) So wie es z.B. neben dem normalen Trinkalkohol noch andere Alkohole, wie z.B. Methanol oder Propanol, gibt, die gemeinsam haben, dass sie die gleiche funktionelle Gruppe haben und deshalb im Großen und Ganzen auch ähnliche chemische Eigenschaften besitzen, gibt es auch viele verschiedene Epoxide.
    Im Prinzip kann man aus jeder Verbindung in der eine Doppelbindung vorkommt, ein Epoxid Herstellen.

    Epoxidharz/Härter allgemein:
    Wenn man einen Kunststoff machen will, braucht man mehrere Epoxidgruppen oder andere funktionelle Gruppen im gleichen Molekül (Harz), damit man mehrere „Andockstellen“ hat, über die man viele Moleküle miteinander Vernetzen kann. In der Härterkomponente gibt es auch wieder mehrere Andockstellen. Gibt man die beiden zusammen, reagieren sie miteinander und das ganze wird fest. Es gibt ein „Riesenmolekül“ was vereinfacht so aussieht:

    Harz-Härter-Harz-Härter-Harz-Härter…

    spezielles Beispiel Leinölepoxid:
    Leinöl besteht aus hoch ungesättigten Fettsäuren, das heißt es sind viele Doppelbindungen vorhanden. Die Doppelbindungen kann man in ein Epoxid umwandeln und damit die Reaktivität von dem Ganzen steigern. Also es stimmt nicht, dass das Grizzlyharz (oder auch andere Leinölepoxide) reines Leinöl ist, sondern das ganze wurde noch chemisch bearbeitet. Wenn das nicht so wäre, wäre es kein Epoxid.
    Das selbe gilt für gewöhnlich auch für die Härterkomponente. Beim Grizzlyzeug ist die anscheinend aus Zitronensäure (Zitronensäure ist eine organische Säure in der mehrere Säurefunktionen vorhanden sind). Auch da wurde (wahrscheinlich) nochmal Hand angelegt um die Reaktivität und damit die Aushärtung zu verbessern. Bei dem Harz, was ich habe ist die Härterkomponente aus Säureanhydriden. Kannst ja mal auf die Packung gucken, steht da zufällig was von Zitronensäureanhydrid?

    Also wenn der Hersteller behauptet, dass es reines Leinöl und reine Zitronensäure ist, ist das recht sicher nicht richtig.

    Ich bin trotzdem der Meinung, dass ein Laminierharz auf Basis von Leinöl im Prinzip eine gute Sache ist, auch wenn es nicht das reine Naturprodukt ist.
    Hier mal die Vorteile aus meiner Sicht:
    – Stichwort Resourcen schonen. Leinölepoxid/Härter sind auf Basis von nachwachsenden Rohstoffen hergestellt, herkömmliches Epoxidharz auf Basis von Erdöl.
    – Leinölepoxide sind in der Regel Biologisch abbaubar, weil sie noch relativ nahe am Naturprodukt sind und sich irgendwelche Bakterien finden, die das Ganze zersetzen können. Herkömmliches Epoxid oder Polyesterharz ist quasi unverrottbar. Wenn also das Surfboard kaputt geht schwimmen die Reste nur für die nächsten 10-20 Jahre rum und nicht die nächsten 100-1000 Jahre.
    – und natürlich für uns Bastler auch nicht unwichtig: die Giftigkeit.
    Grade die Härterkomponente, die bei herkömmlichen Epoxiden ja verhältnismäßig ungesund ist, ist bei den Leinölepoxiden quasi ungiftig. Zitronensäure bzw. Zitronensäureanhydrid z.B. ist vielleicht leicht ätzend und reizt daher die Haut, aber man muss sich sicher keine Gedanken um Krebs oder andere Späße machen.
    Bei der Harzkomponente soll es ja auch so sein, dass sie ungiftig ist. (Wie schon vorher gesagt, da bin ich persönlich skeptisch, weil die Epoxidgruppe halt relativ reaktiv ist und deshalb theoretisch auch im Körper reagieren kann, wenn denn irgendwie aufgenommen wird. Aber das ist reine Spekulation meinerseits)

    So ich denke das reicht fürs erste. Ich finde, dass die ganze Geschichte ein echt interessantes Thema ist und bin deshalb vielleicht ein wenig zu ausführlich geworden… Ich hoffe ich hab euch nicht zu sehr gelangweilt. 😆

    1. Dezember 2011 um 9:32 Uhr #127416
    starter
    Gast

    Nee, gar nicht zu ausführlich! Vielen Dank für die Erläuterung, jetzt kann ich mir wenigstens ein grobes Bild von der Funktionsweise machen. So langsam bekomme ich auch Lust, mal ein Brett zu basteln….

    2. Dezember 2011 um 12:11 Uhr #127438
    Dudedude
    Gast

    BAZ, vielen dank für deine mühe! daumen hoch!

    2. Dezember 2011 um 13:10 Uhr #127440
    peterlee
    Gast

    @ BAZ: danke für den informativen beitrag!

    Ich arbeite und experimentiere immer wieder mit Massivholz- und Hohlsurfboards und suche schon lange ein reines, natürliches Versiegelungsharz sowie Hartöle. Ich habe auch mit einigen Profis gesprochen sowie mit den Leuten von Le Tonkinois (das einzige, wahre Versiegelungsöl 100 % natürlich) 100 % Natur heißt aber grundsätzlich nciht unschädlich, weil giftige Pflanzen beispielsweise, sind auch natürlich, aber dennoch tödlich).

    Jeder Profi hat mir versichert, dass es derzeit keine Harzvarianten (künstlich oder natürlich) gibt, die keine Giftstoffe enthalten. Das gilt vor allem für die Härter. Es gibt auch kein zu 100 % ökologisch hergestelltes Surfboard, egal was alle schreiben. Ich nenne jetzt keine Eco Surfboardhersteller. Einzige Ausnahme sind Alaias und Vollholzboards mit Hartöl versiegelt!

    Jedes Surfboard ist von Grund auf ein Drecksprodukt 🙄 und wenn ein Teil bricht und ins Meer gelangt, kann man den Surfer als schweren Umweltverschmutzer bezeichnen. Ist leider so.

    Gruß

    PS: Entwickle gerade eine Möglichkeit, ein rein ökologische Holzboards zu bauen, das nur mit Hartöl versiegelt wird. Konstruktion mit Hohlkammern ausgehölt. Das letzte Board in Spanien getestet, hat Wasser gezogen, war aber ein Hollow Wooden. Die bau ich nimmer, weil das mehr mit Schiffbau zu tun hat und weniger mit shapen.

    2. Dezember 2011 um 18:46 Uhr #29036
    Dudedude
    Gast

    das ist ein edles vorhaben aber es geht hier garnicht darum ein komplett natürliches board zu bauen… es soll einfach nicht übergiftig sein wie Polyharz es ist und soll uns gesund lassen.

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