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  • #315170
    fatum
    Surfer

    Surfer schienen für die Bewohner von Peniche, Ferrel und Consolacao ein Bombengeschäft zu garantieren. Die Surfer, die kommen immer. Hieß es. Drei Wochen Corona-Virus haben alles geändert.

    “Katastrophe – wir haben hier schließlich nur Tourismus”, sagt Andre. Seine kleine Appartement-Anlage über Lagide steht leer. Kein Mieter trotz bester Lage. Seinen Nachbarn geht es ebenso oder es hat sie schlimmer getroffen.

    Denn schon bevor Portugals Regierung die Ausgangssperre verhängte, verschwand der Surfort Peniche von der Landkarte. Am längsten hielt der große Ripcurl-Shop am Ortsteingang durch. Doch auch der ist schon seit einer Woche geschlossen. Finnen, Surfwachs, Leach – Fehlanzeige. Wer nichts hat, bekommt keinen Nachschub.

     

    Gastronomie – die gab es einmal. Die Hafenpromenade liegt abends in tiefer Dunkelheit. Ebenso die Bars am Parkplatz vor der Baleal-Halbinsel. Zu, zu, zu. Niemand weiß, wann wieder geöffnet wird.

    Geöffnet haben im Augenblick im Grunde nur noch die vier Supermärkte in Peniche. Manche öffnen erst um 9 Uhr, andere schließen bereits um 19 Uhr. Der neue Supermarkt in Ferrel gar schon um 15 Uhr. Reine Familienbetriebe, Bäcker zum Beispiel, haben schon seit Wochen geschlossen. Das einstige Einkaufsparadies ist verschwunden.

     

    Und so hat sich nach und nach die Zahl der Auslands-Touristen verringert. Keine Wohnmobile mehr bei Almagreira, Supertubos oder Consolacao. Mittlerweile ist Parken auch schlicht unmöglich. Auf den Parkplätzen in Strandnähe stehen Absperrgitter. Auch keine Zufahrt mehr zu Supertubos. Das gibt es sonst nur während des Worldcups.

    Peniches Surfer schien Corona zunächst wie ein Segen. Auf einen Schlag waren die guten alten Zeiten wieder da. Leeres Line-Up. Eiligst wurden zunächst sogar Schilder aufgestellt. Erst aus Pappe, dann aus Holz: Locals only. Respect. So sollte verhindert werden, dass die Surfer aus Porto oder Lissabon ins Wasser steigen. Dort sind bereits seit Anfang Februar die Strände gesperrt.

     

    Wobei Local ein sperriger Begriff ist. Weil seit Wochen weder ein Surfkurs stattfindet, noch ein Brett verliehen wird, sind Surflehrer und Verleiher arbeitslos. Die meisten zieht es Heim in den Schoss der Familien, um die Fixkosten zu senken.

    Ob man noch surfen darf, ist nicht ganz klar. Die GNR patrouilliert zwar. Weil deren Fahrzeuge aber nicht geländegängig sind, gibt es keine Überprüfung an den Sandstränden. Dafür ist die Policia Maritima zuständig. Richtschnur der Entscheidung: “Wer mit dem Auto kommt, ist nicht von hier und hat im Wasser nichts verloren.”

    Wird das Auto etwas abseits geparkt, ist das Surfen problemlos möglich. Im Prinzip. Porto Batel tauchen angebliche Locals mit Auto auf, die den Spot für sich reklamieren. Dass das Line-Up leer ist, spielt keine Rolle. Ebenso, dass der nächstgelegene Ort, Consolacao, nur ganze 222 Einwohner hat.

    Wie es sich nördlich von Ferrel verhält, ist unklar. Almagreira oder Belgas sind nur mit dem Auto zu erreichen. Die Zahl der Surfer ist mittlerweile aber so klein, dass eigentlich kein Kontroll-Bedarf besteht. Angler blieben dort bislang unbehelligt. Die Probe aufs Exempel gab es noch nicht – nur Nordwind. Dann läuft im Norden keine Welle.

    • Dieses Thema wurde geändert vor 2 Monaten von fatum.

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    #315172
    surfer
    Surfer

    sind die golfplätze offen ?

    surfer

    #315173
    fatum
    Surfer

    Niemanden gesehen, weder bei Consolacao noch Praia del Rey.

     

    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Monaten von fatum.
    1 Benutzer dankte dem Autor für diesen Beitrag.
    #315175
    fatum
    Surfer

    Der Golfplatz bei Consolacao ist definitiv geschlossen. Die angeschlossenen Hotels sind zu. Ebenso das Marriott Praia del Rey. Menschen-Ansammlungen sind nicht erwünscht.

    Hier mal ein Foto vom ehemaligen Groß-Parkplatz bei Baleal.

    Zur Insel kommt man noch hinüber. Parken kann man nicht mehr.

    #315176
    fatum
    Surfer

    Supertubos

    #315232
    benni
    Surfer

    es ist ne scheiß Tragödie!

    Ja wir träumen alle von den leeren Wellen, aber es fühlt sich einfach nur scheiße an wenn man bedenkt wieviele gerade kleine Betriebe da jetzt in die Pleite gehen. Von der Unterstützung des Staates wie bei uns können die Portugiesen nur träumen…

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