Startseite Surf Forum Surfcamps Liquid Surfcamp, Langre 2012

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    Anonym

    #133196

    Anonym

    Ich habe mir lange überlegt, ob ich überhaupt meine Erfahrungen über das Surfcamp teilen soll. Gerade angesichts der vergangenen Diskussionen und Streiteren und der Tatsache dass ich mich erst vor kurzem angemeldet habe. Ich lese hier aber schon mehrere Jahre mit, hatte auch schon einen anderen User, der aber mit dem Umzug aufs neue Layout irgendwie verloren gegangen ist, weil ich nicht mehr weiss mit welcher Emailadresse ich mich angemeldet habe etc…ist aber auch egal. Wichtig ist, dass ich mich nicht extra angemeldet habe um irgendjemand zu flamen. Ich möchte hier nur versuchen, meine subjektiven Erfahrungen in Worte zu fassen. Es steht jedem frei, die seinigen mit dran zu hängen und so das Bild etwas abzurunden und objektiver zu machen.

    Ich war im September 2012 für eine Woche im Surfcamp, weil zwei Freundinnen aus Deutschland unbedingt einen Surfkurs machen wollten und wir uns dann nach einigen Jahren dort wiedersehen wollten.

    Umgebung / Lage
    Das Surfcamp liegt an der Hauptstrasse von Langre, einem wirklich sehr kleinen und verschlafenen Dorf. In unmittelbarer Nähe liegen 2 Spots (Loredo (Somo) und Langre) die zu Fuss schätzungsweise in 15 – 20 min zu erreichen sind. Kleinere Geschäfte (Tante Emma, Metzger) sind ebenfalls in ca. 10 min Fussmarsch zu erreichen. Abends ist in Langre und Loredo wenig bis überhaupt nichts los. Eine schöne, landschaftlich wirklich idyllische und bäuerliche Umgebung.

    Surfcamp
    Die Zimmer waren nach spanischen Standard sauber und gemütlich eingerichtet. Im Hof gibt es Tische mit Stühlen und eine überdachte Lounge im Freien mit Sofas. Hinter dem Camp ist ein Sportplatz wo man sich auch mit diversen Ballsportarten austoben kann. Zusätzlich kann noch Longboarden (Skate) oder auch ein Fahrrad mieten. Gerade weil in Langre abends nichts los ist, ist der Dreh und Angelpunkt im Camp eine Bar mit Barkeeper und Musik wo man sich alle nur erdenklichen Getränke kaufen kann (Bier, Wein, Cocktails etc.) Eben wie in einer richtigen Bar, das Preisniveau war einer komerziellen Bar in Nordspanien angepasst. Aber ohne die Bar wäre es wahrscheinlich abends nicht halb so lustig oder die Leute würden sich schnell auf ihre Zimmer verziehen. So gab es abends immer Stimmung und das eine oder andere lustige Fest.

    Surfkurs
    Grundsätzlich gab es meistens morgens Theorie, einmal wurde die Surfboardkunde auch vom deutschen Shaper Stefan (kuntiqui, Balsaboards) durchgeführt, der seine Werkstatt nur ein paar 100m weiter hat. Das war super interessant und auch mal etwas anderes als die Theoriestunden die ich vorher hatte.

    Im Intermediate Kurs bestand aus ca. 8 Personen und es gab eigentlich durchweg keinen Anlass zur Klage. Die Surflehrer waren motiviert und gut ausgebildet mit einem guten Auge wo man Fehler macht und etwas verbessern kann.

    Anders sah es da im Beginner Kurs aus. Insgesamt gab es 2 Beginnerkurse mit ca 9 Schülern, die aber am 2. Tag zusammengelegt wurden, mit der Begründung, dass ein Surflehrer immer am Strand sein müsste um die Gruppe zu überwachen und der andere dann mit ins Wasser kann. Fakt war aber dass zu 95% immer alle Surflehrer am Strand standen und die Gruppe beobachtet haben. Es gab keine umfassende Einweisung und auf Fehler der Schüler wurde kaum reagiert. So ist es passiert, dass 3 Schüler die ersten 2 Tage direkt versucht haben grüne Wellen anzupaddeln, weil ihnen niemand gesagt hat, dass man erst im Weisswasser anfängt. Ausser Waschgängen erstmal nicht gelernt. Über die Schüler die im Lernfortschritt etwas hinterher waren, wurde dazu noch schlecht und abfällig vor anderen Schülern geredet. OT:” Jetzt musste ich wegen der ins Wasser, damit die es endlich auch kapiert hat”. Generell hatte es den Eindruck, dass die Schüler mehr genervt haben, als dass sie willkommene Gäste waren. Auf Fragen “Ist heute mit Strömung zu rechnen?” kam die Antwort “Woher soll ich das wissen, ich war ja heute noch nicht drin.”. Auch wurde selten um etwas gebeten sondern immer gleich genervt reagiert. Anstatt die Schüler zum einsteigen in den Bus aufzufordern wurde lieber wie wild auf der Hupe herumgedrückt und aus dem Auto geschriehen.

    Ausserdem wurde an jedem Tag, unabhängig von Swell und Gezeiten, nur Langre angefahren. Teilweise kam heftigster Swell rein, mit einem heftigen Shorebreak bei Ebbe und trotzdem wurde der Spot nicht gewechselt, obwohl in unmittelbarer Nähe auch geeignetere Spots vorhanden sind. Bei Flut sind die Weisswasserwellen direkt über freigespülten Steinen gebrochen, was für einige Mädels schmerzhaft endete. Dass an einem Tag nur noch 5 von 18 ins Wasser wollte, war den Surflehrern nicht einmal eine Nachfrage wert. Man hat es so hingenommen und es hat nicht interessiert.
    Die Frage warum man nicht woanders hin fährt wurde mit “weil das unser Strand hier ist” beantwortet. Seltsamerweise ist das Team vor dem Kurs bei gutem Swell nach Somo gefahren.
    Negativ fande ich auch, dass man morgens 11- 12 Uhr nach Langre gefahren und wurde und dann erst wieder abends um 17 Uhr zurück. Am Strand selbst gibt es keine Duschen, Toiletten, Schatten und nur ab und zu einen Eiswagen. Loredo dagegen hat Duschen, Toiletten und Bars und ist genauso weit entfernt vom Camp.

    Generell hatte man den Eindruck, dass bis auf das Team vom Intermediate die Surflehrer ziemlich abgehoben waren und Null Bock hatten. Die Nachbesprechung der Beginner war nur allgemein gehalten. “Der eine Teil von euch macht es ja schon ganz gut, der andere muss noch mehr auf Körperspannung achten”. Nur wusste keiner wer jetzt zur einen Gruppe und wer zu anderen gehörte. Die Surflehrer wahrscheinlich auch nicht denn bei 18 Schülern sehen irgendwie vom Strand alle gleich aus.

    An einem Abend hat ein Surflehrer vor versammelter Mannschaft geprahlt, dass er eine Livesaver Ausbildung aus dem Ausland hat und Griffe kennt mit denen man einen in Panik geratenen Menschen wieder unter Wasser drückt um sich selbst zu schützen. OT “das wende ich auch bei den Locals an und wenn sie danach nicht genug haben, dann haue ich ihnen eins in die Fresse. Gestern bin ich wieder draussen gewesen und habs ihnen gezeigt. Da haben die gleich gemerkt, dass bei mir nichts zu holen ist”.
    Ich musste danach aufstehen und gehen, weil ich mich fremdgeschämt habe und bei solchen Äußerungen wundere ich mich auch nicht mehr über das Bild der deutschen Surfer im Ausland oder dass sich Marlon Lipkes abfällig über diese äußern und bei jeder Gelegenheit betonen, dass sie nur unter Sponsorengesichtspunkten für Deutschland surfen.

    Sicherlich mag dies vielleicht auch daran gelegen haben, dass man gegen Ende der Saison angelangt ist und sicherlich jede Woche die gleichen Noobs auf dem Brett hatte. Auch muss man nochmal wiederholen, dass der Intermediate-Kurs echt super war…nur im Beginner ging so ziemlich alles schief. Man kann nur hoffen, dass in der nächsten Saison motivierte Surflehrer im Camp arbeiten.

    Ich für meinen Teil, obwohl Intermediate, sollte es ein nächstes Mal geben, werde wieder in ein anderes Surfcamp gehen oder auf den Kanaren bleiben 🙂 Hier ist es auch schön.

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