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- Dieses Thema hat 78 Antworten sowie 2 Teilnehmer und wurde zuletzt vor vor 19 Jahren, 9 Monaten von
Mike aktualisiert.
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5. Juli 2006 um 20:03 Uhr #65120
TomGastmensch Leude, dat war 3 Wochen lang die beste Unterhaltung seit langem. Gab´ auch nix annähernd gutes im Fernsehen (bis auf den Bericht über die O-neill Highland open auf Eurosport).
Ohne die WM hätte ich diese elendige Flatnessperiode noch schlechter überstanden.
Jetzt noch 3 Spiele, und dann muss endlich wieder swell kommen.
Ach ja, zum Thema Patriotismus: war doch schön, dass so viele Leute gemeinsam Spaß hatten!5. Juli 2006 um 20:17 Uhr #65121
GetWetGastAch ja, zum Thema Patriotismus: war doch schön, dass so viele Leute gemeinsam Spaß hatten!
Jawoll, und das ist dabei ja nun das wichigste….auch wenn ich ebenfalls angepisst bin, aber alles was ich denke und fühle ist hier bereits mehrfach gesagt worden.
Und nun gröhlt Neptun an, dass er uns wieder Wellen bringt !!!!
5. Juli 2006 um 23:36 Uhr #65125
livelifeGast@ Tom: Es gab etwas sehr interessantes: den WCT Rip Curl Search, Somewhere in Mexico!!!
Alle WCT Contests werden live im Internet übertragen.. in den nächsten Tagen fängt der in J-Bay an ..
Also falls dir langweilig sein sollte : http://www.aspworldtour.com😉
5. Juli 2006 um 23:43 Uhr #65126
instead of celebratingGastda hab ich auch noch was für die langeweile, http://www.fantasysurfer.com/
5. Juli 2006 um 23:52 Uhr #65127
livelifeGasthier noch ein paar mehr Links:
WQS****** in SA (hat schon angefangen, Marlon Lipke ist noch dabei!):
http://www.mrpricepro.com/video.aspWCT in SA (J-Bay, beginnt am 12. Juli):
http://www.billabongpro.com/jbay06/ROXY JAM in Frankreich (Longboardcontest der Frauen, 3.-9. Juli):
http://www.aspworldtour.com/roxyjam/6. Juli 2006 um 9:20 Uhr #65136
TomGastrichtig, der contest in mexico war klasse!
7. Juli 2006 um 0:15 Uhr #65182
MikeGastHallo zusammen,
es tut mir leid, wenn ich das für manche jetzt wieder nach vorne hole, aber es liegt mir doch am Herzen. Ich bin sicher kein Nazi und erst recht kein Rassist, aber gerade deshalb wollte ich meine Meinung hier zu noch einmal äussern. Ich habe sicher nicht die Absicht jemanden jetzt vor den Kopf zu stoßen. Ich möchte nur anregen, dass man sich auch einmal objektiv mit dem Thema auseinandersetzt und für sich selber eine Entscheidung an Hand von plausiblen Gründen bilden kann.
Das meines Erachtens wertneutralste und wichtigste was bisher genannt wurde:
Also erst einmal „Patriotismus“ bzw. noch schlimmer „nationalstolz“ ist ein inhaltsleerer Begriff, daher macht per Definition keinen Sinn patriotisch zu sein.
Patriotismus (von lat. patria, Vaterland, bzw. von gr. patrios, von einem Vater stammend), auch Vaterlandsliebe genannt, ist eine Haltung, die eine emotionale Verbundenheit mit der eigenen Nation auf Grund ethnischer, politischer bzw. kultureller Merkmale beschreibt. – wikipedia
Was ist daran inhaltsleer? Ich finde das ist eine sehr konkrete Definition die sich auch in seiner vollen Gesamtheit auf unseren deutschen neu-gewonnnen Patriotismus übertragen lässt.
Der Kulturprozess ist ein eigenständiger und unabhängig von einem Nationenbegriff. Kultur gab es schon vor dem Nationalstaat
Kultur ist also der einzige Grund stolz auf sein Land zu sein? Was soll das hier?
Wofür ein Land lieben? Für Demokratie oder Börsendiktatur? Freiheit oder ausgegrenzte Flüchtlingslager? 1848 oder 1933? Weißwurst oder Döner?
Viele Gründe, hier 2 schöne genannt, die mir in einem Internet Forum begegnet sind:
Weil [Deutschland] es geschafft hat, vom aggressiven Mörderstaat glaubhaft zu einem friedliebenden Integratiosstaat zu werden. Ich bin stolz darauf, dass es heute für einen Deutschen einfach undenkbar geworden ist, eine Waffe auf einen „äußeren Feind“ zu richten. Ich bin stolz darauf, dass wir heute von Freunden umgeben sind.
Weil es jedem mehr als eine Chance gibt, sein leben noch mal auf die Reihe zu bekommen. Es gibt überall Beratungsdienste, Therapieangebote, Nachhilfeschulen, die entweder kostenlos sind oder von einer Sozialversicherung übernommen werden. Jeder kann zu jeder Zeit sein Leben in jede neue Richtung lenken.
tätliche Übergriffe gegenüber anderen Fans „normal“.
Natürlich sind diese absolut nicht normal und werden auch entsprechend verurteilt – was soll denn diese Unterstellung? Wenn es normal wäre würde nicht jedes Mal ein Aufschrei der Empörung durch unsere Gesellschaft gehen.
..also so ne rassistische Scheiße hier zu lesen haut mich ganz schön um…
Das was hier im Forum genannt wurde, hat wohl nur nebensächlich etwas mit Rassismus zu tun. Hier geht es wie ihr schon sagt um ein Spiel, um Fußball. Natürlich ist man enttäuscht und will das zum Ausdruck bringen. In der Psychologie spricht man hier von Projektion eigener Schwächen, also dem Verlieren, auf die fremde Gruppe (in unserem Fall die Italiener) als Mittel zur Bewältigung negativer Gefühlszustände. Aber das ist noch lange kein Rassismus. Wenn wir ein Fußballspiel nicht mit einer Beerdigung gleichsetzen sollen, dürfen wir doch auch verlangen einen projizierten Ausdruck des Missfallens wie „Inselaffen“ nicht mit Rassismus zu vergleichen.
Berechtigte und auch sinnvolle Fragen finde ich dann die von:
Wo da der Stolz reinkommt ist mir schleierhaft! Warum verändert eine Sportveranstaltung Eure Sicht auf Deutschland?
Oder
braucht man dieses pseudo- Zusammengehörigkeitsgefühl? ist doch alles Show
Ja, warum brauchen wir ein solch ein Fußballerlebnis um plötzlich Flagge zu zeigen und für sein Land zu stehen? Natürlich ist viel schief gelaufen in unserem Land, aber wir haben unsere Fehler eingestanden und bemühen uns noch heute so gut es geht um Wiedergutmachung. Kein anderes Land hat sich so offen zu seinen Fehlern bekannt und versucht so aufrichtig diese für alle Zeiten zu vermeiden.
Andere Länder haben existentiellere Probleme als wir und können sich trotzdem an sich selbst und ihren Besonderheiten freuen“
In diesem Sinne,
Mike7. Juli 2006 um 1:11 Uhr #65183
LizzieGastAlso ersteinmal ne kurze Antwort, habe grade nicht so viel zeit:
Weil [Deutschland] es geschafft hat, vom aggressiven Mörderstaat glaubhaft zu einem friedliebenden Integratiosstaat zu werden
Friedliebender Integrationsstaat? Schon mal was von den ganzen Abschiedeknästen auf deutschen Gebiet gehört? Das ist staatlicher Rassismus in Reinform. Und auch die sogenannten No-Go-Areas sind leider keine Presseerfindung sondern traurige Realität.
Aber mein Hauptpunkt ist:
Alle Attribute für die ich ein Land lieben könnte bzw. stolz auf es sein könnte, sind vollkommen willkürlich! Wie gesagt, wie will man definieren was Deutschland ist? Du kannst sagen: Demokratie, Freiheit und Goethe. Ich kann sagen Ausgrenzung, Einschränkun, Ausbeutung und Weißwurst. Und wo ist nun die Schnittmenge? Was ist Deutschland? Für mich nur ein Verwaltungsapparat der mir zuweilen sehr auf die Nerven fällt.Ja, warum brauchen wir ein solch ein Fußballerlebnis um plötzlich Flagge zu zeigen und für sein Land zu stehen?
ich steh nicht für ein land ein, warum sollte ich? Bitte nenn mir nur einen RATIONALEN Grund!
emotionale Verbundenheit mit der eigenen Nation auf Grund ethnischer, politischer bzw. kultureller Merkmale beschreibt.
– zu kulturellen Merkmalen habe ich bereits geschrieben; hat nicht bedingter Weise etwas mit Nation zu tun. Und selbst wenn du es auf die Nation beziehst, was ist „deutsche kultur“? Goethe oder Weißwurst…vollkommen willkürlich und austauschbar…
– Polititische Merkmale gibt es in Deutschland von ganz links bis ganz rechts das ganze Spektrum. Damit soll ich mich identifizieren? Wie nur…
– ethnischer Merkmale: dieser Punkt wird sehr kontrovers betrachtet. Ethnien sind auch nicht wirklich fest definierbar. Meistens wird dieser Begriff auch nur zur Ausgrenzung von Gruppen gegenüber anderen Gruppen anhand von willkürlichen Attributen benutzt.Also warum sprichst du die ganze Zeit von „wir“? Nimm mal nur als Beispiel uns beide, wir sind wahrscheinlich beide sehr, sehr verschieden. Und warum „wir“ uns abgrenzen gegenüber den „anderen“, wenn ich vielleich mit „denen“ mehr gemeinsam habe als mit „dir“?
…Hoffe man kann ein sich ein wenig Struktur in diesen Text hereindenken…ist bereits spät 😀
7. Juli 2006 um 1:25 Uhr #65184
LizzieGastDas was hier im Forum genannt wurde, hat wohl nur nebensächlich etwas mit Rassismus zu tun. Hier geht es wie ihr schon sagt um ein Spiel, um Fußball. Natürlich ist man enttäuscht und will das zum Ausdruck bringen. In der Psychologie spricht man hier von Projektion eigener Schwächen, also dem Verlieren, auf die fremde Gruppe (in unserem Fall die Italiener) als Mittel zur Bewältigung negativer Gefühlszustände.
Rassismus beinhaltet Vorurteile und/oder Diskriminierung aufgrund von Unterscheidungen (wir-die). Das du hier versuchst die oben genannten Ausdrücke mit Psychologie zu rechtfertigen ist etwas daneben. Rassismus beruht fast immer auf Psychologie und der von dir genannten Projektion eigener Schwächen auf eine fremde Gruppe. Grade das ist Rassismus!
Wenn wir ein Fußballspiel nicht mit einer Beerdigung gleichsetzen sollen, dürfen wir doch auch verlangen einen projizierten Ausdruck des Missfallens wie „Inselaffen“ nicht mit Rassismus zu vergleichen.
Sorry aber dieser Satz hat für mich keinen logischen Zusammenhang.
7. Juli 2006 um 1:45 Uhr #65187
LizzieGastMensch ich werd ja noch richtig zum spammer hier, aber das thema liegt mir echt am herzen…
Vielleicht noch kleine Anmerkung an alle Deutschland-gar-nicht-so-schlecht-finder bis zum neuen Hurra-Patrioten:
Vielleicht kann man mit etwas gutem Willen zu der Einsicht gelangen, in den Deutschland laufe alles ja gar nicht so schlecht und wir sind ja gar nicht so böse. Im Zeitalter der neoliberalen Globalisierung haben wir nur viele unserer aktuellen Probleme schön in andere Teile der Welt verschoben, wo sie sich grade in exponentiellem Maße akumulieren. Unser Handeln hier hat als direkte kausale Folgerung das Leid von Millionen Menschen in der sogenannten 3. Welt zu Tage gebracht. Nur kann man das halt leicht aus seinem Alltag hier in Deutschland ausblenden. Noch ist das möglich…fragt sich wie lange!7. Juli 2006 um 1:46 Uhr #65188
DaveGastDer einzige Grund stolz (hier: auf sein Land) zu sein?
Beim derzeitigen Stand der Dinge ist es nicht angebracht, auch nur auf irgend etwas auf diesem Planeten stolz zu sein… für niemanden und nirgendwo. Wir bleiben weit hinter unseren Möglichkeiten als Spezies zurück. Stolz auf Deutschland, Europa oder humanitäre Hilfe LOL 👿 BS.
Das Wenige, was wir tun, ist ZU wenig.7. Juli 2006 um 8:56 Uhr #65192
MolliGastAlso ich sehe das etwas anders!
Ich bin froh und glücklich in Deutschland leben zu dürfen.
Natürlich ist hier nicht alles toll. Aber ich finde es super, dass jeder, wirklich jeder, z.bB. seine Meinung äußern darf.
Ich finde gut, dass der Staat hilfsbedürtige Menschen unterstützt. Natürlich gibt es überall Arschlöcher, die dass ausnutzen. Sollte man deshalb den Sozialstaat abschaffen?
Das wenige was wir tun ist zu wenig.
==> Sehe ich auch so!
Damit gebe ich mich auch nicht zufrieden!
Aber besser zu wenig als überhaupt nichts.Ein verwandter Philosoph hat meiner Freundin die Dinge so, für mich einleuchtend und simpel, erklärt:
Patriotismus ist die Liebe zum Vaterland.
Nationalismus ist der Hass auf die Anderen.
Ich finde das trifft die Sache gut.
7. Juli 2006 um 10:34 Uhr #65193
shakin_rogaGastWarum ich die vielen Flaggen und das neu Wir-Gefühl wirklich gut finde, ist dass es sich eben nicht auf die Deutschen als Nation beschränkt sondern (fast) alle im Land lebende Menschen umfasst. Habe mich in letzter Zeit viel mit ausländischen Taxifahren unterhalten und die haben alle gesagt, dass sie klar für Deutschland halten und sich für Deutschland freuen. Identifikation hängt eben sehr stark vom Lebenshintergrund uab nd nicht allein am Pass und auch von Kultur. Dabei ist es völlig egal was ich jetzt als Kultur definiere. Ein Taxifahrer hat mir erklärt was er an Deutschland vermisst, wenn er länger in der Türkei ist: Kneipen, Freunde und Deutsches Brot. Für jemand anderen sind es andere Dinge aber in Summe sind es oft viele ähnliche Dinge nur in unterschiedlicher Priorität. Finde wichtig diese Dinge eher im Kontext des „kleinsten gemeinsamen Vielfachen“ zu sehen und nicht auf den „größten gemeinsamen Nenner“ zu reduzieren.
Dann falle ich als Münchner selbst beim Thema Weißwurst raus, weil ich kein Fleisch esse.
7. Juli 2006 um 11:17 Uhr #65196
Der MüllerGastfinde ehrlich gesagt diese ganzen wm-songs von xavier naidoo,über herbert grönemayer bis hin zu den schrecklichen sportfreunden zum kotzen. niemals würde roots
wobei die letzteren ja schon mal gesungen haben: „lass und wellenreiten gehn“ 😀
7. Juli 2006 um 13:17 Uhr #65202
SlopsterGastMike, erstmal Respekt, dass Du Dich inhaltlich mit dem von einigen geschriebenem auseinandersetzt und hier nicht mit „macht Euch locker“ oder WCT Mexico kommst!
Zum Patriotismus gehört also emotionale Verbundenheit mit der eigenen Nation auf Grund ethnischer Merkmale, das steht ja wohl in krassem Widerspruch zu dem angeblich existierenden Integrationsstaat.
Dürfte mittlerweile Leute mit deutschem Pass aus jeder Ethnie geben. Also echt Verbundenheit auf Grund ethnischer Merkmale ist das armseligste wo gibt. Deshalb kann ich auch ganz gut nachvollziehen was Roger sagt. Hat mich auch total gefreut Deutsche,Türken und Araber zusammen feiern zu sehen. Ma gucken allerdings, was davon wirklich bleibt, denn die Vorbehalte, die viele Deutsche gegenüber Leuten mit anderer Herkunft oder anderer Religion(lies Moslems) haben, sind wahrscheinlich nicht auf einmal weg.Kein anderes Land hat sich so offen zu seinen Fehlern bekannt und versucht so aufrichtig diese
für alle Zeiten zu vermeiden.Ich fand z.B. die Empörung, die gezeigt wurde als vor der WM über No-go Areas gesprochen wurde, nicht so aufrichtig sondern heftigst zum Kotzen, weil es wieder nur darum ging, dass unser Ruf im Ausland beschädigt werden könnte.
Vielleicht noch kleine Anmerkung an alle Deutschland-gar-nicht-so-schlecht-finder bis zum neuen Hurra-Patrioten:
Vielleicht kann man mit etwas gutem Willen zu der Einsicht gelangen, in den Deutschland laufe alles ja gar nicht so schlecht und wir sind ja gar nicht so böse. Im Zeitalter der neoliberalen Globalisierung haben wir nur viele unserer aktuellen Probleme schön in andere Teile der Welt verschoben, wo sie sich grade in exponentiellem Maße akumulieren. Unser Handeln hier hat als direkte kausale Folgerung das Leid von Millionen Menschen in der sogenannten 3. Welt zu Tage gebracht. Nur kann man das halt leicht aus seinem Alltag hier in Deutschland ausblenden. Noch ist das möglich…fragt sich wie lange!Wow Lizzie,Newsflash, da haste mir jetzt krass die Augen geöffnet, hab‘ ich echt noch nicht gewusst und was haste für Strategien ausser schön studieren, bischen quatschen und Dich in 10 Jahren nahtlos in die Elite einzufügen? Naja, trotzdem gute Demontage des Begriffs Nationalstolz !
So, jetzt noch ma was in eigener Sache, ich bin Berliner und damit Preusse, ich hab keine Gemeinsamkeiten mit schmierigen Sachsen 😯 😀 …ne Quatsch, Dave was Du gesagt hast, find ich sehr richtig und vor allem das hier spricht mir aus der Seele :
Wir bleiben weit hinter unseren Möglichkeiten als Spezies zurück
das ist leider so
7. Juli 2006 um 15:06 Uhr #65205
LizzieGastWow Lizzie,Newsflash, da haste mir jetzt krass die Augen geöffnet, hab‘ ich echt noch nicht gewusst und was haste für Strategien ausser schön studieren, bischen quatschen und Dich in 10 Jahren nahtlos in die Elite einzufügen? Naja, trotzdem gute Demontage des Begriffs Nationalstolz !
Stragegien müssen wohl gemeinsam im gesellschaftlichen Kontext gefunden werden. Eine „kleine“ Strategie für den Anfang: Den Nationalstolz demontieren! Denn grade der Nationalstolz schafft Grundlage für eine Abgrenzung gegenüber dem anderen. Wenn es jedoch keine Abgrenzung gibt, gibt es auch keine Rechtfertigung mehr, warum es „uns“ Deutschen besser gehen sollte als der Bevölkerung in der dritten Welt. Folglich ist es quasi als ein grundstein einer gerechten globalen Verteilung zu sehen.
gruß lizzie
PS: Die Zeiten, in denen ein Studium einen zur gesellschaftlichen Elite macht sind wohl schon eine Weile vorbei. Die Präkarisierung betrifft auch Hochschulabsolventen…7. Juli 2006 um 15:57 Uhr #65209
SlopsterGastokay, ist auf jeden Fall ein Anfang, war auch ne ersntgemeinte Frage, weil ich bin echt ein bischen ratlos…Ich glaub zwar, dass die globalen Ausbeutungs- und Unterdrückungsmechanismen auch ohne Nationalstolz funktionieren, denn mit oder ohne Nationalstolz jeder ist sich doch selbst der Nächste!!! Rassismus-Demontage wär allerdings auch sehr erforderlich!
Mit der Elite war etwas provokant formuliert, aber kenn ich zur Genüge sowas…
Präkawtf kenn ich nicht, hab ich jetzt auch keinen Bock nachzugucken, wenn man was vermitteln will, muss man sich so ausdrücken, dass es auch Leute wie ich verstehen, war schon immer ein Problem der Linken leider…
Anyway, Daumen hoch Lizzie !!7. Juli 2006 um 16:05 Uhr #65210
Dr. SurfGastStragegien müssen wohl gemeinsam im gesellschaftlichen Kontext gefunden werden. Eine „kleine“ Strategie für den Anfang: Den Nationalstolz demontieren! Denn grade der Nationalstolz schafft Grundlage für eine Abgrenzung gegenüber dem anderen. Wenn es jedoch keine Abgrenzung gibt, gibt es auch keine Rechtfertigung mehr, warum es „uns“ Deutschen besser gehen sollte als der Bevölkerung in der dritten Welt. Folglich ist es quasi als ein grundstein einer gerechten globalen Verteilung zu sehen.
Ein gesunder Nationalstolz oder anders formuliert: ein gesunder Patriotismus grenzt doch nicht unbedingt ab? Stattdessen gibt er Halt und Geborgenheit durch Zugehörigkeit zu einer Gruppe. Drückt eine gewisse Rückbesinnung auf den Nationalstaat und „altmodische“ Werte vor dem Hintergrund fortschreitender Globalisierung nicht gerade eine Sehnsucht der Menschen nach etwas Halt aus? Daher kann ich an einem gesunden, normalen Maß an Patriotismus nichts schlechtes finden. Im Gegensatz zum Nationalismus stellt dieser sich nicht über andere Nationen, sondern drückt lediglich ein gewisses Maß an Liebe für die Scholle auf der man lebt aus. Gerade die Unterschiede sind es doch, die die Welt so bunt und spannend machen. Ein gewisses Maß Nationalstolz verhindert, dass durch zuviel Einfluß von außen alles überall gleich aussieht. Das fängt schon im Kleinen an: ich vermute mal, dass es keinem von euch gefallen würde, wenn es in Frankreich plötzlich nur noch McDonalds und Burger King geben würde. Warum? Ganz einfach: weil wir mit einer gewissen Erwartungshaltung hinfahren. Mit französischem Essen verbindet nunmal jeder Baguette und Rotwein. Burger kann ich auch zuhause haben. Ist doch ein gutes Beispiel für Nationalstolz im positivem Sinne. Dass man eben nicht alles von außen unreflektiert übernimmt, sondern sich in manchen Dingen auch mal auf Kultur und Tradition besinnt. Dass es auch in Frankreich Burger gibt, zeigt doch nur, dass das eine das andere nicht ausschließt, aber auch nicht verdrängt.
Deutschland oder den Westen für das gesamte Übel der Welt verantwortlich zu machen, ist mir auch zu pauschal. Natürlich ist es mehr als zweifelhaft, wie der Westen teilweise versucht, sich seinen Zugang zu Rohstoffen zu sichern. Aber gerade da gibt es doch auch große Unterschiede zwischen den Staaten. Ein Krieg zur Sicherung des Zugangs zum Öl oder Guantanamo wäre im Deutschland des Jahres 2006 nicht mehr möglich. Wir haben gefestigte Institutionen, zwischen denen die „Checks & Balances“ noch funktionieren. Dazu ein öffentliches Gewissen, das zu Recht aufschreit, wenn von illegalen Gefangenenflügen die Rede ist. Auch die Tatsache, dass ich es jedesmal bei mir (Frankfurt / Main) in der Zeitung lese, wenn leider mal wieder ein Schwarzer von ein paar kahlrasierten Idioten in Frankfurt / Oder zusammengeschlagen wurde, zeigt doch, dass derlei Verhalten keinesfalls als normal und schulterzuckend zur Kenntnis genommen wird. Zusammengenommen genug Gründe, dieses Land gar nicht so übel zu finden. Auch wenn natürlich nicht alles perfekt ist und nie sein wird.
Ach ja, ein letztes noch: mich würde brennend interessieren, was los wäre, wenn man den demonstrierenden Studenten vorschlagen würde, dass sie ihren Lebensstil zugunsten der 3. Welt zurückschrauben müssen. Fänden die bestimmt total super und hätten voll Verständnis für. Was zeigt mir das? Forderungen werden immer an die anderen gestellt. Sobald es ans eigene Geld geht, ist sich jeder selbst der Nächste. Wenn du Nationalstolz vollkommen abschaffen möchtest, schaffst du doch nur noch mehr dieser erbärmlichen Egomanen. Wenn Patriotismus dazu führt, dass es ein Gemeinschaftsgefühl gibt, einen Konsens, Probleme zusammen anzupacken, wären wir schon mal einen ganzen Schritt weiter hier, meinst du nicht?
Amen
7. Juli 2006 um 17:14 Uhr #65218
GetWetGastUm die Stimmung hier mal wieder zu lockern….
Ein Deutscher, ein Argentinier und ein Italiener werden in Saudi-Arabien beim dort strengstens verbotenen Konsum von Alkohol erwischt.
Der Scheich lässt sie vorführen, sieht sie sich an und sagt:
„Für den Konsum von Alkohol bekommt ihr eine Strafe von 50 Peitschenhieben!
Aber da ihr Ausländer seid und von dem Verbot nichts wusstet, will ich gnädig sein.
Ihr habt vor der Strafe noch einen Wunsch frei! Fang du an, Argentinier!“
Der Argentinier: „Ich wünsche mir , dass ihr mir ein Kissen auf den Rücken bindet, bevor ihr mich auspeitscht.“
Der Wunsch wird ihm erfüllt, doch leider zerreißt das Kissen unter der Wucht der Peitschenhiebe bereits nach 25 Schlägen.
Der Italiener, der das sieht, wünscht sich, dass man ihm zwei Kissen auf den Rücken binden möge.
Gesagt, getan, doch leider reißen auch bei ihm die beiden Kissen vorzeitig.
Nun wendet sich der Scheich an den Deutschen und sagt:
„Nun, Deutscher, da ich ein großer Fußballfan bin und ihr so schön Fußball
spielt, bin ich dir besonders gnädig!
Du hast zwei Wünsche frei! Aber wähle gut!!!“
Der Deutsche: „OK, schon gewählt, als ersten Wunsch hätte ich gern 100 Peitschenhiebe statt nur 50!
“ Der Argentinier und der Italiener schauen sich kopfschüttelnd und entgeistert an.
Der Scheich sagt: “ Ich verstehe es zwar nicht – aber es sei dir die doppelte Zahl an Peitschenhieben gewährt!
Und dein Zweiter Wunsch?“
Der Deutsche: „Bindet mir den Italiener auf den Rücken!“7. Juli 2006 um 17:37 Uhr #65221
LizzieGast@getwet: bist du noch ganz klar im kopf?
@slobster: Präkarisierung bezeichnet das Wegfallen aller Sicherungen infolge des neoliberalen Prozesses, zu nennen wären als Beispiele: Wegfallen des Kündigungsschutzes, Hartz IV, Krankensystemreform etc.. Habe es einfach nur als Begriff benutzt, da er sehr häufig in letzter Zeit auch in den Medien (zum 1. Mai etc.) vorkam und einfach eine recht genaue Definition für diese Prozesse darstellt.
@doctor_surf: du sprichst ja den Kulturprozeß an, der ja nicht abzulehnen ist. Aber er hat nicht bedingt etwas mit einem Nationenbegriff zu tun. Die „Kultur“ wird quasi durch die Nation verwaltet. Aber das ist ja kein Muß-zustand. In jeder Nation gibt es immer ja auch parallele Kulturen, die sich gegenseitig fördern und ergänzen. Das ist ja gerade Multikultur. Und die Nation als kulturellen Schutzwall gegenüber globalen Prozessen zu sehen sehe ich nicht als wirkliche option. Grade in Zeiten von Funk, Fernsehen, Reisen, Internet, Fernsehen etc. ist der Kulturprozess dynamischer als jeh und meiner Meinung nach nicht durch abgrenzende Nationen aufhaltbar.
7. Juli 2006 um 17:43 Uhr #65222
LizzieGastDaher kann ich an einem gesunden, normalen Maß an Patriotismus nichts schlechtes finden. Im Gegensatz zum Nationalismus stellt dieser sich nicht über andere Nationen, sondern drückt lediglich ein gewisses Maß an Liebe für die Scholle auf der man lebt aus
Für diese „Liebe“ sehe Ich keine Notwendigkeit und bisher konnte mir auch noch niemand einen RATIONALEN Grund nennen.
kulturelle und politische Werte sind ja bereits aufgrund ihrer Austauschbarkeit ausgeschieden. Und eine Abgrenzung aufgrund von Ethnien macht in der multikulturellen modernen Nation auch keinen Sinn. Also warum auf einem meiner Meinung nach veraltetem Prinzip beharren? Erst wenn es keine Grenzen mehr gibt, die Menschen in der Wahl ihrers Aufenthaltsortes einschränken, kann es meiner Ansicht nach gelingen, globale Probleme gemeinsam anzugehen. Ansonsten ist es immer möglich Probleme aus dem eigenen Gesichtsfeld zu verlagern.
liebe grüße,lizzie7. Juli 2006 um 18:06 Uhr #65224
PaperGast@get wet
war echt gespannt was der Witz für ne reaktion auslösen würde nach dem ganzen hin und her. Ich finde beide Parteien hatten bis jetzt interessante Argumente, aber das is doch nurn witz und zwar ein guter, musste hier im Büro auf einmal losprusten und meine chefin hat mich ganz komisch angeschaut 😆 .
7. Juli 2006 um 18:57 Uhr #65226
JSurfGastMal abgesehen von der ganzen Diskussion,
nen bischen Fussball-WM feiern schadet der Welt glaub ich nicht und was wär so eine WM wenn es nicht Fans für die einzelnen Manschaften geben würde ?7. Juli 2006 um 18:59 Uhr #65227
LizzieGastFan einer Manschaft sein ist ja auf jeden Fall ok. Habe kein Problem damit, wenn jemand Fan der deutschen Manschaft ist. Habe aber ein Problem damit, wenn jemand ein Fan von Deutschland ist!
7. Juli 2006 um 19:06 Uhr #65228
timoGastkönnet man Fan seiner Stadt sein? ich mag ja auch Frankreich …hm die haben nun aber ganz große Probleme …ist schon ne schwierige Frage was man gerne haben kann und ob das PC ist oder aber auch gerade nicht
Übrigens ein toller Thread …
7. Juli 2006 um 19:11 Uhr #65229
LizzieGastklar kannst du fan einer stadt sein. eine stadt hat keine geschlossenen grenzen die menschen aus anderen städten ausschließt. diese abgrenzung gibt es in dieser form nur auf ebene der nationen.
gez. fan von vielen dingen7. Juli 2006 um 19:17 Uhr #65230
shakin_rogaGastFür diese „Liebe“ sehe Ich keine Notwendigkeit und bisher konnte mir auch noch niemand einen RATIONALEN Grund nennen.
Ich gebe Dir recht, dass es wohl keinen RATIONALEN Grund gibt, den braucht es aber auch nicht, denn der Mensch besteht halt auch aus Emotionen.
Und rational kann ich auch nicht erklären, dass ich 3 Std. nach Holland fahre, 2 Std. surfe bis ich meine Extremitäten nicht mehr spüre dann 3 Std zurückfahre und dass ganze nen saugeilen Tag nenne.
7. Juli 2006 um 19:22 Uhr #65232
shakin_rogaGastklar kannst du fan einer stadt sein. eine stadt hat keine geschlossenen grenzen die menschen aus anderen städten ausschließt. diese abgrenzung gibt es in dieser form nur auf ebene der nationen.
gez. fan von vielen dingenGerade die WM hat doch gezeigt, dass Deutschland eben viel mehr ist als die Summe der dort lebenden Personen Deutscher Staatangehörigkeit. Die Deutsche Staatsangehörigkeit an sich interessiert mich überhaupt nicht.
7. Juli 2006 um 21:08 Uhr #65240
TaylorGastAloha,
vor einem Jahr noch war meine Haltung Anti Deutsch. Ich hatte diese Revolutionaeren Fuck the System Ideen und war der Meinung dass unsere (deutsche) Gesellschaft und Demokratie nur Farce war.
Seit dem ich aber in England wohne hat sich meine Einstellung gegenueber Deuschland drastisch geaendert. Ich hatte eine Menge Diskussionen mit Menschen aus aller Welt und hab auf einmal festgestellt dass vielleicht doch nicht alles so schleht war wie ich immer dachte.
Auf einmal war ich stolz drauf aus Deutschland zu sein, einem Land dass NEIN zum Irakkrieg gesagt hat und deswegen nicht taeglich von toten Soldaten in den Medien hoert, liest und sieht.
Ich war stolz drauf auf die Fage wo ich herkomme antworten zu koennen „Deuschland“, nur um dann zu hoeren dass den meisten Leuten die schon mal hier waren unser Land gut gefallen hat.
Und als waehrend eines Fussball Spiels 15 Betrunken Englaender angefangen haben von 10 Deutschen Bombern zu singen, die ihren Chippy bombadieren und dann von der RAF runtergeschossen sind, bin ich aufgestanden und hab die deutsche Nationalhymne gesungen. Vor einem Jahr waer ich nur dagesessen und haette mich geschaemt.Was ich jetzt sage kann, befuerchte ich, leicht falsch interpretiert werden, aber ich hoffe ihr versteht was ich meine.
Was vor 70 Jahren in Deutschland geschehen ist, war schrecklich und darf NIE vergessen werden. Aber Geschichte ist Geschichte und meiner Meinung nach ist es langsam an der Zeit dass wir Anfangen aus der „Taeterrolle“ auszusteigen. Es gibt bessere Moeglichkeiten die Fehler unsere Vorfahren gut zumachen, als irgendwelchen Politikern dabei zuzusehen, wie sie leere Reden vor Denkamelern halten oder KZs besuchen. Was sind schon Worte, es sind die Taten die zaehlen!Und ich werde meinen Teil zur Voelker Verstaendigung beitragen und mit meinen englischen und suedafrikanischen Freunden zum Strand runter gehen und schauen ob heute Abend nicht doch noch ein paar Wellen rausspringen.
PEACE!
7. Juli 2006 um 21:19 Uhr #65241
HansChrisGastalso ich bin nun wirklich kein deutschland fan, und ich mag auch keinen nationalstolz. aber ich glaub, der mensch braucht einfach eine gewisse sicherheit und geborgenheit und die ist in der heutigen gesellschaft mit zig gruppen (bmx´er, hiphop…) schwer zu finden.
bevor ich nach berlin gezogen bin, hätte ich auch nie gedacht, dass ich meine heimat so vermisse und glücklich bin wieder daheim zu sein. das gibt mir irgendwo halt und individualität (widerspricht sich ja eigentlich mit dem „wir“ gefühl).
wenn ich in einem fremden land bin, dann finde ich es auch schön, wenn mich einer fragt woher ich komme und interessiert ist an deutschland, so wie ich an seinem land interesse habe.
vielleicht muss man sich einfach etwas abgrenzen …und selbst wenn es kein staaten-gefühl mehr gäbe, würde die welt kaum besser werden bezüglich der not der anderen, die industre hat nämlich das geld, die mittel, macht und die interessen. und für die gibt es doch schon lange keinen staat mehr.
was ich allerdings schrecklich finde, wenn deutsche-fans im stadion „SIEG! SIEG! SIEG!“ rufen.
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