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  • #311745

    Grüß euch,

    hab mir leider ein größeres Ding beim Transport von meinem Brett (Polyester) an der Nose geholt 🙁
    Würde das ganze nun gerne selber reparieren und da es an der Nose rot ist das ganze gerne mit Farbpigmenten machen.
    Ich habe schon verschiedene Infos zum Material und Ablauf zusammengesucht und wollte jetzt nur nochmal nachfragen um auchNichts falsch zu machen.
    Ich habe hier noch ein RIGO Surfboard Reparatur Set Epoxy welches zwar schon seid paar Jahren unbenutzt hier liegt aber hoffentlich trotzdem noch tut was es soll?
    Bei hp textiles würde ich mir dann noch Microballons, Farbpigmente
    und noch etwas 105g/m² Glasfilamentgewebe Silane Köper HP-T110E.

    Würde Epoxy, Ballons und Pigmente dann mischen und das Loch erstmal bis “knapp unter die Kante” auffüllen.
    Eventuell noch ein paar kleine Stücke Glasfasermatte dazu?

    Wenn das ganze trocken ist, eine Epoxymischung ohne die Ballons mischen und damit 2-3 Lagen Glasfasermatten drüberlegen.

    freue mich über eure Meinung dazu!

    #311749

    cedi51
    Surfer

    Hättest du mal ein Foto vom Ding? Das würde es leichter machen zu sagen, was nötig ist und was nicht. 🙂

    #311813

    ja klar 🙂

    so sieht es momentan noch aus, ich werde aber denk
    Einiges vor dem Reparieren wegschneiden müssen.

    #311820

    cedi51
    Surfer

    Ich würde mir da gar nicht so einen großen Aufwand mit Glasfasermatten machen. Schleif die Stellen ordentlich ab, Misch deinen Harz mit Microballons, verteil sie auf den betroffenen Stellen und schleif das ganze am Ende in Form.

    Wenn du Wert auf die Optik legst kannst du noch Farbpigmente drunter mischen.

    #311827

    Vielen Dank für deine Einschätzung!
    Ich würde die Glasfasermatte einfach trotzdem mal mit bestellen und dann vielleicht auch nochmal ein Bild posten wenn ich mich an die Arbeit mache.
    Ich habe in dem einen Bild mal angezeichnet was ich eigentlich entfernen würde, da das Ganze dort schon etwas lose ist.
    Ist die HP-T110E Glasfasermatte denn ok oder lieber eine andere?
    Und das mit dem Epoxy was ich bereits habe sollte auch passen?

    #311829

    cedi51
    Surfer

    Beim Harz würde ich mal schauen wie die Viskosität ist. Sollte nicht zu dickflüsig sein. Kommt natürlich auch drauf an was für ein Repairkit das ist. Ich hatte mal ein UV Repair Kit welches wie Zahnpasta war. 😀

    Also die Glasfasermatten sind soweit in Ordnung. Problem beim Laminieren ist, das du nach den Glasfasermatten auch noch nen Fillcoat brauchst. Bei der kleinen Fläche scheint mir das doch sehr Aufwändig zu sein. Außerdem weiß ich nicht in wie weit der Repairkit für die Durchtränkung von Glasfasermatten geeignet ist. Meins würde dafür zum Beispiel nicht taugen, da würde ich eher normales Harz benutzen. Sowieso kannst du dir die Microballons schenken wenn du Glasfasermatten benutzt.  Das ist aber natürlich nur meine Meinung.

     

    Edit: Natürlich machen Microballons auch Sinn wenn man Teile nachformen/nachmodellieren möchte. Dann sollte man natürlich auch anschließend mit Glasfasermatten laminieren.

     

    • Diese Antwort wurde geändert vor 10 Monate von  cedi51.
    #311831

    miwi
    Surfer

    Ich sehe das ähnlich wie Cedi.
    Man kann den Aufwand da imho gut begrenzen.
    Wobei ich so nen “ich mache alles viel zu robust” Typ bin und es am Ende vermutlich so machen würde:

    Man könnte versuchen unter die etwas lose Stelle mit einer Spritze epoxy zu spritzen.
    Das geht mit neidrigviskosen Laminierharzen sehr gut.
    In dem Zuge würde ich dann auch die Risse mit etwas Harz und ggf. Pigmenten “kitten”
    Dann glatt schleifen.
    Dann eine Lage 105er Glas drauf laminieren.
    Anschließend ne Deckschicht aufpinseln.
    Vorsichtig beischleifen, fertig.

    Ob das unbedingt nötig ist… weiß m an nicht.
    Aber du scheinst den Aufwand ja nicht zu scheuen.
    Wenn du viel vom alten Material erhälst, ist das optisch auch nicht so auffällig.
    Mit Pigmenten eine exakte Farbe zu treffen ist nicht ganz einfach.

    #311855

    plxp
    Surfer

    Ich würde auf jeden Fall vorab nur das Material entfernen, das wirklich lose ist. Bisschen schwer die Größe zu schätzen, aber als Minimalist würde ich behaupten, das kriegt man mit Solarez bzw. dickflüssigem Epoxy + Faser locker gespachtelt. Eine dünne Matte ist bestimmt auch kein Fehler, aber nicht unbedingt nötig.

    #311991

    Danke für die weiteren Informationen/Tipps 🙂
    @cedi51 : das Harz ist denke ich schon zum durchtränken der Glasfasermatte geeignet, da ein Stück bei dem Kit dabei ist.
    @miwi : Die Idee mit der Spritze klingt gut! Ich denke ich werde es erstmal so versuchen wie du es machen würdest und wenn das Nix wird kann ich ja immernoch alles wieder “rausbrechen” und mit Mikroballons etc. reparieren.
    Kann ich dafür eine Einwegspritze mit (dicker?) Kanüle wie man sie vom Arzt kennt nehmen?
    @plxp : Ich denke schon auch, dass man das Ganze auch mit weniger Aufwand repariert bekommt aber das Brett ist noch relativ neu und ich habe mir eigentlich vorgenommen es so gut und schön wie möglich zu machen.. aber wenn ich es bis kurz vorm nächsten trip vor mir herschiebe wird es am Ende wohl auf eine schnelle/minimalistische Reperatur rauslaufen 😛

    #311992

    miwi
    Surfer

    Niedrigviskose Laminierharze sind idR alle dünn genug um durch eine Spritze gut dosierbar zu sein.
    Hängt auch viel von der Temperatur ab.
    Wenn es bei mir im Keller kalt ist, wärme ich das fertig gemischte Harz/Härter Gemisch kurz in einem Joghurtbecher o.ä. im Wasserbad an (Körpertemperatur, max 40°, nich überhitzen), ziehe es auf und spritze es umgehend ein. (bevor es wieder abkühlt).
    Man kann das auch mit sehr kurzen Zeiten in der Mikrowelle machen. Aber Wasserbad ist für mich einfacher.

    Nach dem einspritzen kannst du die losen Teile mit Frischhaltefolie und Tape anpressen. Wenn es ausgehärtet ist würde ich den Bereich anschleifen und überstehende Kante glätten. Dann sauber ne dünne Matte drauf und später coat.

    Habe einen ähnlichen Schaden mal an einem orangenen tint gehabt und später war da nicht mehr viel von zu sehen außer die Trennlinien zwischen den farbigen Stücken die fixiert / gerettet wurden.

    1 Benutzer dankte dem Autor für diesen Beitrag.
    #312455

    sooo… ich habe die letzten Tage ein bisschen gewerkelt und bin mit dem Ergebnis eigentlich auch ganz zufrieden.
    Farbe mischen, unterspritzen und dann drüberglassen hat gut geklappt.
    Ich werd nachher nochmal bisschen nachschleifen und dann ein paar Bilder posten.
    Mich stört allerdings, dass die Oberfläche um das Ding nun matter ist als der Rest.
    Ich habe am Ende mit 800er und ganz kurz 3000 Schleifpapier verwendet, soll ich damit noch mehr drüber oder gibt es einen anderen Trick der ausgebesserte Stelle wieder Glanz zu verschaffen?

    • Diese Antwort wurde geändert vor 9 Monate von  surfboarder.
    #312472

    miwi
    Surfer

    Epoxy auf Hochglanz ist nicht ganz einfach.
    Mind. 4-5 Tage ganz aushärten lassen, schleift sich dann erheblich besser als nach 24h oder so.
    Oft wird 800 / 1000 / 2000 geschliffen und dann Polierpaste.
    Manche gehen nach dem 1000er schon mit grober und dann feiner Polierpaste dran.

    Das 3000er ist imho eine zu große Abstufung nach dem 800er, da bekommst du die 800er Schleifspuren nicht gut raus.

    Ich selber bin immer zu faul Epoxy auf Hochglanz zu bringen, von daher habe ich leider keine guten Tips für eine entspr. Polierpaste.

    #312486

    Hier mal zwei Bilder.
    War mir allerdings jetzt doch wieder zu kalt und ich hab nicht nochmal drüber geschliffen :-p
    aber wenn du sagst 4 Tage warten ist besser, warte ich noch ein bisschen.
    Dann schleiff ich mit ein paar mehr Zwischenschritten und dann mal guckn wies aussieht.
    Vielleicht hat bis dahin ja noch jemand ein Tip zur Polierpaste.

    #312489

    miwi
    Surfer

    D.h. dein Epoxy ist tatsächlich noch recht “jung” ?
    Ein bei Raumtemperatur aushärtendes Epoxy erreicht idR (je nach Fabrikat) erst nach 5-7 Tagen die volle Endhärte.
    Je härter es ist, umso besser lässt es sich schleifen und polieren.
    Im Swaylock lassen einige pro glasser Epoxyboards vor dem Polieren eine Woche liegen.
    Ich schleife meine coats auch erst nach 4-5 Tagen, das ist deutlich härter als nach 24-48h.

    Es ist auf Fotos schwer einzuschätzen. Es scheint ein wenig so, als hättest du “burnthroughs”. Diese silbrige Gewebestruktur deutet darauf hin.
    D.h. an den Stellen ist dein coat schon weggeschliffen. Da wirst du eh schwerlich / nicht auf Hochglanz kommen.
    Normalerweise versiegelt man burnthroughs entweder mit einer erneuten Harz Schicht oder bei mattem Finish gerne mit Acrylversiegelung / Bodenversiegelung. Deinem Board macht ein bunrthrough aber technisch nichts, weil du durch das Harz einspritzen und das patch imho genug Dichtigkeit erzielt hast und die losen Faserenden nichts in Richtung Kern saugen werden.
    Willst du es aber unbedingt komplett auf Hochglanz auspolieren, wirst du vermutlich eher noch eine dünne Schicht glosscoat auftragen müssen. Dazu müsste man aber mit 150er Papier anschleifen um die mechanische Bindung herzustellen.

    Ich würde wenn es mein board wäre einfach einmal mit Bodenversiegelung drüberwischen und dann surfen.
    Ich finde deine Reparatur sieht sehr gut aus.

    Gruß, Michael

    • Diese Antwort wurde geändert vor 9 Monate von  miwi.
    1 Benutzer dankte dem Autor für diesen Beitrag.
    #312536

    Ja dann bin ich das Ganze wohl doch ein bisschen zu schnell angegangen..
    Die burnthroughts sind glaube ich das was ich jetzt noch wegschleifen wollte.
    Ich habe das Fiberglass glaube ich zu großflächig geglasst und an den Stellen wo nun die burnthroughts sind war das Brett auch nicht beschädigt.

    Ich warte jetzt noch ein bisschen dann versuche ich die burnthroughts bzw das was vom Harz/Fiberglass noch zu viel ist wegzuschleifen.
    Dann würde ich das mit dem glosscoat probieren.. einfach nochmal etwas Harz (mit Pigmenten?) anrühren und eine möglichst dünne Schicht auftragen.
    Dann in kleineren Schritten bis 3000 schleifen und je nachdem wie es dann aussieht sonst noch eine Versiegelung drüber 🙂

    #312537

    miwi
    Surfer

    Du möchtest das ja offentsichtlich in sehr hohher Qualität ausführen (was ich gut finde, auch wenn ich dafür oft zu faul bin).

    Also mal der Arbeitsablauf wie man das als “Showroom” Reparatur weiter vorgehen würde (wie gesagt, das ist alles weder von der Stabilität noch der Dichtigkeit bei dir nötig, aber so würde man das machen….)

    An den Stellen wo du schon aufs Gewebe runter bist nicht weiter schleifen.
    (das sind diese Muster, dort kommen die höchsten Stellen der Webung durch, allg. spricht man in den englisch sprachigen Foren dann von burnthrough aka “you have hit the weave”, man “brennt” quasi versehentlich durch den coat bis aufs Gewebe durch)
    Kommen beim Schleifen eines coats diese Muster, ist “Stop” angesagt. Noch mehr Schleifen verletzt das Gewebe.
    Es wird also ein weiterer klarer coat (glosscoat oder wie man das auch immer nennen mag) nötig. Damit dieser hält/mechanisch bindet, wird je nach Vorliebe des glassers mit 100er bis 150er Körnung angeraut.
    Dann mit einem Pinsel der glosscoat dünn aufgetragen.

    Der ist dann idR schon sehr glatt. D.h. man kann dann mit 400er o.ä. starten und sich bis 1500er oder dergleichn durcharbeiten. Mit dem feinen Papier sind burnthroughs auch selten dann.

    Vom Prinzip ist das Vorgehen so, wie man das an einem Brett Neubau mit fillcoat und glosscoat (bei Poly sagt man hotcoat + glosscoat) auch macht.
    Man füllt das Laminatgewebe in einem ersten Schritt mit Fillcoat. Den schleift man, glättet damit das Brett. Es lässt sich nicht vermeiden an Überlappungsstellen und dergleichen mal bis aufs Gewebe durchzukommen.
    Das ist zT sogar Absicht um cutlapkanten zu “feathern” usw.
    Endzustand ist ein mit 100er bis 150er geschliffenes Brett was nicht mehr wellig ist, keine Kanten hat. Dann kommt dünn glosscoat drauf. Der wird dann mit 400er-1000er (oder 1500er) auspoliert.

    Klar, es gibt auch Pros die das alles mit nur einem coat schaffen bis zum Glanz ohne irgendwo durchzubrennen.
    Aber die glassingskills, coatingskills und schleifskills reichen bei den meisten Amateuren (und genug Profis) dafür nicht aus.
    Also einen coat zum auffüllen und schleifen, dann einen zum glossen.

    Die coats sind jeweils klares Harz.
    Die Farbe steckt ja im glassing.
    (Ausnahme gibt es natürlich, z.B. shabby chic Effekte u.a. wo bewusst mit durchgeschliffenen gefärbten coats über andersfarbigem butnem glassing gearbeitet wird usw., führt zu weit hier).

    Hier mal ein Beispielbild eines geschliffenen fillcoats (Bretter von Manu Caro, Mandala Custom shapes) Das ist das typische Muster wenn man aufs Gewebe kommt.

    2 Benutzer dankten dem Autor für diesen Beitrag.
    #312562

    Erstmal nochmal ein fettes Danke für deine schnellen und guten Antworten!

    Ich werde mich in die ganze Fachthematik aufjedenfall nochmal mehr einlesen.. das ganze war eigentlich als erstes (einigermaßen schnelles) vernünftiges Dingrepair geplant. Den Zeitaufwand bzw die Komplexität habe ich sicher unterschätzt aber da das ganze auch Spaß macht und manchmal in mir der Perfektionist rauskommt ist das auch ok 🙂

    Nochmal zu den burnthroughs.. dabei geht es schon um die “original” Glasfasermatten die der Shaper verlegt hat oder?
    Auf meiner Skizze sollen die lila Kreuze die original Matten und grün die Matte darstellen die ich verglast habe.
    Ic hätte jetzt gedacht ich schleife das Ganze dann so, dass es am Ende so wie unten links aussieht ( über dem Ding wird nur wenig/garnichts der Matte geschliffen und um so weiter ich mich vom Ding wegbewege um so mehr passt sich das Ganze dem shape an.)
    Die eingekringelten Stellen auf dem Bild hätte ich jetzt der untersten Schicht der grünen Glasfasermatte zugeordnet (1). So wie ich dich verstehe würdest du sagen ich hätte bereits bis an die Oberkante der lila (original) Matte geschmirgelt (2).

    #312565

    miwi
    Surfer

    Du hast das Prinzip absolut richtig skizziert.
    Das was man als “burnthrough” sieht, sind deine neuen Matten.

    Da kommt man auch nicht umhin die Mattenkanten anzuschleifen, weil man sonst keinen glatten Übergang hinbekommt. Alles richtig und normal.
    Das war genau mit meinem 

    Das ist zT sogar Absicht um cutlapkanten zu “feathern” usw.

    gemeint.
    Deswegen auch mein Hinweis : Das ist alles so schon dicht und tiptop so.

    Worauf mein Hinweis abzielte: Du willst ja auspolieren auf Glanz.
    Da wo Glas frei liegt kann man aber polieren wie man will, das geht nicht.
    Deswegen wird dann der glosscoat fällig. (ich hatte es so verstanden, als wolltest du jetzt auf den frei liegenden Übergängen weiter polieren)

    Genauso gehe ich bei meinen Brettern vor. Ein coat um so zu schleifen glätten wie du es jetzt gemacht hast. An Sprüngen kommt die oben auf liegende Matte durch. Dann wird abschließend ein gloss aufgetragen und dieser ggf. auspoliert.

    Bei einer Reparatur kann man mit einem einzigen coat hinkommen, wenn erst glast, die Kanten dann vorsichtig glättet (also das neue Glas so schleift oder mit Klinge beizieht, dass es ganz flach ausläuft am Übergang) und dann coatet.
    So kommen die Kanten des neuen Glasgewebes beim polieren dann nicht durch.
    Du hast jetzt geglast und dann ohne die Kanten zu schleifen den coat aufgebracht, oder ? So hab ich es zumindest verstanden.

    Sorry für den langen Text.
    Ist im Gespräch am board in 30 Sekunden besprochen aber beim tippen im Forum immer etwas hin – und her.

    • Diese Antwort wurde geändert vor 9 Monate von  miwi.
    #312567

    miwi
    Surfer

    Übrigens, großes Kompliment für diese erste Reparatur. Das ist eine absolut professionelle Ausführung.

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