Start › Foren › Surfer Geschichten › Backup im Wasser, wenn das Board weg ist
- Dieses Thema hat 10 Antworten sowie 5 Teilnehmer und wurde zuletzt vor 11 Jahren, 2 Monaten von
Anonym aktualisiert.
-
AutorBeiträge
-
10. April 2015 um 12:58 Uhr #39699
Peter_LeeTeilnehmerEin kleiner Tipp und für alle, die riesige Wellen surfen, an weiten entfernten Peaks surfen oder einfach nur Angsthasen sind. Eine tolle Sache und endlich einmal wieder ein sehr sinnvoller Startup. Sollte man unterstützen.
Ich habe mir ein Ding besorgt und man muss sagen, dass es sehr gut konzipiert ist. Vielleicht nicht ganz leicht, aber noch OK. Um die Hüfte merkt man es kaum. Es löst auch schnell aus.
Viel Spaß!
10. April 2015 um 14:19 Uhr #145681
AnonymInaktivHi Peter,
du legst da wirklich sehr viel Augenmerk auf das Thema. Hast Du so schlechte Erfahrungen gemacht?
Ich bin wirklich oft weit draußen und noch öfters alleine, weil ich es einfach liebe ganz alleine zu surfen. Da die Wellen unterschiedlich brechen, sieht man mich oft nicht mal vom Ufer, weil ich gerade im Wellental bin, während hinter mir eine kleinere Welle gerade bricht.
Daher ist meine Vorbereitung körperlicher und mentaler Natur. Wellen in denen ich eine Prallschutzweste oder ähnliche Hilfsmittel zum überleben brauche sind nichts für mich…bin ein Weichei…
Ich schwimme gerne in der Strömung oder gegen die Wellen und bleibe bei kleineren Wipeouts immer wieder mal länger unter Wasser als nötig. Kann man gut trainieren und seine Grenzen kennenlernen. Das Board kann man an der Leash hintersich herziehen (gut meins ist klein, geht aber wirklich sehr gut). Ich finde nichts ist besser als die körperliche Vorbereitung, Technik kann immer mal versagen.Ich persönlich finde auch, dass wenn man Angst hat, dann ist man an diesen Peaks oder Wellengrößen fehl am Platz und es ist meines Erachtens nach sogar falsch, sich Selbstvertrauen über ein Gadget zu holen. Ich will damit nicht sagen, dass so ein Teil nicht seine Berechtigung hat, sondern einfach nur „think twice and when in doubt, don´t paddle out“. Das geht auch weniger in deine Richtung, weil ich ja weiß, dass Du Dich immer sehr akribisch vorbereitest, sondern mehr an die alle die denken, damit ihr „Vorbereitungsproblem“ gelöst zu haben 😉
Just my 2 Cents und toi toi toi dass uns nie was passiert 🙂
10. April 2015 um 14:53 Uhr #145682
Peter_LeeTeilnehmerHallo Marty,
schön von dir zu hören. Wie ist der Swell in Santander? Da hast du vollkommen recht. Ich habe eigentlich nur eine schlimme Erfahrung gemacht, die aber nicht der Grund ist, dass ich mir so ein Ding zugelegt habe.
Nebenbei am Rande, war dieser Erfahrung in Mundaka vor einigen Jahren an einem großen Tag. Ich bin Tage zuvor Mundaka bei Schulterhöhe gesurft und hatte eigentlich Spaß und war auch gar nicht überfordert. Nur dann gab es so 2-3 Tage größeren Swell mit Wellen überkopfhoch und ich war plötzlich komplett überfordert. Zusätzlich hat sich der Tidenhub von Flut zur Ebbe verändert, was die Situation dann noch extremer gemacht hat. Das ganze Lineup war so strömungsgeladen, überall Weisswasser und fette, hohl brechende Wellen. Ein Surfer nur im Wasser, der meine Angst erkannt hat, während er durch die Tube surfte. Ich musste halt dann lange Zeit schwimmen und mich über Felsen ans Land retten. Unterarme aufgerissen, Board an Felsen zerschellt. 🙂
Restube habe ich gepostet, weil es doch viele Leute im Wasser gibt, die keine Ahnung haben was sie tun bei Problemen gefährden sie sich und vor allem andere, wenn sie dann deren Hilfe brauchen. Mit diesem Ding haben sie die Möglichkeit sicher leichter selbst zu retten. Ich musste vor zwei Jahren einer Anfänger-Surferin am Cote Basque an einem großen Tag den Lotsen spielen und bin mit ihr am Land gepaddelt.
Ich verwende das Ding, weil ich, bis auf ein paar Ausnahmen am Surfpilgerweg Europa, meistens alleine im Wasser bin und naja, mein Familie kann mir am Strand weniger beistehen, sollte ich das Board verlieren und mir die Kräfte beim Schwimmen ausgehen. Nebenbei surfe ich keine Wellen, die über echte 6 ft. hoch sind. Bin mehr der Soul Surfer :whistle:
10. April 2015 um 16:09 Uhr #145684
AnonymInaktivIch glaube so eine Erfahrung, solange sie nur mit einem Schrecken, ein paar Kratzern und nur ein paar Dings im Board enden, sind im nachhinein eine Bereicherung. Wer weiß, ob Du ohne dieses Erlebnis nicht eine ganz andere Sicht auf das Risiko beim Surfen hättest.
Ich hatte vor vielen Jahren mal ein ähnliches Erlebnis in Los Locos, wo mich die Strömung gegen den Felsen gedrückt hat. Mir war das damals eine Lehre, ich war aber noch wirklich ein Noob, aber seitdem lege ich ein viel größeres Augenmerk auf die Gefahren, wie Strömungen usw. bevor ich reingehe.
PS: Swell in SDR ist ganz ok, der Winter war ein Traum, richtig regnerisch und mieses Wetter. Dafür unzählige Stunden die Wellen für mich alleine oder nur mit wenig Leuten. So sehr ich mir auch warmes Wetter+Wasser wünsche, frieren hat auch so seine positiven Seiten. 🙂
11. April 2015 um 13:14 Uhr #145694
plxpTeilnehmerMundaka war auch meine erste knappe Situation. Die Strömung in der Bucht in Verbindung mit dem großen Rivermouth kann echt schwierig sein. Bin damals endlos abgetrieben und hatte mich schon darauf eingestellt +- 6 Stunden auf offener See zu verbringen, aber dann wurde ich zum Glück wieder reingewaschen bevor ich zu weit draussen war. Da war ich froh mein Brett nicht verloren zu haben.
Restube ist keine blöde Idee, für mich persönlich noch zu groß und schwer, aber wenn das noch ein bisschen optimiert wird, sind 80 € sicher nicht zuviel für ein bisschen zusätzliche Sicherheit.
Brett verlieren nervt 😛
13. April 2015 um 17:31 Uhr #145699
DonArcturusTeilnehmer@ Marty: gefährlich sind immer die Situationen, mit denen man rechnet, auf die man sich auch nicht im Vorhinein vorbereitet hat. Als sportlich orientierter Motorradfahrer sage ich z.B. auch, ein ABS nimmt mir nur die Fähigkeit und das Feingefühl zum perfekten Bremsen. Aber es sind dann die unerwarteten Situationen, die das ABS dann doch notwendig bzw. sinnvoll machen.
Natürlich sind die Konsequenzen beim Biken meist tödlicher als beim Surfen.So ein Gadget sollte dennoch ganz klar kein Ersatz sein für die mentale und körperliche Vorbereitung.
Ich für meinen Teil entscheide mich bewusst gegen so ein Sicherheitsgadget, weil die Welt einfach nicht sicher . Würde ich mir immer nur Sicherheit wünschen, dürfte ich nicht surfen, kiten, skaten und erst recht nicht Motorrad fahren.
Aber das ist meine Einstellung zu diesem Thema und sollte keine Vorbildfunktion haben.13. April 2015 um 18:42 Uhr #145702
AnonymInaktiv@ Marty
Bin mir jetzt nicht so ganz sicher, warum Du mich direkt anschreibst 😉 Ich habe doch genau das geschrieben 😉
13. April 2015 um 23:07 Uhr #145704
Peter_LeeTeilnehmerdass mit dem abs am motorrad finde ich nicht passend, weil der abs ja nichts mit einer plötzlich auftretenden situation zu tun hat. restube schreibt ja auch, dass die schwimmboje nicht zwingernd leben retend und, dass man schon ein geübter schwimmer sein soll und weiß, was man tut.
gehen wir jetzt einmal weiter zurück. wellenreiten ist in einer kultur entstanden, wo die menschen am meer mit den gefahren aufgewachsen sind und mit der brandung ohne surfboard gespielt haben. in den 30iger / 40iger / 50iger / 60iger jahren gab es noch keine leash und jeder surf musste nach jedem wipeout zurück an land schwimmen. da hat sich auch wieder die spreu vom weizen getrennt. und dann kam die leash, die plötzlich neue perspektive eröffnet hat. wenn also ein backup keine berechtigung hat, dürfte man auch keine leash verwenden. jeder segler hat eine schwimmweste, warum also nicht auch surfer? weil es „uncool“ ist? greg noll hat einmal gesagt, dass die leash eine tolle erfindung war, weil ihn jeder wipeout „angekotzt“ hat.
die meisten binnenlandsurfer haben keine erfahrung im meer mit brandung, gehen aber surfen. deswegen finde ich eine so kleine erfindung wie restube nicht übel, wenn sie von solchen leuten verwendet wird. wen stört es? es geht auch darum, dass der surfer, der sein board verloren hat, mit einem ganz anderen blickwinkel an eine eigene rettungssituation geht. derjenige ist selbstbewusster, wenn er schwimmen muss, aber weiß, dass sie / er sich im notfall ausruhen kann, ruhe bewahren kann, weil eben so ein ding zum anhalten da ist.
ein verantwortungsvoller freerider geht heute auch mit lawinenausrüstung und im besten fall mit lawinenairbag powdern. es würde niemand auf die idee kommen, dass all dieses zeug unnötig wäre, im gegenteil.
14. April 2015 um 10:08 Uhr #145706
DonArcturusTeilnehmer@ Marty
Bin mir jetzt nicht so ganz sicher, warum Du mich direkt anschreibst 😉 Ich habe doch genau das geschrieben 😉
So wie du geschrieben hast, schienst du gegen so eine Schwimmhilfe zu sein. Ich habe nur erläutern wollen, dass so eine Schwimmhilfe doch sinnvoll sein kann, dir aber auch recht gegeben bei der Sache mit der Vorbereitung.
@Peter:
Man darf das nicht direkt vergleichen, sondern eher im Großen und Ganzen gesehen. Es geht nicht um plötzlich auftretende Situationen, sondern darum, dass die Dinge einfach unberechenbar passieren (egal ob plötzlich oder langsam). Und wenn die Kacke bereits am dampfen ist, eine Resttube genauso wie ein ABS Leben retten.Ich würde eine Resttube nicht mit ner Leash vergleichen, denn eine Leash sehe ich (neben der Funktion als Rettungsleine zum Board) viel mehr als allzeitliches Hilfsmittel, während die Resttube, einmal ausgelöst, unbrauchbar wird, bis man die Luft wieder entweichen lässt und die Patrone ersetzt. Für mich ist die Resttube wirklich nur ein Rettungsmittel für Notfälle.
14. April 2015 um 14:42 Uhr #145709
AnonymInaktivSo wie du geschrieben hast, schienst du gegen so eine Schwimmhilfe zu sein. Ich habe nur erläutern wollen, dass so eine Schwimmhilfe doch sinnvoll sein kann, dir aber auch recht gegeben bei der Sache mit der Vorbereitung.
Ich will damit sagen, dass so ein Teil seine Berechtigung hat, sondern einfach nur „think twice and when in doubt, don´t paddle out“.
😆 😆
10. Juni 2015 um 22:31 Uhr #39700
kaisenTeilnehmerDanke für den link. hat durchaus eine Existenzberechtigung für den erfahrenen Durchschnittssurfer meiner Meinung nach, ich denke aber, dass sich an dem Thema noch lange die Geister scheiden werden, ähnlich wie bei Helmen, die durchaus bei flachen Riffen auch öfter benutzt werden könnten.
Für mich ist das Ding aber auch bei anderen Wassersportarten interessant, so etwa Schnorcheln/freediven, Meeresschwimmen und evtl Segeln (wo aber eigentlich immer eine Schwimmweste dabei ist) -
AutorBeiträge
- Du musst angemeldet sein, um auf dieses Thema antworten zu können.
