Start › Foren › Surfboards und Zubehör › Surfboards und mehr … › Aus welchem Material ist mein Board?
- Dieses Thema hat 13 Antworten sowie 2 Teilnehmer und wurde zuletzt vor 19 Jahren, 5 Monaten von
MichaelB aktualisiert.
-
AutorBeiträge
-
26. Februar 2007 um 22:49 Uhr #10395
AnonymInaktivHi, hab mir ein gebrauchtes Board gekauf und weiß jetzt nicht aus welchem Material es ist. Kann mir Jemand sagen wie ich das Raußbekomme?
Auf der Unterseite steht EOCO 1673 (keine Ahnun ob das hilft).26. Februar 2007 um 23:06 Uhr #72796
Dr.LoveGasthat das board einen stringer (streifen in der mitte) ist es aus polyester hat es keinen dann ist es vermutlich ein epoxyboard oder etwas anderes…
So wurde es mir auf jeden fall erzählt26. Februar 2007 um 23:09 Uhr #72797
satchGastDas mit dem Stringer stimmt nicht so wirklich. Wird wahrscheinlich ein Polyboard sein, wenn es einen Stringer hat. Man kann aber auch statt Polyester einfach Epoxydharz nehmen. Optisch wirst du da bei ansonsten gleicher Bauweise wohl keinen Unterschied finden.
Gruß
Sebastian26. Februar 2007 um 23:17 Uhr #72798
KaiserGastdrück mal mit dem Finger auf´s laminat. Wenn es sich leicht reindrücken lässt ist es Polyester. Wenn es dann noch viele feine Haarrisse hat, kannst Du davon ausgehen, daß es sicher Polyester ist.
26. Februar 2007 um 23:36 Uhr #72799
HorsdGastErstmal Danke für die Antworten. Hat mir schon weiter geholfen. Das Board hat nämlich einige Haarrisse.
Muss man bei den Harrissen was unternehemen oder sind die egal?27. Februar 2007 um 10:48 Uhr #72806
hase2Gastdie haarrisse kannst du ignorieren.
ist materialbedingt und da lässt sich nix gegen machen.
haben aber keinen einfluss auf die stabilität der boards.27. Februar 2007 um 10:53 Uhr #72807
SchwalbsterGastDie sind egal. In der Regel kommt durch Haarrisse kein Wasser.
Wenn um die Haarrisse herum dein Schaumkern extrem gelb-braun wird, dann kommt da Wasser durch und das ist sehr schlecht, dann kann man es nochmal mit flicken probieren, aber grundsätzlich muss man sagen das Polyester Boards eine leider eher begrenzte Lebensdauer haben und sich komplette Reparatur oftmals nicht lohnt!2. März 2007 um 9:02 Uhr #72897
MichaelBGastHier einige hilfreiche (hoffentlich) Anmerkungen:
Unsere schönen Customs werden aus einem PU Block gehobelt. PU steht für Polyurethan und nimmt kein Wasser auf im Falle einer Beschädigung der Laminatschicht. PU wird in der Regel mit Polyester und Glasgewebe laminiert. Polyester neigt zu erwähnten Haarrissen. Unter Fingerdruck allerdings sollte das nicht passieren. Wenn doch, stimmte das Verhältniss Harz zu Härter nicht. Hochwertiger ist Epoxy – Harz, weil schlagzäher, aber aufwendiger zu verarbeiten. Optisch läßt sich Polyester und Epoxy kaum auseinander halten. Hier läßt sich auch der STringer vom Blank erkennen.
Aufwendige Customs werden auf einen EPS- Kern „gebacken“ (Das Laminat ist nicht duchsichtig). EPS heißt Expandiertes Polystyrol. Ist schön leicht, nimmt aber Wasser auf , weil große Poren. Allerdings ist die gebackene Epoxyschale superrobust. Leider teuer. Einen Stringer kann man nicht sehen, wird manchmal aufgemalt.
Industrieboards, wie NSP werden ähnlich geferigt, wiegen aber mehr , sind aber ebenfalls sehr robust. Oft EPS Kern.
Industrieboards wie der klassische Bic, werden aus PP oder PE geblasen.PP ist Polypropylen und PE ist Polyethylen. Die Oberfläche fühlt sich plastikmäßig an. So ein Board ist wirklich schwer ,aber nahezu unkaputtbar.
Hat meistens einen Kern aus PU, der im Board während der Produktion geschäumt wird. Reparaturen sind nur mit einem Schweißgerät (sieht wie ein Fön aus) möglich. Polyesterspachtel o.ä. halten nicht auf der Schale.By the way: Ein EPS Kern darf niemals mit Polyester in Berührung kommen. Denn das Styrol im Polyester löst EPS auf, im wahrsten Sinne des Wortes. Aber Polyester kann mit Epoxy repariert werden.
Ich hoffe, das bringt Licht ins Dunkel.
Gruß
Michael2. März 2007 um 9:27 Uhr #72898
SchwalbsterGastDanke für die schöne Erklärung MichaelB, aber so dunkel ist es hier garnicht! 💡 😉
Und das Polyblanks kein Wasser ziehen, ist falsch! Ich denke das können dir etliche hier bestätigen, die gelbe Flecken an ihren Schadstellen am Board haben, vielleicht sogar mit eventuellen anschliessenden ärgerlichen Laminatlösungen.Und aus einem PU Block werden die auch nicht gehobelt, sondern aus Blanks die in ihrer Form schon einiges mit dem Endprodukt zu tun haben.
2. März 2007 um 11:48 Uhr #72903
MichaelBGastHallo Schwalbster,
ja sicher, die Rohblanks sind natürlich in einer Grundform gefertigt. Diese Integralschäume sollen ja auch nach außen hin eine zunehmende Dichte aufweisen, die die Festigkeit garantieren sollen.
Die Wasseraufnahme eines PU-Schaumes liegt bei ca. 1% Gewichtsprozent, was vernachlässigbar gering ist. Ein entscheidender Faktor ist die Kappilarwirkung der Glasfasern im Harz bei Beschädigungen und die unterschiedlichen Federkonstanten von Laminaten und Schäumen. D.h.unter einer Verformung oder Beschädigung sammelt sich Wasser oder dringt an den Glasfilamenten ein. Ein Teil wird vom Schaum aufgenommen und sorgt für „VErfärbungen“ und sorgt auch z.T. für Delaminierungen. Der Hauptanteil an Delaminierungen entsteht aber durch ein unterschiedliches Rückstellvermögen von Schaum und Laminat bei Belastung. Das heißt, es löst sich voneinander. Diese Erscheinung wird zusätzlich von der Außentemperatur beeinflusst. Unter 7°C und über 30°C (lange Sonneneinstrahlung am Strand)läßt die Haftfestigkeit auf dem Schaum nach.
Gruß
Michael2. März 2007 um 13:32 Uhr #72906
n400GastGute Ausführung!!
Die Wasseraufnahme eines Schaumes hängt allerdings davon ab, ob er geschlossenzellig oder offenzellig ist. Das gibt es sowohl beim PU als auch beim geschäumten Polystyrol (beim offenzelligen expandierten EPS einzelne Kügelchen in einer Form mit Heißdampf oder anderen Verfahren zm aufschäumen gebracht, beim geschllossenzelligen Extrudieren von XPS des vorgeschäumten Materials durch eine Düse).
XPS ist meißt durch seine leicht bläuliche Farbe (wie bei Bufo-Brettern möglicherweise) zu erkennen und wird hauptsächlich zur Isolation im Grundbau verwendet.
2. März 2007 um 15:12 Uhr #72909
hase2Gastwobei es XPS auch in weiß gibt (Dow Chemicals).
das XPS von BASF z.B. ist in nem ekelhaften grün.
ansonsten sit das zeug meist blau.XPS hat allerdings nicht nur vorteile, da die kleinen poren probleme beim laminieren machen und man delaminationsprobleme hat, wenn man es klassisch verarbeitet.
2. März 2007 um 15:27 Uhr #72910
MichaelBGastXPS hat , soweit ich weiß, sehr gute mechanische Eigenschaften. Wird es eigentlich für Sandwichbauweisen verwendet?
Gruß
Michael
2. März 2007 um 17:22 Uhr #10396
n400Gastbaue mir gerade ein Sandwichboard, allerdings mit normalem Styro.
XPS hat meist ein mehrfach höheres Raumgewicht und macht damit natürlich das Brett wieder schwer.
Hab neulich im Baumarkt mal so nen XPS-Teil in der Hand gehabt. Müßte aber auch mit Heißdraht sich schneiden lassen.
XPS gibts aber aus Gründen der Herstellung nur bis ca. 15 cm Wandstärke, so dass man den Rocker unterm Vakuum mit pressen (geht aber wahrscheinlich genauso wie mir den concaves) muss.
-
AutorBeiträge
- Du musst angemeldet sein, um auf dieses Thema antworten zu können.
