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Start › Foren › Surfer Geschichten › Was mich sehr wundert ist,

  • Dieses Thema hat 32 Antworten sowie 2 Teilnehmer und wurde zuletzt vor vor 16 Jahren, 2 Monaten von t0bi aktualisiert.
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    Beiträge
  • 2. April 2010 um 13:11 Uhr #22855
    Anonym
    Inaktiv

    wenn man sich ein bisschen mit der Geschichte des Surfens national und international auseinandersetzt, dass es keine (oder wenige) Surfklubs mehr gibt, wie früher (in der guten alten Zeit :lol:) Strandfeste und Strandhütten am Strand a la 60iger und 70iger, auch noch 80iger 😆
    Aber mal im Ernst, selbst in Österreich gab es in den 70igern und 80igern Surfclubs, zwar Windsurfclubs, aber egal. Wo man zusammen surfen war, interne Wettbewerbe ausgetragen hat und vor allem anderen Leuten Wellenreiten beigebracht hat, unentgeltlich und Material gegenseitig getauscht hat. (Habe das wenigstens in meiner Skateboarder-Zeit erlebt)

    Hab letztens einen Kunden getroffen (trockener Geschäftsmann um die 50), dem ich sportseitig nichts anderes als Golfen oder Tennis zugetraut hätte und nach Gesprächen stellte sich heraus, dass er in den 70igern mit vielen Anderen einen Surfclub hatte, bei Wien und sie zusammen Boards gebaut haben und damals schon in Maui waren und er meinte, Surfclubs und Surfgemeinschaften gab es damals viele und sie haben auch vielen Leuten im Sommer surfen beigebracht, der Preis war eine Kiste Bier und der Beitrag für ein KlubShirt … später hab ich auch noch Beweisfotos gesehen, geniale Fotos und Polaroids!

    Kann mich auch nicht erinnern, jemals irgendwo gelesen zu haben, dass jemand Surf Privatunterricht anbietet, außer in Slowenien. Immer nur diese Surfcamps, wo man dafür eben zahlen muss und ein neuer gewinnbringender Sektor in der Tourismusbranche entstanden ist, usw.

    Surfen, die Philosophie dahinter und das Drumherum hat sich anscheinend sehr verändert und gewandelt, aber ob zum Guten ist die Frage … oder ist die Frage alleinsinnvoll 🙄

    LGPL

    2. April 2010 um 14:22 Uhr #112220
    qualle
    Gast

    Aber mal im Ernst, selbst in Österreich gab es in den 70igern und 80igern Surfclubs, zwar Windsurfclubs, aber egal. Wo man zusammen surfen war, interne Wettbewerbe ausgetragen hat und vor allem anderen Leuten Wellenreiten beigebracht hat, unentgeltlich und Material gegenseitig getauscht hat. (Habe das wenigstens in meiner Skateboarder-Zeit erlebt)

    Da mein Vater damals „Windsurfer“ war, stand ich Ende der Achtziger, Anfang der Neunziger auch oft auf einem Windsurfboard (mit für mich damals zu großem und schweren Segel), bin in eine Windsurf-Schule gegangen und habe einen Windsurf-Schein gemacht, blablabla…
    Während der 80er war Windsurfing auf seinem Zenith, was die Popularität anging, in den Neunzigern ging’s dann schon wieder bergab und bis heute hat sich da auch nicht viel verändert. Ist ja auch egal – nach Popularität richten sich eingefleischte Cracks sowieso nicht! Hat also im Grunde nichts zu sagen, aber grade in den frühen 80ern wurden auch die meisten Windsurf-Clubs in Deutschland gegründet. Windsurf-Vereine schossen wie Pilze aus dem Boden, nahezu an jedem größeren See in Deutschland konnte man einen finden. Jung und Alt frönten diesem über das Wasser gleiten (oder langsam tuckern), da es grade auf Seen meist ungefährlicher als auf dem Meer war und für jedermann mit Kind und Kegel am Wochende oder nach der Arbeit schnell erreichbar war. In Windsurf-Clubs konnten die Frauen ihren Klatsch halten, die Kinder beaufsichtigt spielen und im Wasser plantschen und die Männer in Ruhe mehr oder weniger sportlich über den Baggersee oder See zirkeln. Richtige Vereins-Atmosphäre halt!
    Mein Vater und ich waren nie in einem Windsurf-Verein, aber so wie oben beschrieben, stellte sich mir das Vereinsleben aus der Beobachtung heraus meist dar. Ist auch ansich nichts gegen zu sagen – heile und behütete Vereinswelt halt – auch wenn ich persönlich den Begriff Verein nicht so mag, beziehungsweise irgendwie nicht mit Aktivitäten wie Skateboarding, Windusrfing, Snowboarding oder Surfing in Einklang bringen kann. Sind für mich keine Aktivitäten, die ich im Verein ausübe, hahaha! Club ist da meiner Meinung nach nur die englische Beschreibung des selben.

    Wellenreit-Vereine sind mir nie zu Ohren gekommen – nicht in den Achtzigern, nicht in den Neunzigern, bis heute nicht. Zumindest nicht in Deutschland – mal abgesehen vom Surfing Club Sylt! So etwas schrieb man eher immer den typischen Surfnationen, beziehungsweise den Nationen mit entsprechendem Zugang zu Ozean und Wellen, zu, wie Frankreich und England in Europa und Australien, die USA, Südafrika in Übersee.

    Hier hat der Begriff Verein immer so etwas piefiges und spießiges an sich – man denkt an Kassenwart, Vereinsmeier, organisierte Fröhlichkeit. Keine Ahnung, aber für mich wäre das nichts! Wenn ich skate oder surfe, dann alleine und auf eigene Faust oder mit ein, zwei Kumpels zusammen -spontan, ungezwungen, ohne Regeln und Verbote.

    Wenn ich jemanden beobachte, der ein wenig Hilfestellung oder einen guten Tip braucht, egal ob im Wasser oder im Skatepark am Bowl, dann tue ich das gerne, egal ob auf Nachfrage oder unaufgefordert. Ansonsten bin ich der Meinung, entweder in ’ne Surfschule gehen oder auf eigenen Faust üben, üben, üben, bis es irgendwann klappt. Wir reden hier nicht von Mannschaftssportarten – Surfen und Skateboarding ist etwas für Individualisten. Vernetzung und Zusammenhalt unter einander, JA, KLAR, aber Vereine und Clubs, NÖ, BRAUCH ICH NICHT…

    2. April 2010 um 14:58 Uhr #112222
    sis
    Gast

    ich wurde schon von mehreren freunden gefragt, ob sich ich sie mal mit zum strand nehmen und ihnen surfen beibringen kann, aber ehrlichgesagt geht das kaum, wenn man in der nordsee surft. bei den temperaturen braucht man immer einen neoprenanzug und die meiste zeit auch noch booties, handschuhe und haube. und in meinen neo und meine booties passt echt niemand rein, bzw. möchte ich auch nicht, dass er mir ausgeleiert wird.
    mein minimalibu besitze ich zwar noch, allerdings ist es für die meisten meiner freunde viel zu klein und schmal. von daher sind wir immer wieder bei der lösung gelandet, ich kann ihn mangels material nicht helfen und sie müssten in ein surfcamp gehen, das ihnen alles bereitstellt.
    zu den clubs…auch wenn es die offiziell nicht geben mag, gibt es schon enge surfgemeinschaften in jeder region deutschlands, in der man auch privat was unternimmt und immer zusammen ans meer fährt.

    2. April 2010 um 15:02 Uhr #112223
    peterlee
    Gast

    Du vermischt die Dinge etwas. Ein Surfclub zB hat doch nichts mit Regel- und Bahnenverhalten zu tun. Du verlierst doch dadurch auch nicht deine Individualität.

    Mit Verein oder Club möchte ich mich sehr von einem Fußballverein und dgl abgrenzen. Ich versteh mehr darunter einen Clubraum oder Haus zu haben (Bsp. Volcom Haus am Pipeline, Gerry Lopez Clubhaus, Clubhaus Guethary, in Ericeira, in Bali usw.) Da steht eine eine Bar 😀 mit Theke usw. (Wir hatten einmal einen Boardsport Club und Parties alle paar Wochen, der war so etabliert, dass sogar Nichtsurfer dort abfeiern wollten und die Leute Schlange gestanden haben vor der Tür). Miniramp Sessions und im Winter gabs Snowboard Contests, aber alles ohne Leistungsdruck. Ein „echtes“ soziales Gefüge. War ja alles nur ein Witz. Ein Ort wo man sich trifft, eine Werkstatt dabei ist zum Shapen oder für Reparaturen usw. Ist doch einfach nur Spaß und Show, in dieser Welt ist sowieso vieles zu ernst.

    Ich schei… 🙄 auf Vereinsstrukturen, Eintragungen, Mitgliedschaften usw. darum geht es gar nicht, es geht mehr um den Gedanken Spaß zu haben und auch Leuten vielleicht Surfer umsonst näher zu bringen. Eine Skateboard Pool Session mit mehreren und Freunden macht viel Spaß.

    Mir ist das im Prinzip sowieso egal, ich hab Surfen allein gelernt und such auch keinen Surfclub. War nur ein Gedanke, was sich geändert hat und wieso …

    2. April 2010 um 22:56 Uhr #112235
    t0bi
    Gast

    Hey,

    also es gibt in Dland nach wie vor einige Vereine. Über den DWV einige und nach dem kleinen Knall in 2007 einige eigenständige. Der Kölner NoShore Surfclub hat mittlerweile über 50 Mitglieder und organisiert ein wöchentliches Training speziell aufs Surfen ausgelegt. Die Hamburger haben auch ein funktionierendes Vereinsleben und organisieren die jährliche Charity Challenge (www.cwsc.de). Die Sylter um Angelo Schmitt machen eine supergeile Jugendarbeit, auch abseits des Wassers, haben zur DM letztes Jahr z.B. eine kleine Ausstellung mit selbstgebauten Figuren aus Müll der vom Strand gesammelt wurde gemacht (http://www.surf-dwv.com/qgc09/wp-content/gallery/foto-mix-c-thomas-josek/_mg_3497.jpg).

    Von Vereinsmeierei u. Ä. habe ich da nix mitbekommen auch wenn es e.V. sind. Meine persönliche Erfahrung ist, dass je „offizieller“ etwas in Deutschland ist, desto mehr Öffentlichkeit und auch desto mehr Zulauf bekommt man. Wir hatten bei uns hier in Aachen vor einigen Jahren eine kleine Runde von Surfern, die sich alle paar Wochen auf’n Bier getroffen hat. Nachdem wir die Geschichte in eine offizielle Unisportgruppe umgewandelt haben, hatten wir plötzlich 3 oder 4 mal so viele Leute dabei, was super war weil einige der Bekanntschaften von dieser Zeit immer noch da sind und daraus einige super Trips entstanden sind. Die Unigruppe hat sich dann irgendwann aufgelöst und mittlerweile trifft man sich kaum noch und es kommen natürlich erst Recht keine neuen Leute mehr dazu, was schade ist. Von daher lohnt es sich in meinen Augen schon dem Ganzen etwas „offizielles“ zu geben, einfach damit so ne Sache auch über einzelne Personen hinweg bestehen kann und „neue Generationen“ innerhalb einer Gruppe oder eines Vereines heranwachsen können.

    Der Vergleich zum Windsurfing ist natürlich sehr schwer, weil man diese Sportart überall ausüben kann. Selbst hier in meiner Umgebung kenne ich mind. 3 Seen wo regelmäßig gesurft wird… Das Vereinsleben eines Inland-Wellenreitvereins hingegen muss zwangsläufig halt ohne die Sportart an sich auskommen …

    3. April 2010 um 21:08 Uhr #112257
    Dr. Surf
    Gast

    Wir hatten bis vor 10 Jahren mal ein paar Jahre lang über unseren Shop den laufen. Das war hier in Frankfurt im Nordend ein kleines Kellergewölbe wo man sich abends treffen konnte, wo immer Surf und Snowboardvideos auf einem großen Fernseher unter der Decke liefen und an der Zapfanlage sprudelte das Bier aus Totenköpfen. Hi und wieder gabs sogar kleine Konzerte. Leider war’s das alte Lied: kommen, feiern, saufen (am liebsten für lau – weil man sich ja so gut kannte…) wollten alle. Wenn’s allerdings ans aufräumen, putzen oder mal einen Unkostenbeitrag fürs Bier ging waren alle ganz schnell weg. Macht natürlich keinen Spaß, wenn man das Gefühl hat, man selbst ist nur der Arsch, der hinter den anderen herräumen darf und dann auch noch die Zeche zahlen soll.

    Deswegen wurde das Ding nach einiger Zeit wieder eingestampft und ich würde was vergleichbares heute nicht mehr aufziehen. Schade eigentlich.

    3. April 2010 um 23:10 Uhr #112261
    shakin_roga
    Gast

    Der Vergleich zum Windsurfing ist natürlich sehr schwer, weil man diese Sportart überall ausüben kann. Selbst hier in meiner Umgebung kenne ich mind. 3 Seen wo regelmäßig gesurft wird… Das Vereinsleben eines Inland-Wellenreitvereins hingegen muss zwangsläufig halt ohne die Sportart an sich auskommen …

    Das ist ein sehr entscheidender Punkt. Der NoShore ist vielleicht auch deshalb so groß weil Vereinszweck nicht surfen sondern das surfspezifische Training ist.

    4. April 2010 um 11:13 Uhr #112269
    peterlee
    Gast

    Hey, also es gibt in Dland nach wie vor einige Vereine. Über den DWV einige und nach dem kleinen Knall in 2007 einige eigenständige. Der Kölner NoShore Surfclub hat mittlerweile über 50 Mitglieder und organisiert ein wöchentliches Training speziell aufs Surfen ausgelegt. Die Hamburger haben auch ein funktionierendes Vereinsleben und organisieren die jährliche Charity Challenge (www.cwsc.de). Die Sylter um Angelo Schmitt machen eine supergeile Jugendarbeit, auch abseits des Wassers, haben zur DM letztes Jahr z.B. eine kleine Ausstellung mit selbstgebauten Figuren aus Müll der vom Strand gesammelt wurde gemacht (http://www.surf-dwv.com/qgc09/wp-content/gallery/foto-mix-c-thomas-josek/_mg_3497.jpg).

    genau so etwas hab ich gemeint und solche club aktivitäten födern auch die surfbewegung. gerade in den sechzigern und siebzigern haben solche vereine (ok hauptsächlich übersee) viel zur entwicklung beigetragen.

    am beispiel vom ujusansa surfclub in slowenien (kenne die vom surfen in kroatien) sieht man sehr gut, dass ein einziger „verein“, das surfen in slowenien derart publik gemacht, wie es kein magazin oder irgendwelche medien machen können, aber positiv. die veranstalten unterm jahr spezielles schwimmtraining in hallenbädern, geben basiskurse in schulen, haben mittlerweile eigene surfcamps von frankreich über spanien bis zu den kanaren. organisieren die slowenischen surfmeisterschaften und reinigen zb alljährlich die surfspots von kroatien. und weiten die aktivitäten im winter auf snowboarden aus. und, es gibt alle paar monate die surfparties mit kultvideos und neuen filmen. aber es gibt keine spezielle mitgliedschaft oder irgendwelche vereinsstatuten, der clubraum ist das forum (zeitgemäß), die veranstaltungen selbst – egal ob surfen selbst, reinigen, wettbewerbe, kurse – sind natürlich draußen 😀 und es fließt geld in die clubkassa, also ein netter zuverdienst zum job mit spaß …

    und ❗ 😆 es gibt das wichtigste für alle, die club-tshirts

    4. April 2010 um 11:16 Uhr #112270
    peterlee
    Gast

    ja und manche von den typen sind halt noch studenten und ihre eigenen surfgruppen im sommer und unterrichten und verdienen dabei noch geld.

    4. April 2010 um 13:46 Uhr #112278
    MoltoCaldo
    Gast

    in ravenna an der italienischen adria gabs nen surfclub… hatten auf jeden fall solche pullis… yeah 😉

    4. April 2010 um 15:27 Uhr #112279
    maat
    Gast

    Vereinsmeierei entsteht nicht, weil die Leute das so wollen, sondern liegt im System „Club“ begründet. Der ist nämlich meistens offen für alle und man freut sich sehr über die vielen Mitglieder, aber die bringen auch neue Ideen mit und verändern den Verein. Das passt dann meistens den alten Hasen nicht, die den Verein gegründet hatten und schon beginnt die Vereinsmeierei, endlose Hauptversammlungen, und so weiter. Und plötzlich wird selbst der lustige Grillabend, über den man sich früher wie ein Schneekönig gefreut hat, zum seltsamen Pflichtprogramm und aller Bock, den man mal hatte, ist vollkommen vorbei.

    Das ist dann meistens der Punkt, an dem man austritt und die ganze Geschichte in einem neuen Verein wieder von vorne beginnt… oder man hält sich dann von Vereinen völlig fern.

    5. April 2010 um 1:16 Uhr #112292
    Supercolor1000
    Gast

    Ich fänds töfte, wenn es selbstorganisierte, selbstverwaltete Surfhäuser z.B. in Frankreich oder Spanien gäbe. Ich stell mir das so ein bisschen vor wie Autonome Jugendzentren. Kein kommerzieller Scheiß, der von irgendeiner Firma gesponsort wird, sondern ein soziales Gefüge, ein freier Raum, der von den Menschen selbst kommt. Dieser ganze Fetisch der Surfindustrie geht mir so auf die Eier. Ausserdem kann damit dem ganzen Verwertungscharakter entgegengewirkt werden. Die ganzen Camps zeugen doch davon, dass Surfen an sich nur eine bloße Ware ist, die nur dazu da ist verkauft zu werden…

    5. April 2010 um 1:44 Uhr #112293
    Dr. Surf
    Gast

    Genau. Wie „selbstbestimmt“, „unkommerziell“ und so geht, habe ich mehrere Jahre lang bei ADH Cup „genießen“ dürfen: die übliche 6er Bude mit Freunden gemietet und ständig irgendwelche unkommerziellen Nervensägen, die vorm Gate lieber im Auto gepennt haben auf der Matte stehen gehabt. Die wollten dann „nur mal kurz scheißen“, „nur mal kurz duschen“, „nur mal kurz fragen, ob man vielleicht ein Bier entbehren könnte“ oder sie haben sich kurzerhand zum grillen eingeladen – natürlich ohne selbst irgendwas beizusteuern. Wär ja alles kein Problem, aber am Ende der Woche wars jedesmal das gleiche Lied: geputzt hat von denen keiner, Bier aufgefüllt auch nicht. Noch nicht mal ein Baguette für ein paar Cent als Dankeschön war drin.
    Selbstverwaltete Häuser funktionieren (leider) nicht. Erst Recht dann nicht, wenn sie fern der Heimat stehen und somit jegliche Kontrolle wegfällt. Weil es immer Asseln gibt, die sich auf anderer Leute Kosten durchschnorren. Die Gemeinschaftseigentum angeheitert zerstören, aber dann nicht für Ersatz sorgen. Die die ersten am Kühlschrank sind, wenn er voll ist und immer dann gerade keine Zeit / keine Kohle haben, wenn er wieder aufgefüllt werden müßte. Nee danke. Dann lieber ganz normal mieten. Da kann ich dann wenigstens jemanden ankacken, wenn was schief läuft.
    Wenn man manche Posts hier liest, könnte man meinen, Surfcamps kämen auf der Igitt-Großkapital-Leiter gleich nach Hedgefonds und Private Equity Heuschrecken. Demnach müßten ja dann alle Campbetreiber Sportwagen fahren und dicke Villen haben. Dass es keiner hat/macht, könnte eventuell daran liegen, dass man mit Camps doch nicht den ganz großen Reibach machen kann. Das Gleiche gilt für Surffirmen. Ohne Jack O’Neill wäre die Saison immer noch dann beendet, wenn das Thermometer unter 20 Grad fällt und es zu kalt für surfen in Badehosen wird. Bis auf eine handvoll Firmengründer ist auch dort niemand reich geworden und der jeweilige angestellte Chef von Weltfirmen wie QuikbongCurl verdient kaum mehr als der Vorstand eurer örtlichen Sparkassen und das zieht sich quer durch die hippe Skate/Surf/Snowbranche. Hab seit 12 Jahren Einblick in die Industrie – soviel könnt ihr mir glauben.

    5. April 2010 um 2:18 Uhr #112296
    n400
    Gast

    @doc:
    Du schreibst da ziemlich viel wahres. Gerade hab ich das (im nicht-Surf-Bereich) wieder erleben dürfen. So eine Gemeinschaft lebt vom Geben und Nehmen. Nur dann kann das richtig funktionieren. Aber ich finds wirklich gut, dass Du das so drastisch auch mal schreibst.

    5. April 2010 um 2:27 Uhr #112297
    Thyrome
    Gast

    wow, interessantes thema – meine gedanken

    ich denke der grund für den tod diverser vereine liegt einfach im sozialen wandel.

    der moderne mensch verbindet mit sozial sein z.b. einen account auf facebook haben.
    wir sind alle relativ verblendet vom geld und sehen oft zeit als bare münze an.
    seine eigene zeit aufzuopfern um ein gemeinnütziges ziel zu erreichen ist meiner meinung nach nicht gerade ein moderner trend.

    weiter gibt es viel mehr ablenkung als früher, medien und werbung und co führen zu einem informationen overflow. wir sind wie betrunken und deshalb damit beschäftigt diese zu verarbeiten.

    web2.0: macht vieles wofür ein verein früher nützlich war
    man traf / trifft sich um gemeinsame interessen auszutauschen. als ich noch klein war und es kein internet gab, wurden informetionen gleicher interessen von person zu person überliefert und ausgetauscht. da dieser austausch, genau wie diese forumsbeiträge, 24/7 zu verfügung steht und bequemer ist, als einen weiteren termin im wochenplan, wird ein treffen obsolete. in gewisser weisse, ersetzen internetforen die vereine & clubs.

    Ich dachte immer, hier in England sei die BritishSurfingAssociation so ein Verein. Vor meinem Umzug nach Newquay, hauptsitz der BSA, dachte ich, ich würde der BSA beitreten und hätte einmal die Woche surftraining oder einen stammtisch etc.
    dem ist aber nicht so. Wenn es in einer City wie Newquay, die eigentlich nur des Surfens willen existiert, keinen Surfclub gibt, könnte es evtl an localen Mentalitäten liegen, oder wirklich daran, dass es heutzutage niemanden interessiert, Vereinen beizuleben.

    Schade, ich wäre gerne Mitglied eines Surf Clubs.
    Ich hätte interesse solche diskussionen in einer gemütlichen Runde zu bequatschen,
    aber mit scheint, als wäre das Zeitalter 2.0, Party, Saufen, Coolsein nicht dafür gemacht.

    Mit den worten Angelika Express‘ “ neunzehnhundersiebzig – warum bist du vorbei „

    5. April 2010 um 7:22 Uhr #112298
    T.R.
    Gast

    *** bye ***

    5. April 2010 um 12:21 Uhr #112302
    Dr. Surf
    Gast

    @ T.R.
    Da magste tatsächlich Recht haben. Wobei man sicherlich in anderen Unternehmen die vergleichbaren Umsatz machen als CEO mit mehr als umgerechnet knapp 1,2Mio Euro + Optionen rausgeht.
    Kenne die Situation in den Europazentralen der Firman einigermaßen. Was dort teilweise bezahlt wird ist haarsträubend.

    Aber ich wollte damit keine andere Diskussion anzetteln, sorry fürs Abschweifen. Thema waren ja Surfclubs.

    6. April 2010 um 14:15 Uhr #112334
    DonTomek13
    Gast

    Schade, ich wäre gerne Mitglied eines Surf Clubs.
    Ich hätte interesse solche diskussionen in einer gemütlichen Runde zu bequatschen,
    aber mit scheint, als wäre das Zeitalter 2.0, Party, Saufen, Coolsein nicht dafür gemacht.

    Wie siehtn das eigentlich aus hier im Forum? Bin ja noch recht neu, treffen sich die leute hier auch mal? Also nicht zum surfen, vll nur um n bierchen zu trinken und sich gemeinschaftlich bemitleiden, dass man in diesen breitengraden lebt und nicht auf hawaii oder was auch immer?
    War mal in einem anderen forum, da haben die das gemacht, allerdings waren es auch z 95% ziemliche Arschlöcher, deswegen bin ich nicht mehr da.

    Außerdem muss ich gestehen, dass ich meine Kinderstube im Windsurfen verlebt habe, da gab es auch andauernd irgendwelche treffen. Klar, die Zahl der Windsurfer ist ca. 10x so hoch, aber ich denke mal hier oben im Norden müsste es doch auch ne handvoll geben…

    6. April 2010 um 15:26 Uhr #112338
    Dr. Surf
    Gast

    War mal in einem anderen forum, da haben die das gemacht, allerdings waren es auch z 95% ziemliche Arschlöcher, deswegen bin ich nicht mehr da.

    Namen! Jetzt bin ich neugierig geworden.

    6. April 2010 um 22:29 Uhr #112352
    shakin_roga
    Gast

    der jeweilige angestellte Chef von Weltfirmen wie QuikbongCurl verdient kaum mehr als der Vorstand eurer örtlichen Sparkassen und das zieht sich quer durch die hippe Skate/Surf/Snowbranche. Hab seit 12 Jahren Einblick in die Industrie – soviel könnt ihr mir glauben.

    1 Mio € statt 2 Mio € und dafür organisiert die Sekretärin noch Bootstrips auf ner Firmenreise ist doch ein guter Deal.

    Ich hatte erst kürzlich nen Artikel gelesen über eine wissenschaftliche Untersuchung zum Thema Geld und Glücklichsein. Demnach ist nicht die Höhe des Geldes absolut was glücklich macht, sondern dass man mehr als andere hat. Umgekehrt sind Leute unglücklich die nur 1 Mio € verdienen wenn nen anderer 2 Mio. € bekommt.

    6. April 2010 um 23:37 Uhr #112359
    maat
    Gast

    Laut einer Untersuchung, die ich mal von der HumanRightWatch gelesen habe, steigt das Glücksempfinden in westlichen Industrienationen nur bis zu einem Jahreseinkommen von 13.000 Euro gleichmäßig an. Darüber hinaus steigt es nicht mehr im selben Maße an. Erklärt wird das dadurch, dass mit höherem Einkommen die Zeit, die man für seine Arbeit aufwenden muss, erheblich ansteigt, der Streß zunimmt und so weiter…

    7. April 2010 um 2:34 Uhr #112360
    DonTomek13
    Gast

    Namen! Jetzt bin ich neugierig geworden.

    Ach ich will jetzt ja nicht lästern, bestimmt fahren hier auch einige zweigleisig, aber ich hab drüben beim Syndikat so n paar sachen gesehn…
    Ich mein wenn jetzt so ein kleiner Surf-Grünschnabel ankommt und nett anfragt, wo man hier an nord- und ostsee vielleicht mal ein paar wellen surfen kann und statt ner hilfreichen antwort gleich ne heftige Verbalschelle à la

    „AlsomorgensolleninFlensburgwieder3-meter-brecheranrollenaberfahrmalieberzumBodenseedagehtimmerwas – wasfürneblödefrageduvollidiot!“

    reingewürgt kriegt, find ich das scheiße.

    Und dieser ganze Localism-Scheiß (morgen dick swell in „l-bay“, „whitehouse“ oder „e-bay“) ist erstens total lächerlich und zweitens einfach mal komplett überflüssig!

    Nee also die typen da können von mir aus unter sich bleiben.
    Aber hier is schön:)

    Und zu der Geldsache: Jemand mal „Walden“ gelesen oder „Into The Wild“ gesehn? Lohnt sich.

    8. April 2010 um 16:17 Uhr #112393
    Sebaschtian
    Gast

    Jemand mal „Walden“ gelesen

    In der Tat, nur stellenweise bissl langweilig 😉

    3. Mai 2010 um 3:02 Uhr #113278
    Horst-Günther
    Gast

    into the wild hab ich vorgestern gesehen und wollt die ganze zeit dem typen aufs maul hauen. erzaehlt die ganze zeit von frei sein, verbrennt sein geld und bla, aber faehrt per anhalter. ahahaaaaa

    gruß, rainer

    3. Mai 2010 um 6:30 Uhr #113280
    Lizzie
    Gast

    fand into the wild auch ein wenig nervig. Ok, echt schicke alaska aufnahmen, aber den hauptcharakter fand ich schrecklich. Es ist ja gut sein ding zu machen aber ich finde er hat den leuten zu sehr aufgebunden wie super individuell und grossartig seine mission und sein charakter ist im vergleich zur main-stream welt. lieber einfach machen und das predigen aussen vor lassen!

    3. Mai 2010 um 11:40 Uhr #113282
    streettagger
    Gast

    @lizzie: kann ich nicht ganz nachvollziehen? Wem hat er denn wann seine Meinung aufgebunden? Dass er sich in Gesprächen sich über seine Ideen und Einstellungen zum Leben unterhalten hat ist doch vollkommen normal. Er hats doch sogar einfach gemacht, ohne lange zu reden. Er hat sein „Ding“ durchgezogen, mit allen Konsequenzen, die es hatte…

    3. Mai 2010 um 14:31 Uhr #113289
    Horst-Günther
    Gast

    @lizzie: kann ich nicht ganz nachvollziehen? Wem hat er denn wann seine Meinung aufgebunden? Dass er sich in Gesprächen sich über seine Ideen und Einstellungen zum Leben unterhalten hat ist doch vollkommen normal.

    ganz genau das isses ja. sobald du mit jemand anderem redest und ihm sagst, dass du es als notwendig ansiehst genau das gegenteil von dem zu machen, was diese jeweilige person gerade macht, dann bindest du ihm deine meinung auf. und ja, das ist ganz normal.

    abgesehen davon, dass es schwer ist mit jemandem zu reden, ohne ihm deine meinung aufzubinden…

    sehr ausgepraegt kams zur geltung bei der story mit dem alten mann, dem er sagt, dass die welt aus mehr als sozialen kontakten besteht und er endlich raus soll aus seinem haus…

    eigentlich kams andauernd zur geltung, was fuern arroganter schwachmat der typ ist, weil frei sein und teil eines ganzen sein, leider nicht moeglich ist. auch in der wildnis muss man immernoch essen und seinen mitteilungswillen hat er auch noch in der wildnis behalten und musste unbedingt seine kacke in ein stueck holz schnitzen.

    ich hate jetzt die ganze zeit nur auf dem typen rum! der film war echt ganz gut! wird am ende ja offensichtlich wann man erst frei ist.

    gruß, rainer

    4. Mai 2010 um 2:05 Uhr #113332
    seb
    Gast

    Das Buch ist mal wieder besser als der Film! Da wird seine Einstellung auch sehr kritisch beleuchtet (im Film ist er ja Hauptfigur und Held).
    Also sehr empfehlenswert die Vorlage von Krakauer!

    4. Mai 2010 um 6:44 Uhr #113337
    Schwalbster
    Gast

    Hey,

    Über den DWV einige und nach dem kleinen Knall in 2007 einige eigenständige.

    Der Thread ist ja ziemlich abgedriftet, deswegen wollt ich noch mal kurz zurueckspulen. Kann mich mal jemand kurz aufklaeren, was fuer ein Knall das war? Hab mich da nie so wirklich fuer interessiert, aber das Norbert Hoischen damals ziemlich unbeliebt war, war ja bekannt!?

    Aber um gleich wieder mit abzudriften: Zu Into the Wild kann ich nur sagen, das ich das mittlerweile fuer ein Phaenomen halte! Damals mit dem Buch, jetzt mit dem Film. Wann immer Chris Mc Candless Story auf den Tisch kommt, gehen sofort die wildesten Diskussionen los!! Warum?? Ich glaube das es die Menschen einfach im tiefsten Innersten anspricht, ein Typ macht etwas komplett, KOMPLETT irrationales und wildes! Und genau darum wird er beneidet, das gibt man nicht gerne zu und macht sich dann lieber ueber ihn her! Und hey Rainer, ist nur meine Interpretation des Phaenomen, ich wollte dich damit jetzt nicht in Rage bringen. Come on man, take it easy on the guy! Buch definitiv besser als Film, exzellenter Krakauer, aber ich fand den Film auch gut, hab mich nur schwer gewundert, das seine wichtigste Verteidigung im Film falsch dargestellt wurde.

    4. Mai 2010 um 19:59 Uhr #113360
    Horst-Günther
    Gast

    ich fand den film auch gut bis sehr gut! gar keine frage. war super dargestellt wie wiederspreuchlich sein verhalten ist.

    noe, in rage bringst mich nicht, aber ich versteh halt nich warum die leute sein verhalten so abwegig finden koennen. und so unglaublich wild find ichs auch nich mitm gewehr hasen zu erschießen und in nem bus mit ofen zu pennen.

    und dafuer, dass ichs nicht so besonders spektakulaer finde, was er macht, finde ich den aufmerksamkeitsdefizitbelasteten auftritt vom schauspieler halt ziemlich nervig. also, da es mich so genervt hat, war der schauspieler wohl ganz gut.

    ob der typ in wirklichkeit so war, is mir ehrlich gesagt relativ egal, weil ich ihn nich gekannt habe und nur den film gesehen hab. wenn ich also sage, dass ich dem typen im film gern aufs maul gehauen haette, heisst das nicht, dass ich das auch gern mit dem typen gemacht haette auf dem die story/buch/wasauchimmer aufbaut.

    gruß, rainer

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