CulNuCorp Surfboards

Wir sind zurück mit „6 Fragen an„, der Rubrik, in der wir euch lokale Shaper und Boardlabels vorstellen.
Mit CulNuCorp Surfboards und seinem Gründer & Shaper, Jörg Nöbel, stellen wir euch den ersten Shaper aus Spanien vor.
Jörg war bereits zweimal im Kookhausen Podcast zu hören und lebte unter anderem in Brasilien, England und Neusseland. Nach einem längeren Zwischenstopp in Barcelona, hat er seine Basis in Cabezon de la Sal, Kantabrien in Nordspanien gefunden.

Seit wann gibt es CulNuCorp Surfboards?
CulNuCorp gibt es seit 2014. Wie viele andere Unternehmen, darunter Microsoft, Amazon und Google, nahm auch CulNuCorp seinen Anfang in einer Garage.

Warum hast du CulNuCorp Surfboards gegründet?
Eigentlich wollte ich nur ein paar Bretter für mich selbst bauen; ich hatte einige Jahre in Neuseeland gelebt und kam mit meinen Brettern im Mittelmeer nicht mehr klar. Ich suchte nach kleineren Brettern mit etwas mehr Volumen und Finnenkonfigurationen, aber leider fand ich nie, was ich suchte. Also bestellte ich mir ein paar Blanks und versuchte das umzusetzen, was ich von anderen Shapern „gelernt“ hatte. Nach einigen Versuchen kamen langsam halbwegs akzeptable Shapes aus meiner Garage und einige meiner Freunde interessierten sich dafür. Mit der Zeit zog ich von meiner Garage in eine professionelle Werkstatt, die ich mir mit HAV Surfboards in Barcelona teilte, bis ich 2022 mit meiner Familie nach Kantabrien in Nordspanien zog. Seitdem werden meine Bretter in meiner Werkstatt in Cabezon de la Sal hergestellt.

Mit welcher Technologie baust du Boards?
Ich benutze die OGTH-Technologie (one guy two hands). Ich persönlich liebe es, jedes Board von Hand zu shapen. Es ist immer noch ein unglaubliches Gefühl, aus einem Blank ein Board zu machen. Aber ich habe nichts gegen maschinell gefertigte Boards, nur lohnt es sich für mich noch nicht, eine CNC-Fräse zu kaufen.
Ich mag das Verhalten von PU Kernen, aber ich beginne auch immer mehr mit EPS zu arbeiten. Meistens werden bei mir traditionellere Shapes wie Fishs und Midlengths oder Eggs bestellt, daher glase ich die meisten Boards mit Polyesterharz und Glasfasergewebe, aber ich habe auch angefangen mit Epoxy und anderen Materialien zu glasen. In letzter Zeit arbeite ich auch an alternativen Möglichkeiten, Boards zu bauen.

Welches Board Modell ist dein Bestseller?
Eine Zeit lang war es das Zé Pequeno: ein Performance Fish mit Twin Fins, der sich fast wie ein Thruster surfen lässt. Heute sind es vor allem Roundtails und Roundpin Twinfins, Midlengths und traditionelle Fish Shapes, wie z.B. das Cold Lunch.

Kann man bei dir Custom Shapes bekommen?
CulNuCorp ist hauptsächlich auf Custom Made Shapes ausgerichtet. Auch wenn ich verschiedene Modelle als Referenz anbiete, finde ich es wichtig, das Board so zu bauen, dass es zum Surfer passt und nicht umgekehrt. Surfen ist meiner Meinung nach etwas sehr Subjektives und deshalb finde ich es wichtig, dass es die Möglichkeit gibt, sich mit den Shapern zu unterhalten.
Ich hätte gerne mehr Zeit, um Stock-Boards zu shapen, ab und zu habe ich die Möglichkeit, ein paar extra Boards zu shapen, aber das passiert nicht oft.

Was sollte man sonst noch über CulNuCorp Surfboards wissen?
CuNuCorp ist aus Liebe und lebenslanger Leidenschaft zum Surfen entstanden. Ich hatte das Glück, kein landlocked Surfer zu sein, aber ich habe zu einer Zeit und an einem Ort angefangen, wo es wirklich schwierig war, an Material und gute Wellen zu kommen.
Für mich und das Image von CulNu ist es wichtig, dass Surfen in erster Linie Spaß machen muss; wenn es zu ernst wird, ist es einfach nur ein anderer Sport. Und ich kenne keinen anderen Sport, bei dem man nach all den Jahren immer noch dieses kribbelnde, warme Gefühl im Bauch hat, wenn man an den Strand kommt und die Wellen brechen sieht.

Wenn ihr mehr über Jörg und CulNuCorp Surfboards erfahren wollt, besuch ihn auf Instagram, auf seiner Website oder in seiner Werkstatt und Shaping Bay im Cabezon de la Sal.

Kookhausen EP 82 – Jörg Nöbel/ Culnucorp:“Es gibt keine Wellen im Mittelmeer!“

Kookhausen EP 98 – Boards für Kookhausen ft. Jörg Nöbel

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