Tom Koehl Interview

Bevor wir uns mit den Jungs und Mädls von der Blue zusammengetan haben, wollten wir erst mal wissen, was deren Chef so für ein Typ ist. Da der Kerl ständig unterwegs und entsprechend schwer zu greifen ist hat’s ein bisschen gedauert, bis wir ihn in unsere Fänge bekommen haben und ausquetschen konnten. Hier ist, was wir herausgefunden haben. Klassisch Tom Koehl kurz und knackig, denn er hat ja nicht ewig Zeit weil da ja noch so viele Wellen darauf warten, sein Rail zu spüren.

Soul-Surfers: wo lebst du zur Zeit?
Tom: München

Soul-Surfers: wo bist du zu Hause?
Tom: München

Soul-Surfers: wo würdest Du gerne leben?
Tom: Kalifornien, Suedafrika

Soul-Surfers: von was lebst Du?
Tom: Gute Frage

Soul-Surfers: favorite food?
Tom: Huntington Beach Fish Tacos

Soul-Surfers: favorite music?
Tom: Various

Soul-Surfers: favorite films?
Tom: Amores Perros, Matchpoint

Soul-Surfers: Wie bist du zum surfen gekommen?
Tom: Lifesaver an der Australischen Goldcoast beim Schulaustausch mit 15

Soul-Surfers: Welche Bedeutung hat surfen für Dich?
Tom: Lebensphilosophie

Soul-Surfers: Riff oder Beachbreak?
Tom: Riff

Soul-Surfers: goofie oder regular?
Tom: Regular

Soul-Surfers: longboard oder stick?
Tom: 6’2 Fish

Soul-Surfers: short und Sonnencreme aber voller lineup oder 5mm wetsuit mit booties, haube und handschuhen und surfen mit einer Handvoll Freunden?
Tom: Ohne shorts und sonnencreme

Soul-Surfers: dawn patrol oder einschlafender Wind am Nachmittag?
Tom: Dawn patrol

Soul-Surfers: schon mal in der Nordsee gesurft?
Tom: Sylt

Soul-Surfers: Lust mal in der Nordsee zu surfen?
Tom: Jederzeit

Soul-Surfers: Was hältst du von der Entwicklung des Surfens in Deutschland (und Österreich und Schweiz)?

Tom: Gut so, wir sind noch 10 jahre zuerueck mit all den Vor- und Nachteilen. Wenn ich mir die Szenen in USA oder Australien ansehe fehlt mir der Stoke den mitteleuropaeischen Surfer an den Tag legen

Soul-Surfers: wie stehst du dazu, dass immer mehr mainstream Medien surfen für sich „entdecken” und verwerten

Tom: Da habe ich kein Problem damit. Das gute an unserem Sport ist dass es eine ziemliche Portion Entschlossenheit und Willenskraft erfordert auf einen bestimmten level zu kommen – Medien hin oder her, wer nicht im Herzen Surfer ist wird es auch nie lernen

Soul-Surfers: was hältst du von den Diskussionen in denen immer wieder die Kommerzialisierung und der Verlust des „souls” des Surfens beklagt wird?

Tom: Diese Diskussion ist doch Bloedsinn. Frag mal den Typen der seit dreissig Jahren alleine seinen Pointbreak irgendwo in Spanien surft ob sich in sachen Soul fuer ihn ueber die Jahre etwas veraendert hat – er wird dich wahrscheinlich verstaendnislos ansehen. Soul kommt von innen heraus.

Soul-Surfers: Ist Surfen Sport oder Lebenseinstellung?

Tom: Wenn du dein Leben richtig gestaltest, kann Surfen eine Lebenseinstellung sein. Allerdings muss man aufpassen, denn Surfen ist im Verhaeltnis zu anderen Dingen im leben nicht wirklich wichtig. Es ist fuer mich jedes mal wieder eigenartig, wenn ich Menschen treffe die aus Surfen eine Art Religion machen. Schau dir die Kalifornier an – da geht der Investmentbanker nach der Arbei nach Venice und surft eine Runde. Es ist fuer ihn wichtig aber nicht entscheidend im Leben.

Soul-Surfers: was sind die schönsten Plätze, an denen du schon warst?

Tom: Ich hatte eine Woche in Marokko vor wenigen Jahren, die war besser als alles was ich bisher in Suedsee, Indo, Karibik und Pazifik erlebt habe – na ja mit Aussnahme von Sumatra vieleicht

Soul-Surfers: wo willst du unbedingt noch hin?
Tom: Karibik bei Southswell

Soul-Surfers: Warum hast du die Blue in’s Leben gerufen?

Tom: Ich hatte die Surfeurope mitgegruendet aber wollte etwas Eigenes machen – die erste Zeit lief beides parallel. Ich hatte damals auch den ersten deutschen Surffilm „Liquid Frontiers” mit zehn deutschen Surfern auf den Mentawaiis produziert – da hatten wir zum ersten Mal gutes Material zur Hand, was die ersten Ausgaben von Blue ausgemacht hat.

Soul-Surfers: Welche Bedeutung hat die Blue für Dich?

Tom: Neulich hat sich das amerikanische Surfermag bei mir gemeldet und gemeint, ihnen haette die gelbe Ausgabe so gut gefallen, dass sie einige grafische Elemente wie zb unsere Rubrikengestaltung uebernehmen wollen – da ist mir aufgefallen dass sich mittlerweile ein deutsches Surfmag international sehen lassen kann. So lange wir diesem Anspruch gerecht werden, mache ich Blue weiter weil es mir Spass macht.

Soul-Surfers: Was ist die Philosphie von Blue?
Tom: Surf, Style & Trips

Soul-Surfers: Pläne für die nächste Zeit und die fernere Zukunft?

Tom: Karibik bei Southswell. Es gibt da einen Spot auf Barbados den ich bisher immer um ein paar Tage verpasst habe – dieses Jahr schaffe ich es!

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