Donavon Frankenreiter

Donavon Frankenreiter Interview

Donavon Frankenreiter ist derzeit wohl einer der stylischsten Surfer. Der Kalifornier ist schon mit 15 zum profisurfen gekommen, hat dann aber auch ziemlich schnell wieder den Absprung gesucht und verdient sein Geld seither als Freesurfer und Musiker. Wir haben Donavon auf seiner Tour mit Jack Johnson am 10. Mai 2005 im Palladium in Köln getroffen und mal ein paar Fragen zur Vergangenheit und Zukunft gestellt.

Wie waren die Shows in Berlin und Hamburg?

Donavon Frankenreiter: Sie waren richtig gut. Unglaublich. Mit soviel Begeisterung habe ich vorher nicht gerechnet. Die Fans waren echt super.

Die ganze Europa Tour ist ausverkauft. Die meisten davon in Locations mit bis zu 4000 Leuten. Das muss ein gutes Gefühl für euch sein.

Donavon: Ja es ist unglaublich, für mich ist es gut die Show für Jack zu eröffnen und mich so seinen Fans vorzustellen. Es ist Jack’s Tour, er ist der Grund warum die Leute kommen. Die Leute kommen alle sehr früh um einen guten Platz zu bekommen, deshalb spiele ich auch schon vor sehr vielen Leuten. Das ist super!

Deine Texte sind sehr persönlich und ich glaube viele deiner Lieder sind deiner Frau und deinem Sohn Hendrix gewidmet.

Sie handeln von den Sachen die ich täglich erlebe. Als ich die Platte gemacht habe, hatte ich gerade vorher geheiratet und bin Vater geworden. Es ist viel in meinem Leben passiert was mich veranlass hat diese Songs zu schreiben. Viel Lieder handeln vom täglichen Leben und ich glaube deshalb können sie sich auch viel Leute zu eigen machen. Songs wie “it dont matter”, “swing on down”, “butterfly” und “free”. Ich singe darüber für den Moment zu leben und nicht über das was gestern passiert ist nachzudenken oder was morgen sein wird.

Wo schreibst du deine Songs?

Donavon: Ich schreibe sehr viel wenn ich unterwegs bin. In Flugzeugen, Hotels oder wenn ich von zu Hause weg bin. Meine Songs sind definitiv vom Reisen beeinflusst.

Dein Album wurde von Mario Caldato Jr. Produziert der in meinen Augen einer der besten Produzenten überhaupt ist. Wie war es mit ihm zu arbeiten?

Donavon: Es war unglaublich. Es war einer dieser Sachen die fantastisch waren. Jack hat die Platte mit ihm zusammen produziert und war deshalb auch während der ganzen Zeit im Studio. Mario hat so viele fantastische Platten gemacht. Er bekommt den Sound immer perfekt hin. Er bekommt wirklich echten Akustik-Sound und wirklich sensationellen Sound vom Schlagzeug den Gitarren und Bass. Es war großartig. Es hat wirklich Spaß gemacht mit ihm zu arbeiten, kein Stress. Mario ist ein echter Profi und weiß wie er das Beste aus dir rausholen kann. Es war eine Ehre für mich mit ihm zu arbeiten.

Dein Album ist nun seit Mai 2004 draußen. Gibt es in nächster Zeit etwas neues von dir zu hören?

Donavon: Wir werden eine neue Platte im Oktober aufnehmen, die dann im Frühjahr 2006 rauskommt. Wir spielen heute Abend auch 2 neue Lieder in unserm Set. Ansonsten experimentieren wir momentan viel, um eine Platte zu haben die nicht aus dem selben Holz geschnitzt ist wie die Erste. Ich denke, dass wir uns als Musiker und als Band weiterentwickelt haben.

In den Neunzigern hast du in einer Band namens Sunchild gespielt. Was ist mit denen passiert?

Donavon: Ich habe 8 Jahre in der Band gespielt doch zum Schluss war es eigendlich nur noch eine bessere Coverband weil wir nur noch in einer Show pro Monat unsere eigenen Lieder gespielt haben. Stattdessen haben wir an 3 Tagen jeder Woche 3 Sets mit Coversongs in irgendwelchen Bars gespielt. Ich habe nie Musik gemacht weil ich damit Geld verdienen wollte und ich wollte auch nie die Lieder anderer Leute spielen. Nachdem ich 8 Jahre bei Sunchild gespielt habe, wollte ich meinen Horizont erweitern und meine Flügel ein wenig ausbreiten. Ich habe also zu Hause gesessen und meiner Frau die Lieder von meiner Platte vorgespielt und sie sagte : Du solltest dich von den Jungs trennen und dein eigenes Ding machen. Was ich nun mache hätte in dieser Band nie funktioniert weil es dort noch 2 andere Sänger und einen Lead-Guitar-Spieler gab und irgendwie machte das keinen Sinn. Ich wollte einfach mein eigens Ding machen, meine eigenen Lieder singen und echte Musik machen weil mich die ganze Coversong Spielerei nicht zufrieden stellte. Wir haben zwar Songs von Leuten wie Jimmy Hendrix, Van Morisson und den Rolling Stones gespielt die ich wirklich liebe, aber es war halt nicht unsere Musik.

Viele Leute glauben wahrscheinlich das Freesurfer zu sein der Beste Job der Welt ist. Ist es nicht gerade am Anfang schwierig Fotos in Magazinen und Aufnahmen in Videos zu bekommen?

Donavon: Auf eine Art war es schon schwierig, aber es wurde mir eine große Chance gegeben, weil gerade als ich mich vom Contestsurfen zurückgezogen habe, dachten meine Sponsoren Billabong, Sanuk, Von Zipper und all diese Leute, wir haben hier diesen Typen der gut surfen kann und er hat jetzt eine menge Freizeit, lass ihn uns ein wenig nach Indonesien schicken. Vorher hatte ich immer nur wenig Zeit irgendwo zu surfen und Stories für Magazine zu machen. Wenn ich irgendwo eine Woche war und es keine Wellen gab, gab es auch keine Story. Jetzt hatte ich die Gelegenheit auf die wirklich guten Tage zu warten und die Welt zu erforschen. Ich wollte Wellen finden die vorher noch niemand gesurft ist deshalb bin ich zum Beispiel in Island und Italien unterwegs gewesen und habe Stories an diesen Spots gemacht. Ich denke, es war für Leser interessant mal was frisches, neues zu lesen und in Videos zu sehen. Es war wirklich schön diese Zeit zu haben und Stories für Magazine zu machen und Interviews und nicht den Druck zu haben sich auf den Contest zu konzentrieren.

Es macht immer viel Spaß die drive thru Videos zu gucken. Wird es noch weitere Teile geben? Vielleicht ein drive thru Europe?

Donavon: Es gibt “drive thru europe”. Es kommt jetzt raus, aber ich hatte diesmal keine Zeit dort mit zu fahren. Stattdessen ist Kelly Slater dabei und Benji Weatherly, Pat O’Connell, ich habe vergessen wer die anderen waren. Aber ich bereite mich schon auf den Juli vor, dann werden wir drive thru south afrika machen. Wir fahren nach Jay Bay, Durban, Kapstast und werden uns die wilden Tiere angucken. Das wird sicherlich lustig.

Welches drive thru hat am meisten Spaß gemacht?

Donavon: Sie waren alle sehr sehr unterschiedlich. Als wir damit angefangen haben, hatte Taylor Stell noch nicht das Budget, mehr in die Videos zu packen. Drive thru California war sehr aufregend weil es das Erste war was wir gemacht haben. Es geht ja bei den Videos nicht darum die besten Wellen zu haben, sondern auch um das was nebenbei passiert. Es ist echt viel Arbeit einen 45 Minuten Film zu machen. Der Druck ist da, denn wenn es keine Wellen gibt muss irgendetwas passieren und deshalb haben wir auch immer was los gemacht. Wir sind bei allen Bedingungen raus gegangen, egal wie die Wellen waren. Ich denke das es für die Leute schön war dies zu sehen, weil sie sich damit identifizieren können, denn man sieht gut, dass einem Haufen Pros genau die gleichen Sachen passieren als wenn du mit deinen Freunden unterwegs bist.

Ich finde es gut wenn ein Surffilm eine Storyline hat, denn es gibt Tonnen von Videos mit perfekten Wellen.

Donavon: Ja, genau. Was passiert mit dem Typen wenn er aus dem Wasser kommt? In welches Auto steigt er ein? Wie kommt er zum Flughafen? Wir machen genau das gleiche wie jeder andere auch und es hat Spaß gemacht das zu filmen. Bis jetzt haben wir drive thru Californie, Japan, Australia und die Jungs haben jetzt Europe gemacht, Im Juli filmen wir SouthAfrika. Wer weiß schon was als nächstes kommt. Vielleicht Indonesia.

Kann du dich noch an deine beeindruckenste Welle erinnern?

Da waren einige Wellen am Sunset Beach die unglaublich waren. Außerdem gibt es keine 2. Welle wie Pipeline. Wenn du dort eine gut bekommst, egal ob Backdoor oder Pipline, gibt es nichts Besseres. Teahupoo war eine fantastische Erfahrung. Diese Welle ist so kraftvoll und aufregend. Alles Momente die ich nicht vergessen werde.

Wie würdest du selbst deinen speziellen surfstyle beschreiben?

Donavon: Ich weiß nicht. Ich drücke mich so aus wie ich mich fühle. Ich finde es gut, dass ich single fins und Boards ohne Finnen an einem Spot wie Jay Bay surfen kann, das ist eine super Erfahrung. Ich nenne es Soul surfen oder freesurfen, ein Stil bei dem ich 1 oder 2 Manöver auf einer langen Welle mache statt 10 hektische Tricks. Ich kann es was ruhiger angehen lassen. Das ist das großartige am freesurfen, man muss nicht diesen Conteststil surfen.

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