ADH 2004

ADH Open 2004

ADH Open 2004, FH-Darmstadt Hochschulsport Wellenreiten

Studenten in mannshohen Wellen vor der französischen Atlantikküste

Quirin Stamminger aus München verteidigt erfolgreich seinen Vorjahrestitel bei den ADH Open 2004 im Wellenreiten.

Vom 05. – 11.Juni fanden in Seignosse Plage die ADH Open 2004 (Allgemeiner Deutscher Hochschulsport) im Wellenreiten statt, die in diesem Jahr die FH Darmstadt in Kooperation mit dem Wellenreit-Reiseveranstalter Wavetours aus Darmstadt organisierte. Mit mehr als hundert Startern in den Klassen „Open“, „Frauen“ und „Longboard“ legte der Wettkampf gegenüber den Vorjahren deutlich zu.

 

 

Die Heats fanden unter besten Bedingungen statt. Zu den Finals am Freitag, 11. Juni 2004, konnten die Finalisten in zwar nicht ganz sauber brechenden aber kopfhohen Wellen zeigen, was sie drauf haben und so für Begeisterung und ausgelassene Partystimmung am Strand sorgen.

In der Königsklasse „Open Männer“ gewann erneut Vorjahressieger Quirin Stamminger – obwohl die erstmals angetretenen Miguel Gatty, Uni Münster und Daniel Schollmayer, Fernuni Hagen, in den Runden zuvor ihre Siegeslust deutlich machten. Quirin Stamminger freute sich, da die kraftvollen starken Wellen seinem Surfstil entgegen kamen und er so richtig zeigen konnte, was er drauf hat. Heimlicher Sieger war für viele dennoch Brasilien-Import Miguel, der in der Vorrunde gezeigt hatte, dass er auch einen Quirin Stamminger ziemlich alt aussehen lassen kann und auf dem Wasser in echter brasilianischer Manier alles in Grund und Boden gerockt hat. Seltsamerweise saß er im Final den ganzen Heat über deutlich hinter der Brecherzone und hatte dementsprechend wenig Wellen abzusurfen, während 20m vor ihm Quirin & Co eine Welle nach der anderen hatten. Bei jemandem, der auf Miguels Level surft, darf daher die Frage gestellt werden, wieweit Absicht dahinter stand. Zumal er – kaum dass der Heat zu Ende war – eine Welle bis auf den Strand abrippte, die ihm eventuell sogar den Tagessieg gebracht hätte…

Bei den Frauen setzte sich die bislang in Surffinalen unglückliche Claire Mellat (Fernuni Hagen) deutlich vor Simone Baier (München) und Annabelle Borges (Bochum) durch.

Die klassischen Longboards waren am Finaltag eine Augenweide, die Wellenreiter konnten weit draußen die größten Wellen nehmen und elegant bis zum Strand gleiten. Hang Five und permanente Crosssteps waren hier Standard und schließlich setzte sich Jochen Mayer vor Christian Fiechtner (beide Tübingen) und Fabian Keim (Freiburg) durch.

Anschließend fand noch das „Tag-Team-Event“, ein Mannschaftsvergleich der anwesenden Unis mit je vier Surfern und einer Surferin, statt. Diesen Fun-Contest gewann die Uni Münster mit der besten Welle und dem am höchsten bewerteten Wipeout (Sturz) vor München und Tübingen. Surfen war hierbei fast Nebensache, vielmehr pushten sich die einzelnen Teams gegenseitig in Sachen Outfit (Perücken & Co…) und möglichst grotesken Manövern.

Dean Gough, der extra aus Wales eingeflogene Headjudge konnte seine Begeisterung kaum verbergen: „I love France“ oder „it’s the best contest I’ve ever been judging“ waren seine immer wiederkehrenden Kommentare, wobei sich ersteres Zitat auf die Wellen und das zweite auf die Wettkampfbegeisterung der Teilnehmer bezog. Ein Wunder, dass Dean überhaupt noch in der Lage gewesen war, die Finals zu judgen, da er ca. 5 Stunden vor dem Start derselben nur durch viel Überredungskunst aus der Bar gelockt werden konnte („…come on Dean, there’s Weed & Pussies waiting in your Appartement for you“. Selbstredend, dass er auch nicht mehr in der Lage war, die paar Meter zu seiner Bude alleine zurückzulegen, zu sehr forderte der Alkohol seinen Tribut! Abgesehen davon, dass er am Morgen der Finals nicht in der Lage war in gerader Linie zum Strand zu laufen und seine alkoholbedingten Magenprobleme bei einer kurzen Surfsession vor Beginn der Finals kurz die Oberhand gewannen, ließ er sich jedoch nichts anmerken. Hut ab!

Alles in allem ein dickes Lob an Wavetours, die es geschafft haben, für kleines Geld eine komplette Bungalowanlage in Seignosse an Land zu ziehen, die während der Meisterschaften als „Basiscamp“ diente und sonstige exzellente Organisation! Stimmung war bombastisch und auch die beiden waliser Judges entpuppten sich als echter Glücksgriff. Da auch noch das Wetter und die Wellenbedingungen mitspielten, gibt es wohl keinen, der den weiten Weg nach Seignosse bereut hat.

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