USA -->
Süd-Kalifornien, San Diego bis L.A.
Kalifornien
wie Ihr dort
hinkommt:
L.A. wird z.B. von Frankfurt aus direkt
angeflogen, San Diego hat keinen internationalen
Flughafen, d.h. Zwischenstop irgendwo in
USA, durchn Zoll und weiter.
Beschreibung:
Westküste von
USA am Pazifik gelegen.
Landschaft:
Städtisch, gute
Infrastruktur mit allen Vor- und Nachteilen. Landschaft
außerhalb der Orte selbst eher karg (Halbwüste).
Kein Wunder: San Diego hat 311 Sonnentage im Jahr
bei einer Durchschnittstemperatur von rund 20 Grad.
Verregnete Sommer wie manchmal in Frankreich gibt’s
dort also nicht. Darauf kann man sich 100%ig verlassen!
Wer noch nie da war, dem sei Ocean Beach wärmstens
an Herz gelegt. Das ist eine kleine Beach Community
10 Min vom Stadtzentrum San Diegos entfernt. Viele
Hippies, nach 10 Tagen kennt man alle und wird mit
Namen an der Supermarktkasse begrüßt. Da
gibt’s auch ein Hostel, das Ocean Beach Hostel
(siehe Links): entspannte Atmosphäre, gerade
im Sommer viele Surfer, ansonsten Rucksacktouristen,
150 m zum Strand...
Surf:
Yeah, California!
Viele Weltklassebreaks wie Trestles, Oceanside, Wind an’Sea,
Malibu, Huntington und und und… Keine Riffe, viel
Beachbreaks und etliche gute Rocky Points. Im Sommer selten
Tage, wo überhaupt nichts läuft. Stellvertretend
hier nur Ocean Beach (wird sonst zuviel): In Ocean Beach
gibt’s direkt wenn man auf den Strand kommt gleich
Spots links und rechts vom Pier, weiter rechts an der Jetty
und an Dog’s Beach (noch weiter rechts). Gemütlicher
Beachbreak. Leider oft Seaweed (siehe auch „Level“)
Für Longboarder: Sunset Cliffs im Süden von Ocean
Beach. Perfekter A-Frame Point. Hier gilt Longboards only
und die Leute die da draussen sind, sind eine eingeschworene
Gemeinschaft. Supernett und offen auch Fremden gegenüber.
Gehe eine Woche lang an den Cliffs surfen und Du gehörst
dazu. Weit zu paddeln, dafür wird man mit extrem langen
Rides belohnt.
läuft am besten
...:
irgendwo
läuft eigentlich immer was, was bequem mit dem Auto
zu erreichen ist. Wind aus Süd-West hilft, aber eigentlich
braucht’s ihn nicht wirklich. Ebbe und Flut sind ebenfalls
irrelevant, da man einfach den Spot wechselt, wenn’s
an einem nicht mehr sauber bricht. Sunset Cliffs: Läuft
selbst wenn’s überall sonst flach ist. Nicht
bei High Tide. Leider Wasser oft verschmutzt. Beide Spots
sind in der Gallery
Bewertung:
von mies bis 5 Sterne alles
dabei, je nach Spot
Gefahren im Wasser:
Vor
allem in Südkalifornien oft Wasserverschmutzung.
Wer empfindliche Ohren hat, sollte sich Ohrenstöpsel
holen (gibt’s in jeden Surfshop). Ohrentzündungen
wegen des dreckigen Wassers sind häufig und
heißen hier „Surfer’s Ear“.
Hin und wieder Stingrays, also Stachelrochen.
Stich ist sehr schmerzhaft und lähmt wenn’s
dumm läuft das komplette Bein für etliche
Stunden. Fuß in warmes Wasser tauchen hilft
Wunder. Haie gibt’s angeblich auch, gesehen
hab ich nie einen in insgesamt 7 Monaten.
Locals:
Arschlöcher gibt es
überall, so auch in Kalifornien. An den Hot
Spots, den weltberühmten Wellen sind sie
häufiger. Diese Spots sind auch regelmäßig
hoffnungslos überfüllt. Wer sich zurückhält
und sich beim Rauspaddeln nicht gleich an die
Shoulder setzt und anderen reindroppt, wird aber
in der Regel keinen Ärger kriegen
Level:
Vor
allem die Beachbreaks sind gemächliche Schieberwellen,
wie Ihr sie alle aus Frankreich kennt. Perfekt für
Minimalibus (oder Eggs wie die Amis sagen – Minimalibu
versteht dort keiner) und Longboards. Daher auch problemlos
für Anfänger geeignet. Könner wechseln zu
Point Breaks wie Wind an’Sea in La Jolla oder Trestles
bei Oceanside und können sich da ihre Tube abholen.
ABER: je nach Strömung oft viel Seaweed, das ist kalifornisches
Seegras. Wenn das da ist, empfiehlt es sich ohne Leash zu
surfen, da die Leash sich beim Anpaddeln in dem Zeugs verfangen
kann und man nicht auf die Welle kommt. Oder man surft bereits,
bleibt mit der Leash hängen und wird ziemlich plötzlich
und unstylisch vom Brett gerissen. So halbwegs sicher aufm
Brett stehen sollte man also schon können, wenn man
bei allen Bedingungen surfen will. Ohne Leash surfen ist
in Kalifornien eh weit verbreitet. Man ist viel schneller
und lernt, bei Stürzen bei seinem Brett zu bleiben,
was bei den überfüllten Line-Ups nett den anderen
gegenüber ist, die keinen Bock haben, von umherfliegenden
Brettern getroffen zu werden. Im Hochsommer durchschnittliche
Wellenhöhe kopfhoch, kann aber auch deutlich höher
werden, manche Beachbreaks arbeiten dann nicht mehr. Mannshohes
Face bezeichnet der Kalifornier als „1-3 feet, poor
conditions“, wenn also 6 fuß gemeldet sind,
könnt Ihr Euch auf einen big wave day gefasst machen,
obwohl das rechnerisch gerade mal 2 m sind. Berücksichtigt
das bei Eurer Planung
Boards:
Shortboard nicht zu schmal,
nicht zu dünn, die Wellen sind überwiegend nicht
so schnell. Minimalibu empfiehlt sich außerdem, da
1. die Wellen perfekt dafür sind und 2. Jeder zwischen
5 und 75 Jahren surft in Kalifornien. An der Inside sitzen
die Shortboardhelden, die aber oft genug nichts abkriegen,
da auf der Welle schon irgendwelche Daddys sind, die sich
die Welle mit ihren Longboards schon 20 m vorher abgegriffen
haben. Mittelmäßige Surfer mit Shortboards werden
daher eher mittelmäßig Spass haben. Wer seine
Boards nicht mitbringen will: Alle Surfshops verkaufen auch
gebrauchte Boards, wer noch mehr Geld sparen will, schaut
beim Pawn Shop vorbei. Das sind Pfandhäuser, die gibt’s
in Kalifornien an jeder Ecke. Im Gegenteil zu dem Kuckucksuhren-Goldschmuck-Programm
in Deutschland gibt’s da aber fast nur Angelzeug,
E-Gitarren, Skateboards und yes! Surfboards!
Unterkunft:
Campingplätze?
Fehlanzeige! Dafür einen Haufen Hostels, die in der
Regel zwischen 15 und 20$ die Nacht kosten. Frühstück
ist normalerweise dabei. Tip: wer länger an einer Stelle
bleibt, sollte fragen, ob er im Hostel nicht arbeiten kann
(für umsonst wohnen und Frühstück). Geht
oft ziemlich problemlos und für das ersparte Geld täglich
2-3 Stunden arbeiten tut nicht wirklich weh.
Kulinarische Spezialitäten?:
Die ganze Palette Ami Fast
Food. Viel Tex Mex. Empfehlenswert: Jack in the
Box (Burger), Green Burrito (Tex Mex), Fleischfresser
gehen zu Carls Jr., da schmeckts zwar nicht, aber
dafür gibts Burger mit 3 (drei!) Lagen Fleisch
drauf. Pervers! China Restaurants oft billig (komplette
Mahlzeit für 2,50$)
Party:
Viele
Lagerfeuer am Strand, wo man sich einfach dazuhocken
kann. Bars und Clubs sind so mittelgut: Alles
Nichtraucher und die Sperrstunde um 2.00 Uhr wird
auf die Sekunde eingehalten, d.h. wer um 1.55
Uhr ein Bier bestellt und es bis um 2 nicht ausgetrunken
hat, kann sicher sein, trotzdem vom Türsteher
vor die Tür gesetzt zu werden. Ab 23.00 gibt’s
nirgendswo mehr Alkohol zu kaufen (außer
in Bars).
Kultur:
Kultur,...hmm...also Ihr
seid ja in Amerika...da gibt’s eigentlich nix. Oh:
in Huntington ist ein Surfmuseum und in Laguna Beach gibt’s
eine Surf Art Gallery mit Bildern von Drew Brophy (siehe
Links)
Sicherheit:
in L.A. gibt’s üble
Ecken, in San Diego auch. Allerdings sind die Strände
recht sicher, auch bei Nacht (außer Venice –
aber da kann man eh nicht surfen). Die ganzen Beachtowns
dazwischen sind recht sicher. Abends viele Obdachlose, die
an den Stränden pennen. Die „Security“
selbst ist ein Problem. Mit amerikanischer Polizei ist nicht
zu spaßen. Überhaupt nicht!!! Vorsichtig sein,
bei allem was Ihr tut, und wenn’s nur ist nachts um
3 in einem Wohngebiet in Schrittgeschwindigkeit über
ein Stopschild zu fahren (kostet 65$ und man kann leider
sicher sein, erwischt zu werden...) Wer beim Kiffen erwischt
wird, kann auch schon mal die Nacht auf der Polizeistation
verbringen...
Sonstiges:
Kalifornien ist teuer und
man hat wenig Möglichkeiten, Geld zu sparen. Für
Essen kann man minimum 15$ am Tag veranschlagen. Busse kennen
Amis nicht, deswegen fahren auch alle in großen Pickups
und SUVs rum. Wer länger bleibt, sollte sich überlegen,
ob er nicht einen Wagen kaufen will, das ist schon nach
wenigen Wochen deutlich billiger, als Mietwagen. Benzin
kostet ungefähr ein Drittel von dem, was es in Deutschland
kostet. Wer nicht mobil ist, ist hier restlos aufgeschmissen
und kommt nicht vom Fleck! Vorsicht: Je nachdem wo Ihr Eure
Tour startet, könnt Ihr Probleme mit der Wagenzulassung
kriegen, da dies in den USA Sache der einzelnen Staaten
ist. In Kalifornien z.B. ist es relativ problemlos möglich,
auch als Ausländer einen Wagen zuzulassen (wenn man
ein paar Dinge beachtet und nicht ganz ehrlich auf der Zulassungsstelle
ist), in Nevada sieht die Sache schon wieder ganz anders
aus. Kreditkarten sind ein Muss! Solange Ihr nicht viel
nördlicher als L.A. kommt, langt im Sommer ein Shorty.
Santa Cruz ist selbst im August sackkalt!!! Bin in Santa
Cruz schon im August bei 14 Grad Wassertemperatur gesurft.
Wer nach Norden will, sollte also unbedingt einen Fullsuit
im Gepäck haben. Außerdem sinnvoll ist es, einen
Lonely Planet im Gepäck zu haben, Informationen zu
Unterkunft, Preisen und das Drumherum gibt’s auch
in den Hostels. Wers nicht kennt: das sind so ne Art Jugendherbergen
(klingt spießig, isses dort aber nicht). Dort steigen
in Amerika alle Reisenden unter 30 mit kleinem Geldbeutel
ab. Die meisten Leute, die Ihr dort treffen werdet, sind
schon seit Monaten unterwegs oder haben dies noch vor sich
und können Euch wertvolle Informationen über andere
Spots, Städte, Hostels, Preise usw. geben. Abgesehen
davon, dass es ziemlich flashig ist, mit Brasilianern, Aussies
und den ganzen Anderen abzuhängen und sich Geschichten
aus deren Heimat anzuhören. Erweitert den Horizont
ungemein...
Links:
Lifestyle:
www.hotrodsurf.com
(schräger Surfshop in Pacific Beach, verkauft Surfboards
und echte Hot Rods), www.surfart.com (Galerie in Laguna
Beach wo es nur ums surfen geht)
Unterkunft: http://members.aol.com/OBIhostel/hostel
(Ocean Beach Hostel in San Diego)
Sonstiges: www.eyeonob.com
(Wetter- und Wellenvorhersagen für San Diego County,
surfshopadressen, mehrere webcams), www.kneed4speed.com
(diverse umfangreiche Fotogalerien von Surfspots rund um
San Diego)