ADH 2006ADH Open 2006

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Keine perfekte Welle für Studentenmeister.
Seignosse Plage für eine Woche Zentrum der deutschen Surfszene
Vom 03.06. – 10.06.06 fanden im französischen Seignosse Plage unter erneuter Rekordbeteiligung (allein 48 Startmeldungen aus München) die dritte ADH-Open (Allgemeiner deutscher Hochschulsportverband) im Wellenreiten/Surfing statt. Ausgerichtet wurde der Contest durch die Hochschule Darmstadt, University of Applied Sciences)und vom Wellenreitreiseveranstalter Wavetours. Aus weit über 200 Studenten aus dem gesamten Bundesgebiet und über 40 Hochschulen sollten zum dritten Mal die Hochschulmeister in den Klassen Open, Frauen und Longboard gekürt werden.

Eines vorweg: Wellen gab es keine und da Bilder mehr als 1000 Worte sagen: schaut euch einfach das Foto an, denn das ist leider sinnbildlich für die gesamte Woche des ADH...

Schon zur Eröffnung von mehr als 500 Startern und Anhängern zeichnete sich ab, dass es diesmal eher kleinere Wellen haben würde und so wurde gleich sonntags morgens in zwei Wettkampfzonen parallel gestartet. Schon bald war deutlich zu erkennen, dass sich das sportliche Niveau deutlich gesteigert hatte und sich spannende Kämpfe um die jeweiligen Titel abzeichneten. Im Wellenreiten werden Wettkämpfe traditionell im KO-System ausgeführt und so waren am Sonntagabend nach 60 Wettkämpfen a vier Surfern bereits knapp 100 Starter eliminiert. Besonders die vom Erfolg der beiden letzten Jahre verwöhnten Münsteranern mussten Federn lassen und hatten bereits keine Surfer mehr im Rennen. Am Montag war es soweit und das Worst Case Szenario keine wettkampftauglichen Wellen (mindestens 1 ½ Fuß also ca. einen dreiviertel Meter von vorne müssen die Wellen schon sein) trat ein. Es sollten auch keine Wellen für den Rest der Woche mehr kommen. Wettkampf Direktor Uli Scherb: "Das ist mir in 14 Jahren Wettkampforganisation noch nicht passiert."
So wurden am Dienstag dann in Viererstaffel-Teams um Ruhm und Ehre gepaddelt und somit konnten sich die Wettkämpfer doch noch messen und auspowern. Das Finale entschied dann das Team aus Mainz für sich vor Team Uni München 3 und Uni München 1.
Aus weiterem Wellenmangel kam es am Donnerstag zu einem Novum, den ersten Meisterschaften im "Skimboarding". Beim Skimboarding wird auf einem Skateboardähnlichen Brett auf dem Wasserfilm einer aufs Ufer gespülten Welle geschliddert und dabei verschiedene Manöver und diverse Spins ausgeführt. Unter dem Beifall der anwesenden Zuschauer und zur Freude der anwesenden Fotografen und Filmteams kam es doch noch zu Wassersport Actionfotos und –aufnahmen.
Annabell Borges von der (Ruhr) Uni Bochum sorgte für eine Sensation und konnte nicht nur das Frauenfinale für sich entscheiden sondern sogar im Männerfinale unter frenetischem Beifall den zweiten Platz belegen. Eine dabei zugezogene Aduktorenzerrung konnte ihre Freude kaum Trüben. Ein Wunder jedoch, dass der Skimboardcontest überhaupt so regen Zuspruch finden (konnte), immerhin fand am Abend zuvor eine Beachparty statt, an die sich so viele nicht mehr erinnern dürften. Jedenfalls gab es etliche, die im Morgengrauen den Weg zurück über die Dünen nicht mehr geschafft haben und völlig wahllos über Strand und Dünen verteilt ihren Rausch ausgeschlafen haben.

Ergebnisse der 1. Skimboard ADH-Open
Männer:
1.Chris Landrock Uni Bremen
2.Annabell Borges (Ruhr) Uni Bochum
3.Dieke Vogt Uni Kiel
4.Johannes Fritz Uni Tübingen

Frauen:
1.Annabell Borges (Ruhr) Uni Bochum
2.Nina Reichwein (Ruhr) Uni Bochum
3.Claudia Cleven Uni München
4.Iris Tonak Uni München

Am Freitag war es dann soweit und die Entscheidungen in den Klassen Open, Frauen und Longboard konnten nicht ausgetragen werden. Selbst bei straffster Organisation wären sechseinhalb Stunden wettbewerbstauglicher Wellen nötig gewesen. Dennoch konnten zumindest in Open und Longboard Punkte vergeben werden, die in das individuelle und per Hochschule sortierte Ranking (Rangliste) eingehen. Das Ranking setzt sich aus den Ergebnissen der letzten drei Jahren zusammen. Von 14 bis 16 Uhr stand der ADH im Zeichen des Umweltschutzes und organisiert und geleitet von der Surfrider Foundation Europe fand ein Beach Clean Up statt. Alle 50 Teilnehmer, die in einem ca. 200 m breiten Strandabschnitt gründlich reinigten bekamen zunächst einen Vortrag und Arbeitsweise der Surfrider Foundation und anschließend noch ein kleines Geschenk.

Bei der Siegerehrung und Verabschiedung gab es dann noch Jubel und Siegertränen und es wurde sich für das nächste Jahr bereits verabredet. Kurz darauf stand ein anders sportliches Ereignis im Mittelpunkt des Interesses. Die Eröffnung der WM wurde auf Großleinwand live übertragen und der Sieg gegen Costa Rica sorgte für lustig Anarchie am Pool. Oder wie würdet ihr es bezeichnen, wenn 250 sturzbetrunkene deutsche Fußballfans die Poolanlage stürmen und alles was nicht niet- und nagelfest ist im Wasser landet (Flaschen, Sonnenschirme, Sonnenliegen...)